Du liebe Zeit. Wie's scheint haben sich derzeit
massenweise Hersteller auf das Thema Formel 1 eingeschossen. Neben den
ursprünglichen zwei großen MicroProse (Grand Prix) und Ubi Soft
(Racing Simulation), mischen EA Sports (F1 Championship Season 2000), Eidos
(F1 World GP) und nun auch noch Microids mit. Da werden passende Titel
mit F1 langsam knapp, doch nicht nur deshalb w#hlte Microids einen gänzlich
anderen Namen, es liegt wohl hauptsächlich daran, daß F1 ein
geschützter Begriff ist und ihnen jegliche Lizenz fehlt. Somit ist
auch der Untertitel GP 2001 reine Augenwischerei, denn ohne offizielle
Lizenz sind natürlich weder Fahrer noch Teams originalgetreu, einzig
die Strecken entsprechen dem Kalender von 2001.
Alter Bekannter
Erst beim zweiten Blick auf die Pckung bemerke ich das Lankhor-Logo. Moment
mal.... Die machen doch auch die F1-Simulationen von Eidos, aus deren Feder
stammen doch die wenig gelungenen Official F1 Grand Prix und F1 World GP
und in Kürze soll doch noch ein weitere F1-Spiel bei Eidos erscheinen (daran ist Lankhor aber wohl nicht mehr beteiligt)....
Sei's drum, vielleicht ist ja diesmal alles besser?
Nun, die Menüführung weiß einmal mehr nicht so recht
zu überzeugen und startet man das schnelle Rennen wird bald klar,
daß die Franzosen einiges aus ihren Eidos-Titel übernommen haben.
So z.B. die zwar ganz witzige aber auf die dauer unbrauchbare Helmperspektive,
in der man das Geschehen sozusagen im Breitbildformat betrachten kann.
Der erste optische Eindruck ist aber durchaus ansprechend. Schöne
Lichteffekte, und auch die Bäume am Streckenrand sehen nett aus.
Etwas verwundert bin ich aber darüber, daß die Rückspiegel
standardmäßig abgeschaltet sind. Schaltet man sie hinzu, weiß
man auch warum, die ganze Chose fängt tierisch an zu ruckeln, und
dabei ist der Testrechner dreimal so schnell wie empfohlen.
Simulation?
Obwohl ich den Simulationsmodus gewählt habe, fährt sich Warm-Up!
zunächst wie ein Funracer. Kurven, bei denen man bei GP3 & Co
schon im zweiten Gang rausfliegen würde, lassen sich locker im vierten
nehmen, der Wagen klebt förmlich auf der Straße. Hab ich da
vergessen was einzustellen? Tatsächlich, innerhalb des Simulationsmouds
gibt es dann noch verschiedene Schwierigkeitsgrade. Also stelle ich mal
den höchsten ein und starte das nächste Rennen. Nun fühle
ich mich allerdings an eine Rally-Simulation erinnert, ständig bricht
das Heck aus, und wenn ich noch so vorsichtig einlenke. Das ermöglich
zwar tolle Drifts, ist aber absolut unrealistisch und für ein Spiel
das als "pfeilschnelle Rennsimulation" angepriesen wird nicht angemessen.
Ebenfalls nciht gerade einer Simulation entsprechend ist das Schandensmodell.
Schumi und Co würden sich freuen, wenn die Radaufhängungen wirklich
so viel aushalten würden. Und auch die KI stzellt sich ziemlich dämlich
an. Setzt man sich neben einen KI-Fahrer weicht der schon mal ängstlich
bis in die Streckenbegrenzung aus, um einem Crash zu entgehen.
Unausgegoren
Schade, dabei hat Warm-Up doch einige nette Feature zu bieten. Den Ghost-Modus
hab ich bislang bei F1-Simulationen oft vermißt, die Setup-Einstellungen
sind nicht zu komplex, die grafik hübsch und (ohne rückspiegel)
flott, alles in allem hätte es ein gelungener F1-Funracer oder eine
Simulation für Anfänger werden können.
Doch angesichts des katastrophalen Fahrverhaltens kann man Diesen Titel
angesichts der bärenstarken Konkurrenz niemandem empfehlen.