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Star Trek: Birth of the Federation
Strategie
von
PC1999
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Hersteller: Microprose
Genre: Rundenbasierte Strategie
getestet von: Michael Mombeck
Test vom: 27.06.99

Geheime Wunschträume und schnöde Realität liegen manchmal lichtjahreweit auseinander, so auch bei folgender Exploration des neuen Microprose "Ich reiß mir das Universum unter den Nagel" - Spiels. Aber urteilt selbst:
Ui toll, ein neues Weltraumstrategical und sogar mit Star Trek-Lizenz. Doch leider, leider nix mit Kirk, Spock und (Ruhe sanft) Pille, aber dafür befinden wir uns immerhin im zweitbesten Star Trek-Universum.
Mal sehen - der Einleitungsfilmschnipsel ist rasch vorbei und wir landen im ersten Optionsmenü, das uns genretypisch und göttergleich die Kontrolle über zahlreiche Startparameter erlaubt. Hier gibt's Parameter für Zivilisationsstufen, Siegbedingungen, Größe und Form (!) der Galaxis und das Auftreten bestimmter Rassen und Ereignisse, wie z.B. eine Invasion der Borg (schauder).Unendliche Weiten...
Der nächste Auswahlbildschirm läßt uns die Wahl zwischen den Völkern der Föderation, Ferengi, Cardassianer, Klingonen und Romulaner. Nun stellen wir uns die Gewissensfrage: Sind wir Weicheier, wählen wir die Förderation mit diplomatischem Geschick, oder sind wir Onkel Dagobert Fans, dann doch lieber die Ferengi, da geschäftstüchtig. Klingonen ballern lieber statt zu quatschen, Cardassianer sind gemeine Ausbeuter und die Romulaner treiben es gerne im Verborgenen. Natürlich wähle ich die Labersäcke der Föderation und starte damit das eigentliche Spiel.
Hmpf - die Grafik reißt nicht gerade vom Stuhl, wenig ansehnliche Menüs - der Mauszeiger ist so ziemlich das einzige, was sich da bewegt. Allerdings ist die Bedienung dank Pop-Up-Hilfe recht schnell erlernt, so daß wir das schon vorhandenen Scoutschiff zum nächsten Quadranten schicken, im Baumenü Fabriken und Farmen in Auftrag geben und die Forschungsparameter einstellen. Im Vergleich zu Master of Orion ist die Ausbau- und Forschungsvielfalt begrenzt und auch die Schiffstypen sind durch die Star Trek-Welt vorgegeben. Nach einigen Spielrunden können wir unser erstes Kolonieschiff zu einem frisch entdeckten Sonnensystem ordern und dort entweder terraformen oder sofort kolonisieren.Und willst Du nicht mein Partner sein...
Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei BOF auf der diplomatischen Interaktion mit zahlreichen kleinen Rassen oder den vier großen Hauptgegnern. Hier ist von Handelsbeziehungen über Freundschaftsverträge, Kriegsbündnissen und Eingliederung bis hin zum Völkermord so ziemlich alles möglich. Auch der Geheimdienst hat, je nach Ausbaustufe, seine ganz speziellen Möglichkeiten, dem Ferengi von nebenan eins reinzuwürgen.
Sollte es dann trotz aller schönen Worte dennoch zum Raumkampf kommen, wird die eigene, hoffentlich vorhandene, unbesiegbare Armada den Plastikraumern der feindlichen Aggressoren gegenübergestellt. Trööt - das muß man doch besser hinkriegen. Krümelig und ein wenig unübersichtlich beharken sich die Flotten entweder manuell oder automatisch berechnet. Schön ist das nicht, da schieben auch diverse Kameraeinstellungen oder taktische Finessen diesen Part nicht in den grünen Bereich.
Die Föderation wächst und gedeiht, einige neue Mitglieder wurden gewonnen und so langsam artet die Verwaltung des Imperiums ein bischen in Arbeit aus - aber das kennt man ja auch aus anderen Spielen. Der Weg ist das Ziel und das hat man sicherlich nicht an einem Abend erreicht. Schön ist, daß man auch in Kooperation mit einer anderen Rasse das Spiel gewinnen kann. "Weicheier, Weicheier", höre ich da die Klingonen rufen.

Systemanforderungen: P166, 16 MB RAM, 160 MB freier Platz auf der Platte

Fazit: Mein Gott, warum soll man dem Spiel keine Chance geben? Grafisch wird wirklich wenig geboten, aber alle Trekkis und Master of Orion Fans sollten mal ein bißchen Probe spielen.
 
1
Präsentation (1-20)
11
Grafisch kann man auch von strategischen Spielen heute viel mehr erwarten. Vereinzelte Sprachausgabe, der Soundtrack und die startrektypischen Blieps sind völlig in Ordnung.
1
Handhabung (1-20)
14
Gut erlernbar, viel Menükram, später wird`s dann etwas unübersichtlich. Den Raumkampf überläßt man besser dem Compi.
2
Spieltiefe (1-20)
15
Nicht bodenlos aber ausreichend, es muß ja nicht immer zu schwierig werden.
1
Motivation (1-20)
17
Das Kolonisieren und Erobern macht durchaus Spaß, Bonuspunkte für das Star Trek-Ambiente.
Gesamtwertung
72
Spock würde es spielen, Kirk nur vielleicht.

 
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