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Planescape Torment
Rollenspiel
von
PC2000
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Aktuellste News zum Spiel

Wenn der Sandmann dreimal klingelt
Schlafen ist schön! Ich kann nie genug davon kriegen. Dieses elende ungemütliche Winterwetter treibt einen aber auch wirklich in die Federn und mit der Hoffnung auf süße Träume schlafen wir mit einem seligen Lächeln ein. Nun entscheidet es sich: Ausgehend von Eurem Glückscharakterwert würfelt Euch das Sandmännchen langweilige Träume (Testbericht für Tomb Raider 14 schreiben), schöne Träume (Testbericht für Diablo 2 schreiben), oder feuchte Träume (Testbericht unter einem Lustobjekt meiner Wahl schreiben). Aber es gibt auch diese finsteren, unheimlichen und bösen Träume, Träume die Angst machen und nicht enden wollen.

Welcome to my nightmare

Nun stellt Euch vor: Ihr werdet morgens mit einem seltsam leeren Gefühl im Kopf  wach und das erste was Ihr wahrnehmt, ist ein in der Luft schwebender grinsender Totenschädel, der lässig seinen letzten verbliebenen Zahn in die Luft schnippt. Während Ihr Euch mühsam von dem harten Steinblock erhebt, nehmt Ihr Euren gräßlich vernarbten leichenhaften Körper wahr. Verdammt, Ihr könnt Euch wirklich an nichts erinnern, selbst Euer Name ist Euch entfallen. 
Ich bin mir ziemlich sicher, das ich damit das übliche Morgengrauen eines typischen GameCaptain-Lesers beschrieben habe. Freut Euch, hier kommt ein Rollenspielknaller genau für diese exquisite Zielgruppe.

Mit der Baldurs Gate Engine im Rücken wird hier ein Rolli ganz besonderer Prägung an die Zombies, pardon Computerspieler, gebracht. Anstatt der üblichen Goblins, Orks und Drachen warten hier Ghule, Schädelratten und geisterhafte Erscheinungen auf den namenlosen Helden. Auch die Spielumgebung erinnert mit ihrem Müllhalden, Slums, Katakomben und den permanenten Ekeleinlagen eher an diverse 3D-Shooter als an die sonst üblichen Fantasyszenarien. Nichtsdestotrotz ist Planescape, eine durch Dimensionstore verbundene Welt von geisterhaften Ebenen, ein nach AD&D-Regeln aufgebautes Rollenspieluniversum mit den allseits bekannten Charakterwerten und -klassen, dem Stufenaufstieg, den verschiedenen Gesinnungen (chaotisch bitterböse bis schmuse suberlieb) und einer zünftigen Party. 

Die etwas andere Party

Habe ich zünftige Party gesagt? Vielleicht wäre bizarr oder suspekt treffender. Morte, den schwebenden Totenschädel kennt Ihr bereits. Morte bekämpft seine Gegner vornehmlich mit seinem vorlauten Mundwerk und seinem Gebiß, äh Zahn. Dak`kon ist ein Kämpfer/ Magier aus dem Volk der Githzerai mit dem Aussehen eines alten Vampirs und einer nebelhaften Vergangenheit, Annah eine rattenschwänzige Lumpensammlertochter, oder wie wäre es mit einem hübschen Sukkubus? 
Unser Held, der Namenlose, schießt sicherlich den Vogel ab: Untot, vernarbt, bedeckt mit rätselhaften Tätowierungen ist er ein Mann ohne Gedächtnis auf der Suche nach seiner Vergangenheit. Hübsch ist er sicherlich nicht, aber dafür ist er auch nicht so leicht auszuschalten. Wenn er nicht gerade atomisiert oder verdaut wird, erwacht er nach seinem Ableben immer am Beginn des jeweiligen Spielabschnitts mit all seinen Besitztümern und voller Punktzahl. Seine natürliche Regenerationsfähigkeit baut verlorene Trefferpunkte allmählich wieder auf und gnädigerweise beginnt er das Spiel als Krieger der dritten Stufe. 
Nachdem er sich am Ort seines Erwachens, der örtlichen Leichenhalle, umgesehen hat, den ersten kleinen Auftrag erledigt (Nadel und Garn für eine Leichenflickerin besorgen!) kann er in Sigil, der Stadt zwischen den Ebenen, die auch die Stadt der Tore genannt wird, herumspazieren. 

Der Blickwinkel von schräg oben erinnert an Baldurs Gate ist aber näher dran. Einige dumme Sachen wurden leider auch übernommen, so ist das Auffinden von Eingängen manchmal etwas mühsam, dafür wurde die Wegfindungsroutine dezent verbessert. Das Spiel wird für meinen Geschmack durch zu viele Nachladephasen unterbrochen, das Betreten jeder noch so kleinen Location ruft den Loadingbildschirm auf den Plan. Die handgemalte, gute Grafik ist sehr detailliert und erfordert mehr als einen Blick um alle Einzelheiten zu erfassen und um die räumliche Anordnung aller Bildelemente zuzuordnen. Die Animationen der Akteure sind flüssig und wirken befriedigend "echt", es entsteht der Eindruck einer lebendigen Umgebung. Die Helden können auch einzeln agieren, rennen, beim untätigen Herumstehen gibt's einen dummen Spruch oder "gelangweilte" Animationen. Genau wie bei Baldurs Gate können Kampfsituationen angehalten werden um Anweisungen zu geben, Zaubersprüche werden ausgewählt oder es wird auf den "Gürtel" zugegriffen. Bei derlei Aktionen kann ein kleines Hilfsmenü eingeblendet werden. 
Der Schwerpunkt bzw. der Belohnungsfaktor durch Erfahrungspunkte, liegt aber bei den Arbeitsaufträgen und den teilweise sehr ausführlichen Gesprächen. Es wird ausnehmend viel geschwätzt, der Intelligenzwert des Helden hat direkten Bezug zur Anzahl der Dialogoptionen, halt wie im richtigen Leben. Die Dialoge sind interessant zu lesen, gut lokalisiert und manchmal angenehm gewitzt. Gerade zu Beginn des Spiels stürzt eine Vielzahl an Informationen und Aufträgen auf den verwirrten Spieler nieder und der nichtlineare Aufbau führt zu einer gewissen Desorientiertheit, aber das paßt ganz gut zur Situation des Namenlosen. 
Nach ein paar Stunden Spielzeit lichtet sich das Chaos und man kann richtig schön in diese seltsame Welt eintauchen. Dabei seien sensible Naturen gewarnt, das Spiel glänzt mit rabenschwarzen Humor und schreckt auch vor minutiös beschriebenen ekeligen Aktionen nicht zurück. So kann der Held seine Körperteile bei Bedarf gegen "bessere" austauschen, bei einer alten Leichenfledderin läßt er seine Eingeweide nach versteckten Gegenständen absuchen. Beides, den gefundenen Ring und sein Gekröse, kann er hernach im Inventar spazierentragen. 
Die Aufträge laufen nach bekannten Muster ab: Erledige für A einen Job, vernichte oder kontaktiere B, gehe weiter nach C, komme zurück nach A und gehe nicht über Los. Da es sich aber teilweise um äußerst merkwürdige Aufgaben handelt, bleibt die Geschichte sehr unterhaltsam und spannend. Kleine Kostprobe? Tief unter der Erde begegnet der Namenlosen einem verwirrten Skelett, das sich den Kopf über ein wirklich schwieriges Rätsel zerbricht. Ein paar Schritte weiter steht ein kicherndes Skelett, mit dem wir erst in einen Rätselwettstreit treten müssen, bevor er uns des Rätsels Lösung verrät. Oder die Geschichte von der Dimensionsreisenden, die seit 30 Jahren durch keine Tür mehr geht, nur durch unsere Connections findet sie den Weg nach Hause. Als Belohnung erhält Morte einen neuen Satz Zähne! 
Auch das praktische (wie immer zu kleine) Inventar enthält Absonderlichkeiten: Rattenschwanztalismane, Arme, die man auch als Keulen benutzen kann, Balsamierungsöl, versteinerte Blutstropfen und natürlich auch schon mal den Kopf eines Verräters.
Eine übersichtliche, beschreibbare Karte sorgt für den nötigen Überblick und durch ein sehr überzeugendes Tagebuch und Journal, nebst Monsterlexikon kann man auf eigene Notizen fast völlig verzichten. Sehr komfortabel.
Und was gibt`s zu hören? Die Musik ist sphärisch unauffällig und paßt sich dem Spielgeschehen an. Neben den durchschnittlichen  Hintergrundgeräuschen meldet sich ab und an ein Partymitglied oder ein NPC zu Wort. Das ist zwar recht sparsam, aber von befriedigender Qualität. 
Die wenigen Bugs (manchmal ruckelnde Grafik, fehlende Positionsmarker) scheinen durch den frisch erschienenen Patch behoben worden zu sein. Damit dürfte es, außer mangelnder Kohle, kaum noch eine Entschuldigung geben, das Spiel im Regal stehen zu lassen oder um beim Torment - Jargon zu bleiben: Hört auf mit der Knochenschüssel zu klappern und schiebt den nächsten Schlepper das nötige Klimper rüber!

Tschuldigung, darf ich mal durch?
So sieht also ein Staubmensch aus!
Na, auch am verrotten?
Dumm `rumstehen macht auch mal Spaß
Fazit: Abgedrehte Monsterhatz mit epischen Ausmaß für untote Gamer.  Das Rollenspiel der Jahrtausendwende!
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Präsentation (1-20)
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Systemanforderungen:  
Minimum:  P 200 MMX, 32 MB, 4MB Grafikkarte
Empfohlen: PII 266, 64 MB
Platz auf HD: 650 MB - 800 MB
Schwierigkeitsgrad: normal-hoch
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Handhabung (1-20)
17
2
Atmosphäre (1-20)
19
1
Motivation (1-20)
18
  Gesamtwertung
90
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