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Test: Septerra Core


 
Fernöstliche Punks
War Science Fiction und Fantasy nicht erst seit Altmeister Tolkien eine Domäne des angelsächsischen Sprachraums, erleben wir seit einigen Jahren auch in Deutschland die asiatische Begeisterung für märchen- und heldenhafte Erzählungen. Manga, Anime, Sailor Moon, Final Fantasy, Nasi Goreng - mit all dem muß sich der konservative Monsterklopper erstmal anfreunden. Auch mit dem Helden- bzw. Schönheitsideal kann nicht jeder auf Anhieb etwas anfangen. Knappgeschürzte 14jährige mit blauen Haaren, übergroßen Kulleraugen und dicken Möps... Tschuldigung, ich bin eben ein alter Sack und allem Neuen gegenüber nur beschränkt aufgeschlossen. Wie auch immer, der Stoff der da auf uns Rollenspieler zurollt, ist auf jeden Fall bemerkenswert und verspricht Abwechslung von sattsam bekannten Klischees. Septerra Core bietet uns in dieser Hinsicht einiges, mit dezentem Konsolenflair und genug Identifikationsmöglichkeiten auch für Orkverstümmler.

Wer kreist hier um wen?

Eine bizarre Welt ist es, in der Maya, Tori, Grubb und ihre Mitstreiter leben, lieben und kämpfen. Sieben große Kontinentalschollen kreisen, durch ein biomechanisches Rückgrat verbunden, um den sagenhaften Core, einem riesigen Biocomputer. Ein geheimnisvoller Schöpfer schuf einst dieses planetare Kunstwerk und hinterließ im Core sein Vermächtnis, das alle hundert Jahre, aktiviert durch einen konstellationsbedingten Sonnenstrahl, aktiviert wird. Besitzt der glückliche Schatzsucher dann auch noch ein bestimmtes sagenumwobenes Schlüsselpaar, erhält er unvorstellbare Macht um mit jeder Gefahr, die Septerra bedroht, fertig zu werden. 
Leider Gottes ist das Schlüsselpaar seit der Auseinandersetzung zwischen den Halbgöttern Marduk, der das gute Prinzip verkörpert und dem finstren Gemma verschollen. Marduk beschloß nach seinem Sieg, das die Menschen noch nicht reif für die Macht des Schlüsselpaars seien und versteckte die göttlichen Dietriche. Die Halbgötter Dogo, der Trickreiche und Kyra der Engel des Lichts, ergänzen das Götterquartett und verkörpern das Magiekonzept von Septerra. 
Auf jeder schwebenden Landflunder gibt es Wälder, Flüsse, Berge, Städte, kleine Ortschaften und natürlich ihre menschen- und menschenähnlichen Bewohner. Die Bewohner Septerras haben erstaunliche wissenschaftliche Fortschritte im Bereich der Biomechanik gemacht. So wird die heimische Tierwelt, verstärkt durch Roboterkomponenten, als Arbeits- und Reisediener eingesetzt, gewaltige halblebendige Raumschiffe ermöglichen den Verkehr zwischen den Schollen. 

Maya hat so`n Hals!

Zum Zeitpunkt der Handlung macht sich der machtgeile Lord Doskias, ein Mitglied der Rasse der Erwählten, auf, ganz Septerra und schließlich den ominösen Core selbst zu erobern. In seinem Wahn, der rechtmäßige Nachfolger Marduks zu sein, zerstört er ganze Städte, tötet die Bevölkerung und macht auch vor Verbündeten und Freunden nicht halt. Ja, ja - so ein böser Wicht ist dieser Doskias.
Maya wiederum wohnt "eine Scholle tiefer" und verdankt ihr Waisendasein einer der früheren Aktionen Doskias bei der ihre Eltern ums Leben kamen. Die gewalttätige Jagd nach den Schlüsseln, dem Core und dem ganzen Rest vertreibt auch sie aus ihrer Heimatstadt und zusammen mit ihren treuen Kameraden will sie a: Doskias stoppen, b: Rache nehmen und c: das Schwein töten. 
Zuerst stiefelt Maya noch allein durch die Gegend, aber schon bald gesellen sich zwei Helfer hinzu, der technisch versierte Bastler Grubb und sein "Hund" Runner. Die Standardstärke der Party besteht aus drei Mitgliedern, insgesamt neun NPC`s können im Verlauf des Spiels eingestellt werden. 
Die Fortbewegung und die Bedienung der Menüs erfolgt komfortabel über die Maus, das Ergebnis läßt manchmal etwas zu wünschen übrig. An einigen engen Stellen, insbesondere wenn Partymitglieder im Wege stehen, gerät die gute Maya furchtbar ans Zappeln wenn sie nicht weiterkommt, hier hilft eine kurze Umgruppierung. Der sichtbare Umgebungsausschnitt ist recht klein, dafür sind die Sprites etwas größer geraten. In den Städten und Gebäuden sieht man seine Lieben von einem leicht erhöhten Beobachtungsposten aus, in der Regel von hinten aber es gibt auch Seitenansichten. Dummerweise läßt sich der Bildausschnitt nur durch die Bewegung der Party verschieben, so das ich mir nach der scrollbaren Karte von Planescape Torment etwas eingeengt vorkam. 
Nach Verlassen der Städte kommt man auf die jeweilige Kontinentenkarte und die nunmehr winzige Party wird recht unspektakulär durch die Landschaft zur nächsten Location geführt. Die abwechslungsreiche Hintergrundgrafik brennt zwar kein grafisches Feuerwerk ab, Animationen sind Mangelware, gefällt mir aber deutlich besser als bei Final Fantasy. Eine sehr spartanische, nicht beschreibbare aber mit ihren Rißzeichnungen recht übersichtliche Levelkarte, kann zumindest eine passable Orientierung bieten. Die comichaft in Szene gesetzte Party paßt stilistisch nicht ganz zu den eher "realistischen" Hintergründen, störend ist das nicht, lediglich die nur mäßigen Animationen der Helden sind etwas arm. 

Macht kaputt was Euch kaputt macht

Natürlich gibts es für Maya und Anhang  jede Menge Möglichkeiten sich und ihre Fertigkeiten im Kampf zu beweisen. Meistens sieht man die Gegner, bedingt durch die mangelhafte Übersicht, kurz bevor man in sie hineinläuft. Theoretisch ist es zwar möglich manchen Kämpfen durch Umgehung der Gegner aus dem Weg zu gehen, aber das klappt eher selten. Kommt es nun tatsächlich zu einer Auseinandersetzung, werden die Beteiligten automatisch umeinandergruppiert und der Countdown beginnt. Jedes Partymitglied hat eine sich langsam füllende dreiteilige Zeitleiste, deren Abschnitte für einen jeweils effektiveren Angriffszug stehen. Mit Mausklick auf das Heldenicon hält die Zeit an und wir haben die Wahl zwischen dem Gebrauch der jeweiligen Waffe, einem Zauberspruch, der Einnahme eines Stärkungsmittels oder einem schmachvollen Rückzug. 
Die Zaubersprüche werden übrigens über noch zu findende Karten und die sogenannte Coreenergie (Mana für Techniker) gesteuert und können miteinander kombiniert werden. Beim Kampf sind die optischen Effekte ganz ordentlich, auch die Gegner wissen mit variantenreichen Specialmoves und Tricks zu gefallen. Durch die nur schwer vorhersagbaren Angriffe der Monster und der eigenen Wahlmöglichkeit schnelle, schwache Angriffe oder starke, zeitintensivere Angriffe zu inszenieren, kommt eine ganz spannende Dynamik ins Spiel. Nach dem hoffentlich erfolgreichen Gemetzel werden Erfahrungspunkte, Gold und ab und an hilfreiche Gegenstände verteilt. Netterweise können während des Kampfes niedergestreckte Kollegen hernach wiederhergestellt werden. Überhaupt scheint man in der Septerrawelt nicht allzu schnell das Zeitliche zu segnen. So tauchen an vielen Stellen bereits besiegte Monster wieder auf (Oh Mann, das fand ich schon immer absolut nervtötend) und auch diverse Zwischenmotze müssen öfter umgehauen werden. 
Etwas enttäuschend für Hardcorerollenspieler ist die Vergabe der neuen Eigenschaftspunkte beim Levelaufstieg, die findet nämlich automatisch statt und kann somit nicht beeinflußt werden. 

Reden ist Silber....

Interessanterweise bietet das Spiel neben den zahlreichen Kämpfen auch einen netten Rätsel- bzw. Adventurepart. Es dürfen zahlreiche Gespräche geführt und Dinge von A nach B gebracht werden. Dabei sollten bei einer Konversation auch wirklich alle Themenicons angeklickt und alle Partymitglieder zu Wort kommen, um nicht den entscheidenden Hinweis oder die entsprechende Aktion zu verpassen. Dabei kommt es für meinen Geschmack etwas zu häufig zu Wiederholungen, aber dafür wird man auch nicht mit zuviel Informationen überschüttet. 
Die deutschen Sprecher bieten unterschiedliche Leistungen, von "ja, prima" bis "hölzern, gelangweilt" ist alles vertreten - die musikalische Untermalung (sphärisch bis dynamisch) gefällt mir übrigens recht gut. Die hier und dort gefundenen Rätselgegenstände werden kulanterweise vom Programm als solche gekennzeichnet, trotzdem hat man Mühe bei andauerndem Spielverlauf alle Locations und Interaktionsmöglichkeiten im Kopf zu behalten. Eine Notizbuchfunktion wird nicht spendiert. Ach ja, speichern ist außer während der Kämpfe jederzeit möglich, gut so.

Zum Schluß

Viele kleine und große Ereignisse halten den Spielverlauf interessant und das Erforschen der verrückten Septerrawelt macht zunehmenden Spaß. Kleine Zwischensequenzen, meistens in der Spielgrafik, lockern den Spielablauf angenehm auf. Vielleicht hätten etwas entspanntere, sprich weniger ernsthafte, Dialoge dem Spiel noch etwas weiter nach vorne geholfen. 
Aber gut, meine anfänglich vorhandenen Vorurteile haben sich im Verlauf des Spiels verflüchtigt, hier wird zwar keine Rollenspielgeschichte geschrieben aber ich nehme an, das lag auch nicht im Sinne der Entwickler. Septerra Core ist flott und unterhaltend und bietet genügend Spaß fürs Geld und das ist lobenswert. Lob, Lob. 
Ah ja, die oben beschriebene Hunderasse (Möpse) waren denn doch nicht so penetrant. Enttäuscht?
Kein schöner Ort zum Sterben
Ein energisches Frollein
Hat hier jemand Höhenangst?
Mönch Markus mag mutige Maya
Fazit: Ein weiteres Light-Rollenspiel das sich vor der Konkurrenz nicht verstecken muß. Prima Unterhaltung.
1
Präsentation (1-20)
14
Systemanforderungen:  
Minimum:  P200, 32 MB
Empfohlen: P233, 32 MB
Platz auf HD: 10 MB - 570 MB
Schwierigkeitsgrad: normal
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1
Handhabung (1-20)
14
2
Atmosphäre (1-20)
16
1
Motivation (1-20)
16
  Gesamtwertung
76
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