Wieder einmal muß ein 3D-Shooter
ins Testlabor, diesmal AvP. Wenn man sich etwas mit PC-Spielen beschäftigt,
dann sollte einen der Titel schon vor diesem Test bzw. vor der Veröffentlichung
etwas gesagt haben. Noch mehr als bei anderen Spielen dieser Art ist die
Vorfreude der Killer-Gemeinde zu spüren gewesen, was nicht ganz unberechtigt
ist ...
Worum geht's? Im Spiel kann man
sich aus 3 Charakteren einen auswählen, in den man schlüpft und
dann nach bewährter Manier alles ins Nirwana schickt, was die Level
hergeben. Soweit nichts Neues, aber die Charaktere haben es, wie der Titel
schon sagt, in sich. Zur Auswahl stehen der Predator, das Alien und ein
Marine. Für den ganz unerfahrenen Leser die Übersetzung, die
sich aus den zugehörigen Filmen ergibt:
Der Predator ist ein Außerirdischer,
der andere Spezies jagt, wie Menschen Tiere jagen.
Das Alien ist ebenfalls außerirdisch,
erinnert an ein Insekt, hat Säure als Blut und nutzt Körper anderer
Spezies als Nahrung und als Brutstätte.
Der Marine ist ein Mensch. Seine
Ausrüstung im Spiel geht auf die Alien- und Predator-Filme zurück.
Die Umsetzung der Eigenschaften
jedes Kriegers ist außergewöhnlich gut gelungen. Der Predator
kann sich tarnen und wird dadurch fast unsichtbar für menschliche
Gegner. Vorsichtiges Anschleichen und Nahkampf ist für ihn bei Menschen
relativ leicht. Doch auch die Fernwaffen des Predators sind äußerst
realistisch adaptiert worden. Besonders erwähnenswert ist seine Schulter-Plasmakanone.
Diese Waffe ist mit dem Helm des Predators gekoppelt. Der Helm bietet unterschiedliche
Sichtmodi, die spezifische Gegner hervorheben, also einen für Menschen,
einen für Aliens ... Wenn in einem Modus ein Gegner ins Sichtfeld
kommt, zielt die Schulterkanone automatisch darauf. Natürlich ist
es Pech, wenn man einen Alien im Menschenmodus begegnet, man sieht es äußerst
schlecht und kann mit der Plasmakanone nur sehr begrenzt darauf schießen.
Bis man umgeschaltet hat, ist man auch schon zum Hauptgericht geworden.
Weiterhin verfügt der Predator über mechanische Waffen. Eine
sehr effektive Harpune und eine Disc, die wie ein Bumerang funktioniert.
Mit der Harpune kann man schon mal den Kopf des Gegners abtrennen und ihn
gegen eine Wand nageln. In der Regel ist der Predator relativ komplett
ausgestattet und findet in den Levels lediglich Energie, die er für
seine Waffen benötigt.
Die körperlich schwächste
Spezies ist in diesem Spiel der Mensch. Damit er überhaupt gegen die
Außerirdischen bestehen kann, muß er sich mit diversen Utensilien
ausrüsten. Neben Panzerung und Nachtsichtgerät zählt dazu
insbesondere der Motion-Tracker, den die Fans aus dem zweiten Alien Film
kennen. Dieses Gerät zeigt alle Bewegungen vor einem an. Das ist bei
getarnten Predators oder den sehr schnellen Aliens die einzige Möglichkeit,
sich auf den anrückenden Feind vorzubereiten.
Natürlich muß die Schwäche
des Menschen auch im Kampf ausgeglichen werden. Dazu stehen dem Marine
eine ganze Reihe von Waffen zur Verfügung, die er innerhalb eines
Levels finden kann: Gewehre, Granatwerfer, Raketenwerfer, etc. Der Marine
kann auch Minen legen und so Fallen aufbauen oder seinen Rücken decken.
Die aus Filmen bekannten Waffen sind auch hier ausgezeichnet übernommen
worden.
Das Alien ist der primitivste Charakter.
Ihm stehen keine Waffen zur Verfügung. Sein Körper muß
seine Waffe sein. Es ist äußerst schnell und kann sich auch
an den Wänden und der Decke bewegen. Durch seine schwarze Haut ist
es in dunklen Ecken gut getarnt. Eine Standard-Strategie für das Alien
ist, auf den Gegner zu warten und ihn von hinten zu erlegen, üblicherweise
durch einen Biß oder Schlag mit dem Schwanz. Eine andere Taktik ist
den Gegner schnell anzugreifen, bevor er reagieren kann. Das wichtigste
ist dabei, den 'weiten Sprung' zu beherrschen, der dem Opfer keine Zeit
läßt. Wird das Alien im Nahkampf verwundet, richtet sein Säureblut
weitere Schäden beim Gegner an. Das Alien regeneriert sich durch den
Verzehr toter Gegner ... Es sieht selbstverständlich durch Panorama-Augen
und dieser Effekt ist spitze umgesetzt. Was bei Dungeon-Keeper 1 noch mehr
Alibi als Simulation war, setzt AvP Maßstäbe für diesen
Sichtmodus.
Auf die beschriebenen Eigenschaften
jedes Charakters muß man sich einstellen. Nur wenn die Kampf-Strategie
zur ausgewählten Figur paßt, kann man Erfolg haben. Und das
macht den Reiz des Spiels aus. Nie zuvor hat man sich wie ein Alien gefühlt,
wie ein Predator gejagt oder wie ein Space-Marine verteidigt. In diesem
Spiel ist das alles drin. Das wird auch vom Leveldesign unterstützt.
Die Level bieten eine ganze Reihe Filmhistorie. Ob nun die Bleischmelzanlage
aus Alien3 oder die Kolonie aus Alien2, alles ist drin. Wer die Filme kennt,
wird einen hohen Autentizitätsgrad erkennen. Die Level sind für
jede Spezies spezifisch und können in drei Schwierigkeitsgraden gespielt
werden. Wie immer autorisiert das Beenden eines Levels in einem bestimmten
Schwierigkeitgrad den Zugangs zum nächsten Level im selben Schwierigkeitsgrad.
Dabei bilden die Level teilweise eine Geschichte und bauen aufeinander
auf.
Und damit kommen wir zum einzigen
Wehrmutstropfen des Spiels. Im Gegensatz zu anderen 3D-Shootern kann man
nicht selber eine Spielstand speichern und laden. Nur wenn ein Level beendet
wird, speichert das Spiel automatisch. In der Regel sind die Level relativ
klein, so daß nochmaliges Durchspielen relativ schnell geht. Doch
wenn man zum fünften mal an der gleichen Stelle kurz vor Levelende
drauf geht, prüft das Wiederholen des gesamten Levels die Frustrationstoleanz
des Spielers. Richtig Freude kommt im Multiplayer-Modus auf, wenn man mit
unterschiedlichen Figuren, also auch Taktiken, gegeneinander antritt. Besonders,
wenn die Spieler sich richtig mit dem gewählten Charakter identifizieren
und sich tolle Strategien überlegt haben, macht das Gefecht mit Freunden
echten Spaß.
Die Grafik bietet technisch gesehen
nichts überwältigendes und ist von der Engine vielleicht mit
Requiem zu vergleichen. Allerdings sind mir bei AvP keine kleineren Fehler,
z.B. schwebende Leichen o.ä. aufgefallen. A propos Leichen, die verschwinden
bei AvP nach einigen Sekunden, als Purist finde ich das etwas unschön.
Auch die Aliens sehen aufgrund ihrer Geschwindigkeit nicht unbedingt optimal
aus und das spritzende Blut der Gegner erinnert teilweise eher an einen
Comic als an realistisches Abbluten eines toten Opfers. Doch AvP holt diese
Nachteile durch den guten Einsatz der Engine wieder raus. Wie schon oben
beschrieben bieten die unterschiedlichen Sichtmodi sowie die Alien-Sicht
ein unbeschreibliches Realitätsgefühl. Die Gegner sind i.a. recht
gut animiert und, wie alles andere im Spiel, hervorragend aus den Filmen
adaptiert.
Das trifft auch auf den Sound zu,
der deutlich an die Filme erinnert. Leider fällt er an einigen Stellen
etwas zu dünn aus, man wünscht sich manchmal etwas mehr düstere
Musik. Die Geräusche der Waffen und Figuren sind allerdings hervorragend.
Die Steuerung ist eingängig.
Leider sind einige Funktionen mit Tasten belegt, die auf der deutschen
Tastatur nicht direkt angesprochen werden können, z.B. '['. Das Spiel
interpretiert die Kombination dann als <alt> <8> und nicht als '['.
Etwas Umkonfiguration ist also nötig, bevor man so richtig loslegt.
Wenn man sich nicht anpassen will, ist das in jedem Fall nötig, wer
drückt schon <strg>, um sich zu ducken? Zum Glück ist alles
konfigurierbar, und das auch noch für jeden Charakter einzeln! Wenn
man sich die Mühe gemacht hat, alles anzupassen, kann's dann so richtig
losgehen. Noch ein Wort zur Steuerung des Alien. Hier haben sich die Entwickler
eine hervorragende Variante zum Laufen an allen Wänden einfallen lassen.
Ob man sich nun auf dem Boden, an einer Wand oder an der Decke bewegt,
macht kaum einen Unterschied. Auch der Wechsel zwischen diesen Oberflächen
stört das Alien wenig, den Spieler auch nicht. Diese Umsetzung ist
wirklich einzigartig!
Eine kurze Bemerkung zu den Systemanforderungen:
Wer die unten angegebenen Anforderungen nur knapp erfüllt, sollte
sich den Kauf nochmal überlegen. Das Spiel frisst an einigen Stellen
relativ viel CPU-Zeit. Diese Stellen sind allerdings rar gesät, so
daß die CPU nicht unbedingt den Engpaß bildet. Anders sieht
es da schon beim Hauptspeicher aus. 64 MB sind Pflicht, doch auch dann
hängt AvP noch an der einen oder anderen Stellen. Richtig flüssig
wird es erst ab 128 MB aufwärts.
Systemanforderungen: P200
MMX, 32MB, D3D-Karte mit 4 MB
Fazit: Fox Interactive liefert
mit AvP einen 3D-Shooter der Extraklasse. Die ausgewählte Hintergrundgeschichte
und deren Umsetzung lassen das Herz jedes Action-Film-Fans höher schlagen.
Unbeschreiblich ist der Adrenalin-Stoß, der einen durchfährt,
wenn man ein Alien unter der Decke zu spät bemerkt. Das hat bisher
kein anderes Spiel dieses Genres derart gut geschafft. Durch die unterschiedlichen
Charaktere kann und muß man sich in die Rolle der gewählten
Figur versetzen, was höllischen Spaß macht. Jeder, der die Alien
und Predator Filme liebt, muß dieses Spiel antesten. Auch 3D-Shooter-Fans
werden ihre wahre Freude an AvP haben, obwohl die Taktik nicht unwichtig
ist. Damit wird AvP zur Kaufempfehlung für eine sehr große Zielgruppe.
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2
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Präsentation
(1-20) |
18
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Die
Animation der Blutspritzer und Lücken im Sound drücken die Wertung
etwas. |
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1
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Handhabung
(1-20) |
18
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Gut
gelöst, besonders beim Alien. Abzüge für die schlechte Vorbelegung. |
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1
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Atmosphäre
(1-20) |
20
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Kein
3D-Shooter wird dem Fan in nächster Zeit ähnliches bieten. |
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1
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Motivation
(1-20) |
16
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Kein
Speichern, dafür kurze Level. Das nervt teilweise. |
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Gesamtwertung |
90
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Für
jeden Actionfan einfach Pflicht! |