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Arcatera
Rollenspiel
von
PC2000
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Knallharte Schicksale
Schon ein hartes Los wenn man als Säugling in den Orkkriegen beide Elternteile verliert und hilflos zwischen den Gefallenen zurückgelassen wird. Was für ein glückliche Fügung des Schicksals, das just in dem Moment, als das nächste Fläschchen fällig wird, ein weiser alter Zauberer vorbeischlurft der sich das kleine Bündel kurzerhand unter den Arm klemmt. 
Jahre später, aus dem Säugling ist ein ansehnlicher weiblicher Zauberlehrling geworden, wird der greise Zauberer vor den Augen seines entsetzten Schützlings aus purer Habgier niedergemetzelt. Sie braucht zwei Jahre um den Schock zu überwinden, aber dann verläßt sie die heimische Höhle um in der Stadt Senora ihr Glück zu suchen und den Mord zu rächen. 
-Szenenwechsel- Ein junger Mönch läßt sich auf einem Holzkarren durch die Landschaft vor die Tore Senoras schaukeln. Immer wieder versucht er sich durch die Bruchstücke seiner Erinnerungen ein Bild seiner Vergangenheit zu machen. Da ist er in seinem Kloster schlafend auf einer Bank. Plötzlich Flammen überall, das Kloster brennt lichterloh, eine riesenhafte, furchterregende Gestalt, verhüllt mit einer Eisenmaske, beugt sich über ihn. Dann wieder steht er vor seinem Abt der ihm bittere Vorwürfe macht und ihn in die Welt hinausschickt. 

Hölzerne Helden

Das sind nur zwei der vier möglichen Einführungen um in die Rollenspielwelt Arcateras einzusteigen. Zur Wahl stehen auch noch ein junger Dieb und ein Krieger. Allen gemein ist, das ihre Charakterwerte vor Spielbeginn ausgewürfelt werden und sie alle vor dem Haupttor Senoras, der großen Stadt im Königreich Midlan von einem geheimnisvollen, greisen Fremden angesprochen werden. Von ihm erfahren unsere jungen Helden, das sie Helden sind und - Überraschung, Überraschung - das Land vor dem mysteriösen Kult der schwarzen Sonne schützen sollen, dem üblen Massenmörder Rog Gwenuar in die Schranken weisen müssen und so ganz nebenbei vielleicht mal nach dem gestohlenen Zepter des Prinzen schauen sollen.
Bislang durch sehr gut gemachte Videosequenzen und die ganz exzellente Sprachausgabe verwöhnt, steigen wir nun ins eigentliche Spiel ein und betreten die Stadt Senora bzw. den übel heruntergekommenen Ortsteil Osswarts. Schon macht sich Ernüchterung breit. Die Hintergrundgrafik ist recht mau, die Häuser wirken wie potemkinsche Dörfer und sind es zumeist auch: nicht zu betreten, Kulisse halt. Die Bewohner laufen sehr mäßig animiert, hölzern ihres Wegs und verpixeln zudem noch wen sie näherkommen. Die eigene Figur hat häufig Wegfindungsprobleme und zappelt dann unwürdig vor sich hin. 
Obwohl der Ortsteil Osswarts - die anderen Ortsteile kann man erst im weiteren Verlauf des Spieles betreten - lediglich so um die 15 Schauplätze groß ist, hat man gerade zu Beginn ganz gewaltige Orientierungsprobleme. Man stiefelt nach hinten raus und taucht im nächsten Bild von rechts wieder auf, Norden, Süden, Osten egal, die Welt ist wahrscheinlich eh eine Scheibe. Nun wenn wir schon verwirrt sind, schaun wir doch mal auf den freundlichen Wegweiser. Also flott den Cursor auf den Wegweiser geklickt und ungläubig die Meldung "Wegweiser" beäugt. Ach was, nicht möglich. 

Reden ist Silber...

Gut, stürzen wir uns also auf die Passanten und löchern diese ein wenig mit unseren brennenden Fragen. Diese sind manchmal gar nicht erfreut über die Störung und reagieren auf uns mit Sympathie, Verärgerung und einem langsam kürzer werdenden Geduldsfaden. Wenn dieser durch die Fragen des Helden genügend strapaziert ist, verabschiedet sich der Gesprächspartner, besonders jähzornige Gemüter greifen dann sogar an. 
Die Kampfsequenzen sind eher unterdurchschnittlich, unübersichtlich, können aber immerhin zwecks Befehlseingabe angehalten werden. Die Sprachausgabe, erstklassig vor allem der ständig präsente Erzähler, ist durchweg sehr gut, der inhaltliche Teil und der logische Aufbau der Gespräche fallen dagegen manchmal deutlich ab. Mal abgesehen von der teilweise sehr wüsten "Gossensprache" mit den für ein Computerspiel sehr derben Ausdrücken, die per Patch auch ganz schnell wieder entfernt wurden, wiederholen sich zuviele Passagen oder sind unstimmig und sorgen für Stirnrunzeln. 
Gerade zu Beginn beginnen diese Unterhaltungen bald zu nerven, weil sich kein rechtes Vorankommen einstellen will, man irrt doch ziemlich orientierungslos durch die Gegend und quatscht wahllos jeden Passanten an. Die Buchführung der Fortschritte im Spielverlauf ist allerdings mustergültig, alle Kontakte und Hinweise sowie die Nebenquests werden minutiös notiert.
Im Laufe des Spiels können erworbene Levelsteigerungen in den Charakteraufbau investiert werden. Auch Partybildung ist möglich da die anderen drei Helden ebenfalls irgendwo herumhängen und auf ein nettes Wort warten. 

Schade, schade, schade

Im weiteren Spielverlauf  lernt der Spieler auch die anderen Stadtteile kennen und kann auch die Umgebung Senoras erkunden. Wenn er denn den weiteren Spielverlauf auch tatsächlich erreicht!
Das größte Problem des Spiels liegt nicht in der wechselhaften Grafik, der nicht stringenten Storyführung und dem teilweise unvollendeten Eindruck den das Spiel hinterläßt, sondern in den massiven Bugs. Ich weiß nicht wie oft ich den Computer brachial neustarten mußte weil das Spiel sich in den Orkus verabschiedet hatte. Das das kein Einzelfall ist, beweist ein Blick ins Internet und die Tatsache das schon bevor das Spiel in den Verkaufsregalen auftauchte ein Patch verfügbar war. Der zweite Patch erschien einige Tage später, läßt sich aber pikanterweise gar nicht erst uploaden. Unglaublich eigentlich.
Schade, an manchen Stellen kann man erkennen das hier die Chance auf ein gutes Spiel verpaßt wurde.
Wer kämpft hier gegen wen?
Alle Schweine sind Schweine... ähm
Das Gesprächskästchen
Der Wiederbelebungsopi
Fazit: Genremix aus Adventure und Rollenspielanleihen mit starken Qualitätsschwankungen, das an seiner hohen Bugdichte krankt.
1
Präsentation (1-20)
14
Systemanforderungen:  
Minimum:  PII 233, 32 MB RAM
Empfohlen: PII 350, 64 MB RAM
Platz auf HD: 800 MB - 1,3 GB
Schwierigkeitsgrad: normal
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1
Handhabung (1-20)
12
2
Atmosphäre (1-20)
9
1
Motivation (1-20)
5
  Gesamtwertung
49
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