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Europa Universalis
Strategie
von Blackstar
PC
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GameCaptain
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GameCaptain: Europa Universalis
Europa Universalis
Hersteller: Blackstar Multimedia Genre: Strategie
getestet von: Raphael Ebler
Download: Patch 1.04 (2,4 MB) vergleichbar: Risiko 2
Test vom: 17.12.2000
Europa Universalis klingt nach einem grossen Spiel. Mit 180 MB, wovon 110 MB an durchaus ansehnliche Videosequenzen abfallen, ist es aber allemal ein Peanut im Vergleich zu anderen Strategiespielen. Doch sagt die Datengrösse auch etwas über das Spiel selbst aus? Denn oft genug hat schon ein "Halbes-Gigabyte-Spiel" enttäuscht.

Komplexität?

Das Handbuch warnt davor, das dieses Spiel sehr komplex gehalten ist, ebenso wie das Handbuch selbst, und es wird empfohlen das gesamte Handbuch durchzulesen (107 Seiten!). Nach ein paar Stunden Eingewöhnungszeit, kann man mal die Einstellungsmöglichkeiten ausprobieren, wobei man nicht allzuviel von der im Handbuch beschriebenen Komplexität feststellt.
Dafür gibt es umso mehr Meldungsfenster die einem über alle möglichen Dinge in seinem Reich informieren. Man kann allerdings die Kategorien, bzw. die Art der Meldungen, die angezeigt werden sollen einstellen, wodurch sich diese nervige Eigenschaft des Spiels etwas erträglicher gestalten lässt.
Viel mehr gibt's dann aber auch nicht einzustellen, die Auflösung (800x600) lässt sich unter anderem nicht ändern, wodurch man bei wachsendem Reich durchaus auch mal den Überblick verlieren kann. Diese Unübersichtlichkeit wird noch verstärkt durch die Zoom-Funktion mit der man sich auf ein bestimmtes Gebiet konzentrieren kann. Daraus folgt dann schon das nächste Problem: die Übersichtskarte wird ebenfalls vergrössert, wenn man in der Hauptkarte reinzoomt, dann ist man echt in einem heillosen Durcheinander, bis man wieder da ist wo man wirklich hin will.

Handeln und Kämpfen

Man kann zwischen verschiedenen Spielarten wählen: Ein Zeitlimit, bei dem der Spieler mit den meisten Punkten nach Ablauf der Zeitspanne gewinnt oder genau das Gegenteil: ein Punktelimit, dass es so schnell wie möglich zu erreichen gilt. Um Punkte zu erhalten muss man Händler aussenden, Kolonien gründen und fremde Länder/Gebiete einnehmen. 
Ausserdem kann man wie in Risiko die Spielart Mission wählen. Bei diesem Spielmodus gilt es seine Mission zu erfüllen, bevor der Gegner seine erfüllt. Die Missionsziele reichen von der Eroberung eines bestimmten Landes, über die Gründung von x Kolonien bis hin zum Erreichen eines Punktelimits. Obwohl diese Modi etwas Abwechslung bieten ist es doch letztendlich immer dasselbe. 
Spass macht hingegen der Mehrspieler Modus, bei dem man gegen bis zu 7 Mitspieler über LAN oder Internet antreten kann.

Viele Einheiten - wenig Einheiten

Von der Komplexität ist auch bei den zu steuernden Einheiten nichts zu bemerken. Zwar hat man offiziell sechs Einheiten: die Landeinheiten mit Kavallerie, Infanterie und Artillerie und die Wassereinheiten mit Transportschiffen, Galeeren und Kriegsschiffen. Das Problem besteht aber darin dass alle Landeinheiten immer durch einen Soldaten und alle Wassereinheiten immer durch ein Schiff symbolisiert sind und man immer erst auf den Soldaten, bzw. das Schiff klicken muss um zu erfahren wieviele Einheiten man von welcher Art dabei hat.
Nun sind aber im Hintergrund viele Faktoren im Einsatz, die bestimmen wie schnell sich die Einheiten fortbewegen, z.B. auf welchem Untergrund (offenes Land, Wald, Berge, Wüsten,...) sich die Einheit fortbewegt, ob sie vielleicht dabei noch einen Fluss überquert, aus welchen Einheiten sie zusammengestellt ist, etc... 
Solche Faktoren waren aber schon im ersten Civilization berücksichtigt worden, demnach täuscht gar nichts mehr darüber hinweg dass es praktisch nur zwei verschiedene Einheiten gibt die man steuern kann. Ein klares Minus für die Spieltiefe.

Grafikschwächen

In der Grafik des Spiels, die stark an das Brettspiel "Risiko" erinnert, findet man einige weitere Schwächen: So überlagern sich einige Elemente, was wohl an der längeren deutschen Beschriftung liegt. Ausserdem wurde auf grafische Details grösstenteils verzichtet. Was dagegen wirklich überzeugt sind die fein ausgearbeiteten Videosequenzen, natürlich in 3D (siehe 1. Screenshot).
Ein Witz ist auch, dass der Name, den man während des Spiels trägt, aus der Netzwerkkonfiguration ausgelesen wird und man den Namen im Spiel nicht ändern kann. Will man also nicht "Regent Server#1" heissen, so muss man den Namen in der Systemsteuerung unter Netzwerk ändern. Auch sonst kann man nichts ins Spiel einbringen, was dem Spiel eine persönliche Note geben könnte.

Wenn man längere Zeit Europa Universalis spielt wird es doch ziemlich langweilig, da man immer nur dasselbe machen muss: In fremde Länder einfallen, Kaufleute aussenden, und ab und an mal ein kleines Kämpfchen. Abwechslung im Spiel ist ganz klar Mangelware.

Fazit: Eine Empfehlung wäre hier doch zuviel. Wer sich aber gerne mit der Zeit nach Columbus beschäftigt sollte trotzdem mal reinschauen.
1
Präsentation (1-20)
12
Systemanforderungen:
Minimum:  P200, 64 MB
Empfohlen: PII 300, 128 MB
Platz auf HD: ca. 180 MB
Schwierigkeitsgrad: normal
Jetzt bestellen! / Jetzt ersteigern!
1
Handhabung (1-20)
11
2
Spieltiefe (1-20)
13
1
Motivation (1-20)
12
  Gesamtwertung
61
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