Die Rettung?
Wir befinden uns recht unvermittelt in einem Borgkubus. Der Rest des Teams
wurde gefangen und soll befreit werden. Die ersten Borg-Dronen lassen auch
nicht lange auf sich warten. Der Spieler gerät schwer unter Beschuss,
aber wir lassen uns natürlich nicht klein kriegen! Da ist ein Pult
über das die Mannschaft befreit werden kann – funktioniert nicht!
Dann halt mit Gewalt... Oh, war das vielleicht ein Fehler? Alles fliegt
in die Luft, ein jähes Ende... oder doch nicht? In Filmen wacht die
Hauptperson jetzt aus dem Traum auf. Bei Star Trek Voyager ist das ganze
natürlich eine Holodeck-Simulation gewesen. Und nach weiterem Vorgeplänkel
kommt dann auch der richtige Vorspann, den man eigentlich erwartet hatte.
Ein gelungener Auftakt für den neuen Ego-Shooter von Activision.
Und das ist die Story:
Die Voyager wird von einem unbekannten Schiff angegriffen. Sie übersteht
den Angriff schwer beschädigt, wird jedoch direkt bei Vernichtung
des Angreifers an einen unbekannten Ort transportiert. Hier treiben unzählige
andere Schiffe bewegungslos im Raum. Es stellt sich schnell heraus, dass
das Ganze nur Teil eines perfiden Spiels einer fremdartigen Intelligenz
ist. Die verschiedenen hier aufeinander treffenden Rassen sollen sich gegenseitig
Auslöschen und damit der unbekannten Macht eine moderne Form der Gladiatorenspiele
darbieten.
Für solch delikate Situationen gibt es glücklicherweise das
Hazard-Team. Doch bevor die GSG9 der Voyager zur Quelle aller Schwierigkeiten,
dem Raumstation „Forge“ rüberbeamen und dort aufräumen kann,
muss sie sich zunächst mit allerhand anderer Schwierigkeiten an Board
der Voyager sowie an Bord einiger anderer herumtreibender Schiffe befassen.
Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle des Fähnrich Munro, dem
(noch) stellvertretenden Leiter des Hazard-Teams.
Seine Aufgabe ist es nun - meist in Begleitung seiner Team-Kollegen
- die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Dabei werden deren spezielle
Fähigkeiten oft gebraucht. Leider scheint zu diesen Fähigkeiten
auch zu gehören, in Feuergefechten oft in der Schusslinie rumzueiern
– also Vorsicht beim Abdrücken!
Wie im Kino...
Die sehr häufig eingestreuten automatischen Sequenzen und Videos machen
das Spiel sehr unterhaltsam. Die Gespräche, die die Teammitglieder
untereinander oder mit dem Spieler führen, zeichnen ein für ein
Spiel ungewöhnlich genaues Bild der Charaktere, die beteiligt sind.
Die zwischendurch immerwieder stattfindenden Lagebesprechungen an Bord
der Voyager tun ihr übriges dazu, dass man sich fühlt, als sei
man mitten in einem Film. Auch die musikalische Begleitung ist meist sehr
stimmungsvoll gelungen und erinnert an Filmmusik.
Das die Synchronsprecher auch die aus der TV-Serie sind, gibt dem Spiel
sicherlich einen weiteren Pluspunkt in Sachen Authentizität. Nicht
nur weil es die bekannten Stimmen sind, sondern auch weil diese Sprecher
ihr Handwerk verstehen. Leider gab es in der Vergangenheit sehr viele Beispiele
für übelste Synchronisation.
...ist man oft doch nur Zuschauer
Die sehr gute Inszenierung kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen,
dass man eben doch nur recht passiv spielt. Der eigentliche Plot ist sehr
geradlinig. Es ist immer genau ein Weg, den man gehen kann und der auch
zum Ziel führt. Hier liegen Welten zwischen Elite Force und einem
Spiel wie
Deus Ex!
Alles baut streng aufeinander auf. Leider manchmal sogar etwas zu streng.
So ist es schon sehr ärgerlich, wenn man einfach nicht weiterkommt,
nur weil man irgendwas nicht in der vorgesehenen Art erledigt hat. Da fast
alles fest vorgegeben ist, passiert dies zum Glück nicht allzu oft.
Leistung ist gefragt
Elite Force präsentiert sich mit der Q3–Engine, d.h. es ist eine 3dfx-Grafikkarte
oder eine sehr gute andere Karte zu empfehlen. Hat man selbiges zur Verfügung
so kann man eine ordentliche, wenn auch nicht revolutionäre Grafik
erwarten. Auf meinem System, einem 566er Celeron mit Geforce II MX-Grafikkarte
war das Spiel in 800x600 bei einigem Betrieb auf dem Bildschirm unangenehm
ruckelig.
Die obligatorische Mehrspielerschlacht
Natürlich gibt es auch den Multiplayermodus, genannt Holomatch, der
sowohl im lokalen Netzwerk, wie auch über spezielle Server über
das Internet gespielt werden kann. Bei letzterem waren bei meinem Test
trotz Ping-Zeiten von über 200ms keinerlei Schwierigkeiten durch Verzögerungen
zu bemerken. Das mag aber auch daran liegen, dass das Elite Force Holomatch
im Vergleich zu
Unreal Tournament oder Beben 3 eher
gemütlich ist und somit keine ganz so hohen Anforderungen an die Ping-Zeiten
stellt. Das heißt aber nicht, dass es langweilig wird und für
einen noch nicht ganz so fortgeschrittenen Shooter-Freund ist das sicher
eher von Vorteil.