200 Jahre ist es her, dass Kain mit seiner Vampirarmee das Land Nosgoth überrollte und unterwerfen wollte. Von Erfolg gekrönt war sein Krieg jedoch nicht und Kain wurde durch Lord Sarafan besiegt. Kains Niederlage läutete für die verbleibenden Vampire ein Zeitalter der Verfolgung durch die Sarafanen ein, so dass der Clan der Cabal Kain aus seinem 200jährigen Schlaf erweckte.
Das Spiel beginnt mit einem Kain, der in seinem langjährigen Schlaf fast seine gesamte Vergangenheit vergaß und deutlich an Stärke eingebüßt hat.
Auf RachefeldzugDamit Kains Rachefeldzug gegen Lord Sarafan Erfolg haben kann, ist es Aufgabe des Spielers Kains alte Stärke wiederherzustellen. Dazu durchstreift Kain abwechslungsreiche Level und erledigt verschiedene Aufträge für die Cabal.
Natürlich haben die Schergen Sarafans und Sarafan persönlich etwas dagegen, dass Kain sich erholt und so muss er sich seiner Haut gegen menschliche Gegner, Dämonen und übergelaufene Vampire erwehren. Stehen für die reichlichen Kämpfe anfänglich nur die Klauen Kains zur Verfügung, kann er im späteren Spielverlauf Schwerter und Äxte nutzen, die von besiegten Gegnern hinterlassen werden oder in den Levels gefunden werden können.
Die Kämpe sind leicht zu steuern. Kain wendet sich automatisch seinen Gegnern zu und blockt durch einfachen Tastendruck Angriffe oder führt Attacken aus.
Das vampirübliche Aussaugen des Blutes aus besiegten Gegnern frischt die in den Kämpfen verlorenen Hitpoints wieder auf. Die Wiederherstellung der Gesundheit ist nur ein Aspekt des Blutsaugens, zusätzlich führt dieses zu einer dauerhaften Erhöhung der maximalen Hitpoints.
Dunkle GabenEtwas Abwechslung in die Kämpfe kommt durch „Dunkle Gaben“, die Kain sich nach und nach aneignet. So kann er sich im Nebel verstecken und an Gegner heranschleichen. Gelingt es Kain direkt in den Rücken des Gegners zu gelangen, sind Special Moves möglich, die Gegner sofort erledigen. Durch jeden Angriff eines Gegners den Kain blockt, lädt sich ein „Zornesbalken“ auf. Dieser kann als „Raserei“ entladen werden und es werden nicht zu blockende Angriffe ausgeführt.
Neben den Kämpfen warten in Blood Omen 2 genreüblich auch Rätsel auf den Spieler. So müssen Kisten verschoben werden, um Türen oder Tore am Schließen zu hindern und die obligatorischen Schalterrätsel sowie Hüpfeinlagen fehlen ebenfalls nicht.
Auch zur Bewältigung der nicht sonderlich schweren Rätsel stehen die „Dunklen Gaben“ zur Verfügung. Weit entfernte Bereiche können durch die weiten Sprünge der Gabe „Springen“ erreicht werden und per „Bann“ Gegner gesteuert werden, die sich in Bereichen befinden, zu denen Kain keinen Zugang hat.
Die in unregelmäßigen Abständen stattfindenden Kämpfe gegen Zwischengegner können ohne den Einsatz der sieben „Dunklen Gaben“ nicht bewältigt werden.
Ohren- und AugenschmausWährend in vielen Spielen keine Synchronisation für den deutschen Markt erfolgt und lediglich Untertitel eingeblendet werden, ist die Synchronisation von Blood Omen 2 gut gelungen. Die professionellen Sprecher wie die deutsche Stimme von Nicolas Cage können überzeugen und sorgen für Stimmung in den Zwischensequenzen, die in Ingame Grafik ablaufen. Die Musikuntermalung passt hervorragend zum Thema des Spiels, ist nicht aufdringlich und nervt zu keiner Zeit.
Die Grafikengine kann ebenfalls überzeugen. Auch wenn mehr Details nicht geschadet hätten, wird die Stimmung des Spiels beim Streifen durch Festungen, Städte, Schluchten und in den Kämpfen gegen die unterschiedlichen Gegnerarten gut transportiert.
Was bleibt?Das übliche Problem, mit dem sich PC Spieler bei Konsolenumsetzungen herumärgern müssen, ist die Speicherfunktion. Gespeichert wird nicht der aktuelle Stand des Spiels, sondern der letzte erreichte Speicherpunkt. Nicht nur, dass das Spiel dadurch unnötig in die Länge gezogen wird, weil man mehrere Kämpfe wiederholen oder sich kleinere Zwischensequenzen ansehen muss, die natürlich nicht abgebrochen werden können, es verschwindet auch die Waffe, die Kain im Besitz hatte.
Durch die gelegentlich überzogene Gewaltdarstellung im Spiel ist Blood Omen 2 definitiv kein Spiel für Kinderhände.