Star Trek: Away Team handelt
von einer Spezialeinheit der Sternenflotte, unter dem Kommando von Captain
Marcus Refelian, die höchst sensible Aufträge übernimmt,
die die Sternenflotte nicht offiziell ausführen kann. Das Team besteht
aus einer ganzen Reihe von Offizieren, die Spezialisten auf ihrem jeweiligen
Gebiet sind.
Die Story ist erstaunlich abwechslungsreich. Es fängt damit an,
dass das Away Team in seinem ersten Einsatz einen klingonischen "Bird of
Prey" vor den Romulanern rettet. Die weitere Untersuchung des Vorfalls
verwickelt das Away Team immer tiefer in eine Verschwörung, die nicht
nur bis in hohe Positionen der Sternenflotte, sondern auch in den klingonischne
Hohen Rat reicht. Was sich dahinter noch alles verbirgt bleibt in Dunkel
des Weltraums verborgen.
Die Story ist für Star Trek-Laien leider nur schwer nachzuvollziehen,
da feste Strukturen aus dem Star Trek-Universum mit eingewoben sind. So
treten zum Beispiel auch Figuren aus der Enterprise Crew (Picard &
Co.) auf. Dennoch ist das eigentliche Spiel sicher auch für "nicht
Trekkies" interessant.
Teamwork
Wie schon gesagt gibt es mehrere Teammitglieder, dreizehn um genau zu sein.
Hinzu kommen in der einen oder andren Mission noch bekannte Personen aus
der Star Trek-Welt, die man z.B. befreien oder irgendwohin eskortieren
muss. Bei der Teamauswahl sind mehrere Dinge zu beachten. Die Anzahl der
Teilnehmer einer Mission wird durch den Platz im Transporter begrenzt.
Man sollte Fähigkeiten und Equipment der Spezialisten genau auf den
Nutzen für die Mission prüfen. Dies wird ein wenig vereinfacht
durch eine Liste mit benötigten und empfohlenen Gegenständen
für die Mission. Ist das Team dann zusammengestellt kann's auch schon
losgehen.
In der Mission lassen sich die Figuren mit der Maus steuern. Wer
Commandos
oder Echtzeit-Strategie Spiele gespielt hat, wird sich leicht zurecht finden.
Die Gegenstände und Fähigkeiten lassen sich über aus einer
Inventarleiste auswählen. Individuelle Fähigkeiten oder Gegenstände
der Figuren lassen sich auch auswählen und nutzen, wenn mehrere Figuren
selektiert sind.
Es gibt drei Bewegungsmodi die individuell oder für die aktuelle
Gruppierung gewählt werden können. Dabei kann es spielentscheidend
sein, welcher Modus ausgewählt ist. Beim
Rennen ist man zwar
sehr schnell, aber man erzeugt auch laute Geräusche, die Gegner in
der Nähe sofort auf den Plan rufen. Wenn man
Gehen wählt,
kann man relativ nah an Gegner herankommen ohne bemerkt zu werden, aber
sich direkt hinter Gegner schleichen kann man nur durch
Kriechen.
Ähnlich wie beim offensichtlichen Vorbild Commandos lassen sich
die Sichtbereiche einzelner Gegner, sowie die eigenen Geräuschreichweiten
anzeigen.
Kein Spiel für Rambos
Vor Beginn der Mission erhält man eine kurze Einweisung in die Situation.
Die Missionen gestalten sich unterschiedlich schwer. Gemeinsam haben aber
fast alle, das wildes Drauflosballern die Mission erschwert. Viele Missionen
verlangen sogar, die Gegner weitestgehend zu verschonen, außerdem
sollte man so gut wie immer versuchen nicht bemerkt zu werden. Heimlich,
still und leise ist daher meistens die Strategie, die zum Sieg führt.
Wie schon gesagt reagieren die Gegner äusserst empfindlich, und
bevor man sich's versieht hat man es mit einer ganzen Truppe zu tun. Besonders
fies sind in dieser Hinsicht die "Borg" (keine Schweden), die das Team
solange ignorieren, bis es eine Gefahr darstellt. Danach hat man für
gewöhnlich alle Blechbubies gegen sich. Und wie sich das gehört
kann man nur ein paar mal auf die Jungs schiessen, bevor sich ihre Schilde
angepasst haben. Danach sieht es für gewöhnlich ganz düster
aus.
Generell verhalten sich die Gegner einigermaßen intelligent.
Sie suchen sich zum Beispiel eine bessere Schußposition, wenn sie
das Team verfehlen. Betäubte Gegner versuchen, sofort nachdem sie
wieder bei Bewusstsein sind, herauszufinden, was mit ihnen passiert ist
und geben Alarm, wenn sie das Team vorher gesehen haben.
In kritischen Situationen bietet das Spiel eine Pause-Funktion. Während
der Pause kann man die weiteren Schritte planen, die danach ausgeführt
werden. Besonders wenn mehrere Aktionen gleichzeitig ausgeführt werden
müssen ist diese Funktion sehr nützlich. Sie kann optional automatisch
aktiviert werden, wenn der Gegner einen Treffer landet.
Insgesamt sind die Missionen anspruchsvoll aufgebaut und können
sicher auch erfahrenen Spielern Kopfzerbrechen bescheren.
Technik des 24. Jahrhunderts?
Antwort: Nein, Away Team kommt eher altbacken daher. Wie Commandos betrachtet
man die Aktion aus einer isometrischen Perspektive, die nun wirklich keine
technische Meisterleistung darstellt. Die Level sind offenbar am Reissbrett
konstruiert, passen aber durchaus in die Star Trek-Welt. Hin und wieder
gibt es auch dekorative Elemente, aber meistens sind Gebäude und Umwelt
recht schlicht gehalten.
Leider sind die Figuren ziemlich klein und lassen sich dank einheitlicher
Uniformierung nur schwer auseinanderhalten. Die Bewegungen der Figuren
sind ebenso einheitlich. Auch der Zoom-Modus erweist sich als wenig brauchbar.
Zoomt man nah heran, verpixelt alles und man kann auch nicht mehr erkennen
als vorher. Zoomt man heraus, hat man ein bißchen mehr Übersicht,
aber nicht genug, um den Zoom sinnvoll werden zu lassen. Die spärlich
gestreuten Effekte wirken nicht so richtig überzeugend und stehen
meiner Meinung im krassen Gegensatz zu den Star Trek Fernsehserien.
Einigermaßen gut gelungen sind Musik und Sounds. Die Musik ist
stimmig und unterlegt das Spiel mit einer guten Atmosphäre. Dabei
wirkt sie zu keiner Zeit aufdringlich oder besonders mitreißend,
sondern sorgt nur für die richtige Stimmung. Die Sprachausgabe ist
soweit auch in Ordnung, besonderes Leckerli sind die original Synchronstimmen
der bekannten Star Trek Charaktere. Ansonsten kommt man in den Genuss der
Sounds, bekannt aus den Fernsehserien.
Abschlussbesprechung
Star Trek: Away Team dringt zwar nicht in Spieleregionen vor, die noch
kein Spieler zuvor gesehen hat, bietet aber eine gleichwertige Alternative
zum Genrekönig Commandos. Technisch und spielerisch tun sich beide
Spiele wenig. Star Trek Fans und Leute die lieber mit futuristischem Gerät
gegen den Gegner vorgehen können beruhigt zugreifen.