Eines steht fest: Sie sind nie totzukriegen.
Die alten Klassiker, die sich als Meister des Klonens von Computergeneration
zu Computergeneration fortpflanzen. Wie viele seiner alten Kollegen hat
nun auch das Spiel Breakout den Sprung in die 3. Dimension geschafft. Ich
bezweifle nicht, dass es das erste dreidimensionale Breakout ist, aber
diesmal kommt es von Hasbro Interactive. Auch an dieser Stelle sei für
alle Unwissende das Spielprinzip noch einmal erklärt: Man steuert
bei Breakout einen Schläger am unteren Bildschirmrand, um am oberen
Bildschirmteil befindende Steinblöcke mit einer Kugel abzuräumen.
Als ich das Spiel zum Testen erhielt, war für mich schon fast
klar, dass sich trotz neuer Grafik nicht viel aus dem alten Prinzip rausholen
liesse. Trotzdem sollte ich eines Besseren belehrt werden.
Der Anfang vom Lied...
Kaum zu glauben: Die Schläger in diesem Spiel leben! So lässt
sich natürlich viel leichter eine möglichst plausible Story schaffen.
Und diese ist (wer hätte es geglaubt) schlichtweg so alt und noch
viel älter als das Spiel selbst. Unser kleiner Schlägerheld namens
"Bouncer" hat natürlich eine Schlägerin als Freundin und eine
Schlägertruppe als Clique. Bevor jetzt manche Leser zurückschrecken:
Das Spiel ist 100%ig gewaltfrei. Es sind halt Schläger im Sinne von
"gummiartigen Quadern", und alle sind von Kopf bis Fuß gutartig.
Wie im richtigen Leben gibt es auch nicht so nette Schläger. Und
so ein "böser Schläger" hat es auf die Freundin unseres Helden
abgesehen. In einem Aufwisch kidnappt er diese und gleich den Rest der
Truppe mit. Darüber hinaus landen wir noch gleich im Gefängnis,
und so beginnt das Spiel. Breakout, im wahrsten Sinne des Wortes.
Mit der Stahlkugel, die eigentlich gegen jeden Fluchtversuch an Bouncer
gekettet war, sprengen wir uns den Weg frei. Dabei darf uns in keinem Fall
die Kugel durch die Lappen gehen, und so steuern wir unseren Schläger
immer hin und her, um die Kugel immer wieder nach oben zu schleudern um
immer mehr Steine oder ähnliches wegzusprengen. Dies ist das grundsätzliche
Spielprinzip, welches in Breakout verwendet wird.
An dieser Stelle haben sich die Entwickler wirklich Gedanken darüber
gemacht, was man aus diesem Spielprinzip noch herausholen kann. Und tatsächlich,
die 3D Grafik wird voll ausgenutzt und mit dem Sinn des Spiels kombiniert.
So ballern wir nicht nur auf Steine, sondern auch auf Kisten, Hühner,
Schafe (die Tiere werden dabei nur verscheucht), Meteoriten, Ritter usw.
Alle Animationen und Bewegungsabläufe sind sehr gut gemacht.
Wie es geht
In den einzelnen Leveln wurde an Spielwitz nicht gespart. So sorgen unsere
Ziele immer für einen Lacher, z.B. wenn die Ritter schreiend von der
Zugbrücke in den Burggraben fallen oder im Hühnerstall das Chaos
ausbricht. Aber auch die Action kommt nicht zu kurz. Oft knallt und explodiert
etwas, in Ägypten tasten die Statuen an der Wand die Umgebung mit
Laserstrahlen aus ihren Augen ab.
Natürlich dürfen auch die diversen Powerups nicht fehlen.
Diese verstecken sich in manchen Kisten oder Steinen und kullern nach dem
Treffer des betroffenen Steins hinunter in Richtung Abgrund. Fangen wir
diese mit unserem Schläger auf, können wir sie per Tastendruck
einsetzen, was zur Folge hat, dass unser Schläger z.B. breiter wird.
Dies hält dann ein paar Sekunden an und unser Schläger transformiert
sich in seinen Ursprungszustand zurück.
A propos Schläger: Im Verlauf des Spieles befreien wir immer mehr
unserer 4 Cliquenfreunde und können diese dann im Spiel auch benutzen.
Haben wir z.B. unseren Kumpel im US-Army Look befreit, reicht ein Tastendruck
und in einem Auswahlmenü darf der Spieler dann seinen Lieblingsschläger
auswählen. So sind manche Schläger zwar etwas kleiner, aber dafür
schneller in der Links-Rechts-Bewegung.
Zwischen den Spielen wird die Handlung in kleinen Zwischensequenzen
in Spielegrafik weitererzählt. So starten wir wie gesagt im Gefängnis,
um dann in den verschiedensten Gebieten Station zu machen um unsere Kumpels
zu befreien.
Auf der Flucht
Wie beriets erwähnt bildet das klassische Breakout-Prinzip den größten
Teil des Spiels, teilweise ändert sich der Spielverlauf und wir müssen
vor einem Wolf flüchten oder aufdringliche Enten von einem Floß
schubsen. Hierbei ändert sich die Kameraperspektive je nach Spiel.
Bei der Flucht sehen wir unseren Schläger rennend von vorne, um den
von hinter immer schneller herannahenden Wolf beobachten zu können.
Die Grafik ist, um es treffen zu formulieren, süß. Manchmal
sieht es so aus als ob wir durch ein Märchenland wandern, und ich
denke dass dies auch die Intention der Spieledesigner war. Was ein wenig
auf die nerven geht sind die "Stimmen" der Schläger. Zwar ist immer
ein Untertitel eingeblendet, echte Sprachausgabe darf der Spieler aber
nicht erwarten. Vielmehr ist die Schlägersprache durch ein ständiges
Trompetengetute symbolisiert. Mit der Zeit kann man dies wirklich nicht
mehr ertragen. Ansonsten ist der Rest stimmig aufgebaut und aufeinander
abgestimmt. Man darf keine Bombastgrafik erwarten, dazu wäre das Spielprinzip
zu simpel.
Wo wir gerade bei simpel sind: Wer sich einen Abend Zeit nimmt, der
bekommt das Spiel allemal in 3-4 Stunden durchgespielt. Dies hängt
vielleicht damit zusammen, das der Schwierigkeitsgrad ständig an das
Können des Spielers angepasst wird. Läuft es gut, wird die Schwierigkeitsschraube
hochgedreht, bei schlechtem Verlauf entsprechend runter.
Spaß auch zu Zweit
Breakout lässt auch Multiplayer an einem Computer zu. So kann man
am getrennten Bildschirm gegen eine/n Kollegin/en antreten. Völlig
anders hingegen ist die Hühnerhaus-Variante, bei der man auf einem
Spielfeld rumrennen muss, um Hühner und Hähne auf sein eigenes
Hühnerhaus zu treiben und im Gegenzug vom gegnerischen Haus zu vertreiben.
Dieses Spiel hat am wenigsten mit klassischen Breakout zu tun, hat aber
am meisten Spaß gemacht.