| Man mag darüber
streiten, ob das 3D-Action-Adventure seinen Ursprung in Filmen wie z.B.
"Stirb langsam" hat, oder nicht. Eine gewisse Art von Seelenverwandtschaft
ist aber auf jeden Fall vorhanden. Und genau auf diese Verwandtschaft spielt
Infogrames an, indem sie die deutsche Stimme von Bruce Willis als Synchronsprecher
für Cutter Slade, die Hauptfigur von Outcast, engagierten. Seine kessen
Sprüche tragen mit dazu bei, daß man sich bei diesem Spiel fast
sofort mit Cutter identifiziert. Die Story hält sich an bewährte
Strickmuster: Wissenschaftler schicken eine Sonde in ein Paralleluniversum.
Durch eine Fehlfunktion entsteht ein schwarzes Loch, das den gesamten Planeten
zu verschlingen droht. Um das Problem in den Griff zu bekommen schickt
man Sie, in der Rolle von Cutter Slade, zusammen mit drei Wissenschaftlern
hinterher. Doch der Transport mißlingt und sie werden von ihren Kollegen
getrennt.
Nach einem sehenswerten Intro, das genau diese Vorgeschichte
erzählt, beginnt das Spiel. Sie finden sich auf einem Bett wieder
und eine fremde Gestalt erzählt Ihnen, daß man Sie für
den Heilsbringer hält und Großes von Ihnen erwartet. Nach und
nach bekommen Sie heraus, daß Sie sich auf einer Welt namens Adelpha
befinden, deren Bewohner sich Talaner nennen. Diese Welt wird vom bösen
Faê Rhân und seinen Schergen beherrscht. Erst wenn Sie Faê
Rhân besiegt und diese Welt gerettet haben, helfen Ihnen die Talaner
dabei die Sonde zu finden und Ihre eigene Welt zu retten.
Sie sind in der Region Ranzaar gestrandet, einer Ödnis
aus Eis und Schnee. Die anderen fünf Regionen von Adelpha können
Sie über sogenannte Daokas (Teleporter) erreichen. Die fremdartigen
Bezeichnungen werden übrigens automatisch in ein Lexikon aufgenommen,
so daß Sie dort schnell deren Bedeutung nachschlagen können.
Nachdem Sie ein paar Übungen absolviert haben (schleichen, tauchen,
springen und schiessen), öffnet der Shamaz (Hohe Priester) dieser
Region das Daoka für Sie und das Abenteuer kann beginnen.
Sie landen in Shamazaar, der Tempelwelt. Ein Talaner,
der sich in der Nähe des Daokas aufhält, bietet Ihnen an, Sie
zum Dorf zu bringen, wo Sie den Shamaz finden. Das ist auch die Person,
die Sie in einer neuen Region als erstes aufsuchen sollten, denn von ihr
erhalten Sie wertvolle Tips oder Aufträge, die Sie erfüllen müssen,
wenn Sie im Spiel weiterkommen wollen. Glücklicherweise sind Ihnen
alle Talaner freundlich gesonnen, so daß Sie jeden nach dem Weg fragen
können.
Ihre Ausrüstung müssen Sie sich selbst zusammensuchen.
Anfänglich besitzen Sie nur eine einfache Pistole, mit der Sie sich
lästige Soldaten vom Hals schaffen können. Später kommen
dann noch weitere Waffen hinzu, aber auch so praktische Dinge wie Teleporter,
zu denen, das Emfangsgerät einmal aufgestellt, Sie sich von jedem
Ort aus zurückbeamen können (z.B. wenn es brenzlig wird). Einen
Teil der Ausrüstungsgegenstände finden Sie in der Umgebung (z.B.
am Grund von Gewässern), andere wiederum müssen Sie von Händlern
(in Talanzaar) kaufen.
Im Gegensatz zu anderen 3D-Action-Adventures führt
Outcast den Spieler nicht, sondern läßt ihm völlige Bewegungsfreiheit.
Dadurch steht der Spieler aber plötzlich in der Verantwortung, sich
selbst um das Spielziel zu kümmern. Einfach geradeaus laufen und irgendwann
geht's schon weiter funktioniert hier nicht. Das Spiel unterstützt
den Spieler durch einen Notizblock, auf dem alle Aufgaben, die an Cutter
herangetragen werden, automatisch notiert werden. Hält man sich daran
und arbeitet diese Aufgaben Punkt für Punkt ab, so kann man das Spiel
recht effizient durchspielen.
Zum Speichern des Spielstands haben sich die Entwickler
ein nettes Gimmick einfallen lassen: das geschieht nämlich in der
Spielumgebung und dauert ein paar Sekunden, so daß man nicht mal
eben schnell speichern kann, wenn Gefahr im Verzug ist. Außerdem
lockt das Speichern in der Nähe befindliche Soldaten an, so daß
man seine Umgebung vorher gescannt haben sollte.
Gesteuert wird Cutter, wie üblich, mit Maus und Tastatur.
Dabei können Sie die Zuordnung der Aktionen zu den Tasten frei definieren.
Aber auch (Force-Feedback-)Joysticks werden unterstützt. Die weiteren
Einstellmöglichkeiten für Grafik und Sound sind ebenfalls sehr
umfangreich. Gerade bei der Grafik ist das auch zwingend erforderlich,
da das Spiel jede z.Z. verfügbare Hardware bis ans Limit ausnutzt.
Das liegt vor allem daran, daß die Grafikengine auf Voxeln basiert,
welche nicht durch 3D-Grafikkarten beschleunigt werden. So muß die
CPU die ganze Arbeit leisten und da reicht laut Voreinstellung noch nicht
einmal ein Pentium III 600 für die höchste Auflösung von
512x384 Punkten! Und damit sind wir bereits am größten Kritikpunkt:
Die Auflösung ist einfach zu pixelig. Gerade auf grösseren Monitoren
sieht das ziemlich grausam aus.
Von der Auflösung abgesehen ist die Grafik allerdings
aller erste Sahne. Man sieht keine mit Texturen beklebten Flächen,
sondern eine organisch wirkende Landschaft, die nur aus Unebenheiten zu
bestehen scheint. Auch die Bäume bestehen nicht aus zwei im Winkel
von 90 Grad gegeneinander gesetzten Flächen, sondern sind aus dem
Vollen geformt. Und so schön animiertes Wasser wie in Outcast gab
es vorher noch in keinem anderen Spiel zu bestaunen. Die Musik steht der
Grafik in nichts nach, ist sie doch eigens vom Moskauer Symphonie Orchester
eingespielt worden. |
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