Hintergrund
Vor einigen Jahren entdeckten die Menschen eine Substanz, die zwar die
Eigenschafen eines Metalls hatte, aber offensichtlich lebte und seine Form
verändern konnte. Amerikaner und Russen dachten natürlich gleich
an eine militärische Verwendung. Irgendwann reichten die Vorkommen
aber nicht mehr aus, und man begann damit, das Sonnensystem nach weiteren
Quellen abzusuchen. Ein Krieg entbrannte!
Die Amerikaner schafften es schließlich, per Verschmelzung von
Mensch und "Bio-Metall" eine ultimative Waffe zu erschaffen, die sich aber
plötzlich gegen sie wandte. In ihrer Verzweiflung suchten sie Hilfe
bei den Russen. Tatsächlich gab es eine Allianz, und man schaffte
es gemeinsam, die jetzt "Furien" genannten Kreaturen von der Erde zu vertreiben.
Doch ein paar Wissenschaftler führten ihre "Mensch-Bio-Metall"-Forschungen
fort, und diese Forschungseinrichtung wird plötzlich von einer unbekannten
Macht angegriffen...
Auf in den Kampf
In Battlezone 2 spielt man den Soldaten Cooke, und zwar nimmt man dabei
aktiv am Kampfgeschehen teil! Im Spiel hat man die Wahl zwischen der Ich-Perspektive
und verschiedenen Außenansichten. Außerdem kann man fast jedes
Fahrzeug selbst steuern, man springt einfach aus seinem derzeitigen aus,
und sagt einer anderen Einheit, daß man abgeholt werden möchte.
Die Steuerung der Schwebe-Panzer ist dabei etwas gewöhnungsbedürftig,
da sie recht schwerfällig reagieren.
Das Interface für den Basisbau und der Einheitensteuerung ist
ganz gut gelungen. Man hat die Wahl, einzelne Einheiten anzuwählen,
oder Gruppen zusammenzufassen. Aus einem Menü wählt man dann
die gewünschte Aktion aus.
Der Basisbau kann auf zwei Arten erfolgen. Entweder in der normalen
3D-Ansicht, also während man in einem Fahrzeug sitzt, oder man begibt
sich in einen Funkbunker, und steuert den Basisbau mit einem herkömmlichen
Interface, wie es viele 2D-Echtzeitstrategie-Spiele verwenden, dem aber
einiges an Komfort fehlt. Ansonsten positioniert man immer erst seinen
Recycler (Hauptgebäude), und baut dann per Konstruktor Kraftwerke,
Fabriken, Geschütztürme usw. Die dafür benötigte Ressource
ist Scrap. Das lässt man von einem Scavenger einsammeln, und zwar
indem man ihn über einem der unerschöpflichen Scrap-Pools plaziert.
Interessante Missionen
Die Missionen laufen alle sehr unterschiedlich ab. Mal muss man eine Stellung
verteidigen, einen Transporter beschützen oder eben auch mal eine
komplette Basis neu errichten und den Gegner besiegen. Es kommt dabei aber
nie wirklich auf die simple Auslöschung aller gegnerischen Einheiten
an, sondern man hat immer ein ganz bestimmtes Ziel zu erreichen.
In einer Mission z.B. wird man zu Hilfe gerufen, um eine Basis wieder
funktionstüchtig zu machen. Man springt aus einem Transporter über
der Basis ab, und findet diese halb zerstört vor. Zu allem Überfluss
läuft gerade noch ein Angriff der Scions, und alles was einem zur
Verfügung steht ist ein fast zerstörter Panzer.
Da heiß es schnell handeln, Energie wieder herstellen, und schnell
möglichst viel Scrap abbauen, um eine Streitmacht zusammenstellen
zu können. Ein Scrap-Pool in der Nähe wird jedoch von feindlichen
Geschütztürmen bewacht!
Hier kommt ein besonderes Feature des Spiels zum tragen. Denn jetzt
steigt man aus, wechselt in den Sniper-Modus, und schießt die feindlichen
Geschützturm-Piloten aus sicherer Entfernung aus ihrem Cockpit. Nachdem
man nun den Scrap-Pool eingenommen hat, kann man sich an den Basisausbau
machen. Man findet noch einige verlassene Scavenger, die man mit Piloten
bestückt und Scrap abbauen lässt. Das Ziel ist schließlich
eine Energiequelle in der feindlichen Basis, die man nicht zerstören
sondern bergen soll.
Der Sniper-Modus ist übrigens nicht nur praktisch um einzelne feindliche
Einheiten einfach nur auszuschalten. Man kann diese nahezu unbeschädigten
Fahrzeuge abtransportieren, mit einem Piloten bestücken, und sie so
der eigenen Armee hinzufügen.
Hat man nun seine Basis soweit ausgebaut, kann man sich an die Zusammenstellung
der Einheiten machen. Dabei hat man die Wahl unter Mörser-Bikes, verschiedenen
Aufklärern und Panzern, sowie dem sehr starken Walker (letzter Screenshot).
Dennoch ist die richtige Zusammenstellung der Armee nur solange wichtig,
wie man den Walker noch nicht bauen kann. Sobald man ihn hat, baut man
davon ein paar und ist alle Sorgen los. Die gebauten Einheiten fasst man
dann in 2 oder 3 Gruppen zusammen, und führt sie zum Gegner.
KI-Probleme
Ein negativer Punkt bei Battlezone 2, welcher eine deutlich höhere
Wertung verhindert, ist die KI. Nicht immer kommen die eigenen Einheiten
mit dem 3D-Gelände zurecht. Konstruktoren - das sind große Roboter,
die für den Bau von Gebäuden zuständig sind - bleiben gerne
mal an einem Gebäude hängen. Einheiten, die man aus größerer
Entfernung zu sich ruft, fahren schonmal in eine Sackgasse, wo z.B. ein
Lavasee den Weg versperrt.
Langsamere Einheiten, wie der Walker tendieren in der Gruppe dazu,
sich gegenseitig zu behindern, wodurch sie langsamer werden als sie ohnehin
schon sind. Und auch das Angriffsverhalten der Einheiten gehört nicht
zum besten. Mörser-Bikes z.B. sollten aus sicherer Entfernung die
Gegner bombardieren, fahren aber sehr häufig erstmal bis auf wenige
Meter an sie heran.
Tolle Atmosphäre
Kommen wir zu den stärksten Seiten von Battlezone 2. Da ist zum einen
natürlich die Grafik zu nennen. Was Battlezone hier alles auffährt
ist schon beeindruckend. Das Gelände an sich ist schon toll, Schluchten
und Hügel wirken natürlich, und die guten Texturen steuern ihren
Teil dazu bei.
Wenn man dann noch in einen Dschungel mit Bäumen und anderer Vegetation
sowie Seen mit spiegelnder Oberfläche und atmosphärisch passendem
Himmel versetzt wird, macht es alleine schon Spaß die Umgebung zu
erkunden. Plötzlich aus dem Dickicht auftauchende Gegner sorgen für
die ein oder andere Überraschung. Aber auch der ganze Rest, Lichteffekte
und Explosionen sowie das Einheiten-Design sind sehr gut gelungen. Und
nicht zuletzt macht das Fahren mit einem Schwebe-Panzer einfach Spaß!
Was Sound und Musik angeht, da wird leider nur Altbewährtes geboten.
In den Missionen selbst gibt es keine Musik, sondern nur in den Menüs.
Gut gemacht sind die Funksprüche, mit denen zum einen die Story weitergeführt
wird, über welche man aber natürlich auch neue Befehle bekommt.