Ja ja, die Aliens greifen an. Kleine, putzige Wesen, die so aussehen wie Greys (ich sage nur Roswell), versuchen die Erde unter ihre Gewalt zu bekommen und auszuplündern. Welch Glück, dass es die X-COM gibt. Eine weltweite Spezialeinheit, die die Erde verteidigen soll. Und just zum Generalangriff der Aliens hat ein X-COM Wissenschaftler den Enforcer (fast) fertig gestellt. Dieser Roboter soll die Invasion aufhalten und die Angreifer dahin schicken, wo sie hingehören. Und so macht sich der noch nicht ganz ausgereifte Blechkasten auf den Weg …
Schnell wird klar, dass es sich bei diesem Spiel nicht um einen klassischen Shooter handelt. Die Farbwahl, die Waffen, die Stimmen und das Leveldesign lassen äußerst schnell durchblicken, was der wahre Charakter dieses Spiels ist: Es handelt sich um ein klassisches Ballerspiel, nur in 3D.
Trigger-SpezialistAus der Third-Person-Sicht wird den Aliens eingeheizt. Man muss ballern was das Zeug hält, um sich der kleinen Wichte zu erwehren. Jetzt weiß ich, wie sich Guliver gefühlt haben muss. Denn nicht die Kraft der gegnerischen Waffen macht einem zu schaffen, sondern die Masse der Gegner. Also den Finger immer schön am Abzug lassen …
Ziel der Schlachterei ist in der Regel, alle Teleporter der Aliens in dem Level zu zerstören. Dazu wird angezeigt, wie viele Teleporter noch existieren. Allerdings gibt es auch schon mal andere Ziele, z.B. rette die Zivilisten in dem Level oder überlebe einen Alienangriff. Glücklicher weise haben die Entwickler ein Einsehen gehabt und ein „Navigationssystem“ eingebaut, so dass man nicht auf der Suche nach dem letzten Teleporter durch den gesamten Level streifen muss. Man wird direkt hingeführt.
Relativ regelmäßig findet man in den Legeln neue Waffen oder andere PowerUps, die teilweise hilfreich, teilweise aber auch nur nervig sind. Unser Enforcer kann leider immer nur eine Waffe zu einem Zeitpunkt tragen. Dann muss man sich entscheiden: Lieber der Laser, oder doch besser der Flammenwerfer? Ein Wahl, die nicht immer ganz leicht ist. Denn in der Hitze des Gefechts läuft man schon mal über eine Waffe, ohne es zu wollen. Und dann hat man wieder den Flammenwerfer, obwohl die Sägeblattschleuder sich gerade so bezahlt machte.
Während des Levels sammelt man Punkte, z.B. für das Metzeln der Aliens. Aber auch z.B. durch eine Combo, das gleichzeitige Töten mehrerer Aliens, und andere Aktionen kann man Punkte machen. Zwischen den Levels kann man diese Punkte nutzen, um sich mehr oder weniger dauerhafte PowerUps zu kaufen. Höhere Geschwindigkeit, bessere Panzerung, stärkere Standardwaffe, etc. Doch leider ist das Geld nicht so stark gestreut, so dass man sich die Wahl besser gut überlegt.
Keine Experimente Technisch vertraute man Standards. So wurde die bewährte Unreal-Engine eingesetzt. Sie ist sicher nicht mehr das non plus ultra des Machbaren, erfüllt ihren Zweck in diesem Spiel allerdings recht gut. Ein angenehmer Nebeneffekt dieser Wahl: die Hardware-Anforderungen des Spiels sind relativ gering, so dass man auch auf älteren Rechnern seinen Spaß haben kann. Ähnliches gilt für den Sound, der eben nicht herausragend, aber solide und funktional ist.
Selbst das Gameplay hält sich wie beschrieben an bewährte Rezepte für Ballerspiele. Und durch immer neue Gegnerarten, die im Laufe des Spiels stärker und herausfordernder werden, geht dieses Konzept auch auf.
Wenn der kleine Hunger kommtX-COM Enforcer ist sicher kein Spiel mit besonderem Anspruch an den Spieler. Man läuft halt so durch die Gegend und ballert was das Zeug hält. Ab und an wird man durch Bonus-Level oder andere Abwechslungen angenehm überrascht. Es bietet sich damit hervorragend als Spiel für das Stündchen zwischendurch. Dieser Effekt erklärt sich auch dadurch, dass der aktuelle Spielstand wenig mit dem bisherigen Verlauf zu tun hat. So kann sich der geneigte Spieler einfach hinsetzten und losballern, ohne viel nachzudenken. Und für engagiertere Spieler bietet sich der Multiplayermodus.