Die Taktikshooter sind im Kommen. Terror- und Verbrechensbekämpfung fahren zurzeit einen hohen Kurs bei Computerspielen. Dieses Thema hat natürlich in Kontext des derzeitigen Weltgeschehens eine gewisse Brisanz. Trotzdem bringt auch Crave Entertainment mit Global Operations ein Spiel dieses Genres auf den Markt. Ist es nur ein Spiel unter vielen oder sticht es durch eigene Innovation hervor? Diese Frage beantwortet der Test.Schlimme Zeiten.Terrorismus hält die ganze Welt in Atem. In diversen Krisengebieten der Welt tummeln sich Gewalt und Verbrechen. Der Spieler steigt als Mitglied einer Eliteeinheit in dieses Szenario ein. Er hat die Aufgabe weltweit in verschiedenen teambasierenden Missionen diverse Aufgaben zu erledigen. Es gilt Geiseln zu befreien, Bomben zu entschärfen oder VIPs zu beschützten. Manche Kenner werden in dieser Beschreibung sofort Parallelen zu Counterstrike entdeckten. Dies ist auch nicht ganz von der Hand zu weisen.
In seinen Einsätzen steht der Spieler nicht alleine da, er hat immer die Unterstützung mehrerer Teamkollegen auf seine Seite. Auf der anderen Seite steht eine Gruppe von Terroristen gleicher Anzahl. Zu Beginn jeder Mission muss der Spieler zwischen verschiedenen Spielertypen wählen. Man kann in die Rolle eines einfachen oder schweren Soldaten, eines Kanonier, Scharfschützen, Aufklärer oder Sanitäter schlüpfen. Danach investiert man sein Geld in verschiedene Dinge. Da ist einmal die Waffenbestückung, welche je nach Figurentyp variiert. Wählt man den schweren Soldaten darf man auch auf schweres Geschütz zurückgreifen. Der Sanitäter hingegen ist eher sehr leicht bewaffnet, da seine hauptsächliche Aufgabe in der Versorgung verwundeter Kameraden besteht. Hinzu kommen allerlei Granaten und technisches Equipment wie Nachtsichtgläser etc.
Man muss im Vorfeld also gut abschätzen können wo die eigenen Stärken und Vorlieben liegen. Im Zweifel kann man den Spielertypen auch während eines Gefechts wechseln. Obendrein setzt das eigene Geldkonto Grenzen was die Auswahl der eigenen Ausrüstung angeht. Haben wir unseren Soldaten mit Equipment bestückt kann es losgehen. Wir starten in einem für unsere Truppe bestimmten Bereich. Sobald der Countdown abgelaufen ist stürzen wir uns ins Geschehen.
Zu Befehl, Sir!?Spielen wir alleine gegen den Computer übernimmt selbiger die Steuerung unserer Kollegen und die der Terroristen. Dabei weist die künstliche Intelligenz leider starke Schwächen auf. Und zwar nicht nur die der Gegner, sondern logischerweise auch die unserer Teammitglieder. Demnach kann es im Spiel öfters passieren dass verschiedene Gegner aneinander vorbei laufen oder sich einfach nur gegenüberstehen und nicht reagieren. Letzteres könnte damit zusammen hängen dass die Magazine der Personen leer geschossen sind und nachgeladen werden wollen. Doch einfach nur auf der Stelle stehen zu bleiben ist tödlich. Die Gegner werfen mit Leichtigkeit wie wild mit Granaten um sich und schicken so unsere Kameraden reihenweise ins Jenseits. Generell sehen die Bewegungen und Aktionen der Spieler sehr künstlich und gesteuert aus. Keine Spur von dynamischen Bewegungsmustern. Jede Figur hat ihren Pfad und der will um jeden Preis auch gegangen werden. In brenzligen Situationen einfach nur Deckung zu suchen ist den Kameraden fremd.
Auch unser eins hat schwer ums Überleben zu kämpfen. Stehen wir einmal unter Beschuss geht unsere Lebensanzeige schnell zur Neige. Und eine gute Rüstung will erst mal gekauft werden. Ja - auch in diesem Spiel plagen uns die Geldsorgen. Zum Anfang eines jeden Levels steht uns nur ein knapper Betrag zur Verfügung, welcher sich nur durchs Ausschalten von Gegnern vermehrt, jedoch auch unser Ableben hilft uns mit etwas mehr Startkapital aus. Doch selbst die dickste Wumme beeindruckt im Nahkampf nicht, da der Computer sehr genau zielt und uns ohne weiteres mit einer kleineren Waffe beseitigt. Anders als bei CS respawned man schon nach wenigen Sekunden, d.h. alle gefallenen Soldaten finden sich je nach Mission in einem Truppenflieger oder Transporter wieder um sich kurz darauf vom Levelanfang aus wieder ins Getümmel stürzen zu können.
Das "Drum Herum"Grafisch ist Global Ops recht gut gelungen, prahlt aber nicht überdurchschnittlich mit Pracht und Details. Die Levels sind je nach Einsatzort abwechslungsreich gestaltet. Die Engine unterstützt auch spezielle Szenarien - so muss in einem Level erst die Luftabwehr ausgeschaltet werden, damit ein Bomber eine schmale Gasse freisprengen kann. Die Waffen sind detailliert gestaltet. Die Steuerung ist standardmäßig und übersichtlich.
Das Spiel erinnert mich in einem Punkt an Tribes 2: Offline macht es nur halb so viel Spaß, wenn nicht noch weniger. Mit der Zeit hat man die KI satt. Lediglich der Wunsch das Missionsziel trotz aller Widerwertigkeiten zu schaffen ist der letzte Funken, der mich persönlich motiviert hat.
Online hingegen hat man es mit "echten" Gegnern zu tun, was dem Spielreiz zugute kommt. Andererseits kommt leider die Abstimmung zu kurz - jeder muss sehen wohin er kommt. Letztlich erinnert das Spiel stark an CS, ist aber grafisch und in punkto Abwechslung besser gestaltet.