Urplötzlich wird die USA von
einem rätselhaften Virus heimgesucht, der fast die gesamte Bevölkerung
auslöscht. Kurz darauf tauchen Überlebende auf, die sich die
"Faithful" nennen und im Namen der "Brut" Absolution anbieten. Die "Brut"
sind seltsame Mutanten, die im ganzen Land Angst und Schrecken verbreiten.
Gegen sie vorzugehen, ist Aufgabe des Spielers.
Pistole, MP oder Minigun?
Im Spiel angekommen, bemerkt man zunächst eine sehr schlichte Stadtkarte.
Ganz in rot gehalten zeigt sie wichtige Einrichtungen wie Waffenlager und
Forschungslabors. Auf die Forschung lässt sich übrigens nur indirekt
zugreifen. Wenn es irgendwo in der Stadt einen Vorfall gibt, um den man
sich kümmern soll, wird einem das als Radarmeldung gezeigt, und damit
man so ein Ereignis nicht verpasst erscheint in der Ecke auch noch ein
Symbol, das einen per Klick zur richtigen Stelle auf der Karte führt.
Das war's auch schon, was es zur Karte zu sagen gibt. Außer der Karte
gibt es noch zwei weitere wichtige Menüs, das Ausrüstungsmenü
(dazu gleich mehr) und ein Dateimenü. Hier kann man sich Biografien
seiner Teammitglieder durchlesen, die letzten Forschungsberichte einsehen,
und hier werden natürlich auch sämliche Ausrüstungsgegenstände
und Waffen genau beschrieben.
Wenn nun eine Radarmeldung auf der Karte erscheint, klickt man dessen
Zentrum einfach an, und es öffnet sich ein Menü, wo man 4 Agenten
aus seinem 16-köpfigen Team auswählen muß. Vorher sollte
man aber zumindest diese 4 Agenten ausrüsten. Dieses Ausrüstmenü
ist ein wenig unkomfortabel, da man die Agenten nicht einzeln anklicken
kann, sondern immer erst durch alle durchscrollen muß. Das Ausstaten
der Soldaten selbst geht aber sehr leicht und schnell. Es gibt 3 Kategorien,
Ausrüstung (Granaten/Bewegungsmelder/Medipacks usw.), Waffen und Munition.
Ein Klick auf den Gegenstand genügt, und er erscheint im Inventar
des Agenten.
Acht der Agenten gehören zum Projekt Nemesis, und haben spezielle
Fähigkeiten wie z.B. Heilen (Doc), Extreme Stärke (Savage) oder
Unsichtbarkeit (Ninja). Auf diese Soldaten sollte man also im Kampf besonders
achten und ihnen stets die beste Ausrüstung zukommen lassen. Der Rest,
der sich aus anderen Überlebenden zusammenstellt ist mehr oder weniger
entbehrlich.
Viel Action, wenig Taktik!
Ist man fertig mit dem Ausrüsten, geht man wieder zurück auf
die Karte, wählt seine Agenten aus, und bestätigt. Danach kommt
man zur Missionsbesprechung. Die Missionen sind allerdings nicht so wahnsinnig
vielfältig. Im Grunde beschränken sie sich auf 3 Typen, Gegenstand
finden (Person evakuieren), Gegenstände plazieren (z.B. Überwachungskameras)
oder einfach alles vernichten (Angriff oder Verteidigung).
Hat man sich die Aufgabe durchgelesen und bestätigt (man kann
auch noch ablehnen falls man etwas vergessen hat), geht's zur Sache. Was
einem dabei zunächst unangenehm auffällt, ist die maximale Auflösung
von 640x480 Bildpunkten. Gerade auf größeren Monitoren sieht
das ziemlich hässlich aus. Die Grafik selbst ist zwar detailliert,
aber der Comicstil gefällt sicherlich nicht jedem. Was danach kommt
gerät sehr schnell zur Routine. Man markiert seine Agenten per Auswahlrahmen,
schickt sie einmal um die Karte, mäht alles nieder, und erfüllt
dann sein Missionsziel. Das ist unabhängig vom Schwierigkeitgrad immer
das selbe, mit ihm ändert sich nur die Zeit, die man dafür braucht.
Auf "leicht" ist eine Karte in 3 Minuten leergefegt, doch schon auf "mittel"
macht der Schwierigkeitsgrad einen gewaltigen Sprung, und man wird gezwungen
etwas taktischer vorzugehen.
Gibt's auch mal was Neues?
Tja, das war's eigentlich auch schon fast. Man spielt seine Missionen,
gelegentlich tauchen neue Gegner auf, und dann spielt man wieder die selben
Missionen. Das liegt daran, daß das Spiel in Abschnitte unterteilt
ist. Im ersten kämpft man nur gegen die Faithful und kleine Krieger
der "Brut". Und erst wenn man eine bestimmte Anzahl Missionen gespielt
hat (oder eine bestimmte Zeit lang gespielt hat, genau weiß ich das
auch nicht) kommt man in den nächsten Abschnitt, und es gibt neue
Gegner und Waffen. Dieser Wechsel läßt aber immer sehr lange
auf sich warten, und es kommt Langeweile auf. Bis man schließlich
zu den letzten einigermaßen interessanten Aufträgen kommt (von
denen man wieder viel zu viele erledigen muß) vergeht viel Zeit,
und das ständige Durchsuchen aller möglichen Müll- und Schrotthaufen
nach brauchbaren Gegenständen und Waffen geht einem auch irgendwann
auf die Nerven.
So hat dieses Spiel leider eine Menge Potential verschenkt. Mehr verschiedene
Gegner, interessantere Missionen im Anfangs- und Mittelteil des Spiels
sowie die Möglichkeit wirklich taktisch vorzugehen hätten dem
Spiel eine 70er Wertung gesichert.