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Test: ARX Fatalis

Kennen Sie noch Ultima Underworld? Das Rollenspiel Arx Fatalis führt uns ebenfalls unter die Erde...
 
ARX Fatalis
Hersteller: JoWooDGenre: 3D-Action-Rollenspiel
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Test vom: 08.07.2002
Rollenspieler müssen wahrhaft brave und vom Schicksal begünstigte Menschen sein. Wie anders ließe sich erklären, dass ein Spielgenre, in dem ganz ernsthaft mit Schwert und Blechhintern die Welt gerettet wird und Feuerbälle und Goblins noch unsere kleinsten Sorgen sind, solch einen enormen Aufschwung erlebt. Und es wird uns Qualität geboten, die vom Käufer honoriert wird, was ein Blick in die Verkaufscharts beweist. Sicher ist es auch die Sehnsucht nach einer heilen und überschaubaren Welt, in der ein Einziger oder eine entschlossene Gruppe Gleichgesinnter die Heerscharen des Bösen in die Schranken weisen kann.

Unterirdisch
Mit Arx Fatalis flattert uns nun ein Rollenspiel ins Haus, das anscheinend angetreten ist, den seligen Ultima Underworld Spielen ein würdiger Nachfolger zu sein. Es geht in den Keller bzw. ein gehöriges Stück in die Unterwelt einer fantastischen Welt, deren Bewohner nach dem Verlöschen ihrer Sonne das Leben über der Erde aufgeben mussten. Nach einer kurzen Periode der Zusammenarbeit in der Menschen, Zwerge, Trolle und Goblins gemeinsam die alten Zwergenminen bewohnbar machten, brachen nach dem Umzug ins Erdinnere die alten Feindseligkeiten wieder aus. Während an der Oberfläche eine neue Eiszeit Einzug hält, ziehen sich die Streithähne in eifersüchtig bewachte Gebiete des riesigen Stollensystems zurück.
Doch die Hoffnung stirbt nie und so wendet sich eine geheime Gruppe an die Götter, mit der Hoffnung, dass diese die Sonne wieder scheinen lässt. Was schon in Schlagertexten nicht funktioniert, geht mit Hilfe der Götter erst recht in die Hose und wenn man dann noch den falschen Gott erwischt... Und da ist es wieder, der eigentliche Star des Rollenspiels: Das allgegenwärtige Böse. Es gewinnt an Einfluss und droht die fragile Lebensgemeinschaft der Höhlenbewohner zu zerstören. Nicht ganz zufällig taucht im Moment der höchsten Not ein geheimnisvoller Fremder ohne Namen wie aus dem Nichts auf und wird postwendend von Goblinwachposten in die nächste Kerkerzelle geworfen.

Up, up and away
Hier übernehmen wir die Rolle Am Shaegars (Mann ohne Namen), der neben seinem Namen auch seine Herkunft und Vergangenheit vergessen hat. Wenn ein Spiel in einem düsteren und dumpfen Loch hinter Gittern beginnt, wird auch dem Dümmsten sofort klar, dass dieser Knast uns wohl nicht lange halten wird. Nach einem kurzen Plausch mit unserem Zellennachbar entdecken wir dann auch die Lücke im System und fliehen über die Nachbarzelle, nur um einem aufgebrachten Goblinwärter in die Arme zu laufen. Turbulente Sekunden später begutachten wir mit neuem Respekt den massiven Beinknochen, den wir in weiser Voraussicht vom Zellenboden aufgelesen haben. Rasch noch den Mitgefangenen befreit, aber leider ist uns der direkte Fluchtweg versperrt, so dass wir mittels Falltür den ersten von zahlreichen Levelwechseln vornehmen.
Dort unten im Dunkeln ergattern wir neben nützlichen Inventargegenständen auch unsere ersten Zauberrunen, mit denen wir die freundlicherweise an den Höhlenwänden angebrachten Fackeln entzünden können. Bei der Erkundung der näheren Umgebung finden wir nicht nur eklige Ratten, sondern auch ein Lagerfeuer an dem wir den gefundenen, rohen Fisch braten können. Die Rätsel um die Bodenplatten und den geheimen Raum sowie die Reparatur des defekten Aufzugs ist schnell gelöst. Zurück auf der Kerkerebene kommt uns beim Kampf gegen den nächsten Goblin unser ehemaliger Nachbar zur Hilfe- Freundlichkeit zahlt sich eben doch aus. Natürlich gelingt es uns nach diversen Kämpfen diesen unfreundlichen Ort zu verlassen, die Menschensiedlung zu erreichen nur um dort festzustellen, dass diese Opfer eines Überfalls geworden ist. Das Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Ein Paradies für Höhlenforscher
Wie man sieht, gibt es bei Arx Fatalis keine lange Aufwärmphase. Nach einer kurzen Charaktergenerierung wird man sofort in den Mittelpunkt der Geschehnisse geworfen. Der erste Eindruck stimmt uns düster, immerhin sind wir an einem Ort an dem nie die Sonne scheint... Das Spiel ist definitiv nix für klaustrophobisch Veranlagte - in der First-Person Perspektive erleben wir einen (Alb)Traum in Braun. Dunkle Erdlöcher, flackernde Fackeln, unterirdische Seen, aus dem Felsen geschlagene Behausungen, vermoderte Stollen, Geröll und Stalagmiten gespickt mit allerlei Kroppzeug wie Ratten, Spinnen und Co. Ein fetter, den ganzen Gang ausfüllender Wurm hat es mir besonders angetan, igitt.
Die Grafik ist so zwei bis drei, nicht Spitzenklasse aber deutlich über dem Durchschnitt und sehr stimmungsvoll. Stellenweise ist die Illusion perfekt und man fühlt förmlich die Erdschichten die über einem dräuen. Die Optik und Animationen des lebenden Inventars ist ganz ordentlich, leider bleiben die Viecher manchmal an den Höhlenwänden kleben und nach ihrem Ableben kommt es häufig zu unschönen Clippingfehlern. Die Kampfsequenzen sind natürlich in Echtzeit und bedingt durch die räumliche Enge, die Schnelligkeit und Beharrlichkeit der Monster, recht anspruchsvoll. Hier ist ein bisschen Übung angesagt.
Ohnehin hat mir die Steuerung des Spiels nicht sehr zugesagt, viel zu umständlich und in hektischen Kampfsituationen wird’s für Zauberer tödlich. Warum muss ich für das simple Vorbereiten von Zaubersprüchen zwei Tasten drücken und dazu noch die Maus bewegen? Immerhin ein schöner optischer Effekt wenn ich mit der Maus die Runen der Zaubersprüche in die Luft zeichne.

Kleiner Rattensnack gefällig?
Das Spieltempo ist eher gemächlich, das ein oder andere Mal fühlte ich mich an den guten, alten Meisterdieb (Dark Project) erinnert. Wer zu schnell die labyrinthartigen Gänge entlang hetzt, verpasst schnell die richtige Abzweigung, versteckte Hebel oder läuft einer grantigen Superspinne in die pelzigen Arme. Die Level sind nicht überdimensioniert, aber verzwackt und der erfolgreiche Held schaut auch schon mal die Wände und Decken genauer an.
Truhen und Türen öffnen oder Hebelchen ziehen und Druckplatten beschweren gehören ja zum Standard eines guten Dungeonspiels, Arx Fatalis bietet hier deutlich mehr. Viele interaktive Elemente verführen zum experimentieren. So lassen sich Stühle und anderer Hausrat verrücken oder mitnehmen, Bäckerburschen backen Brot (sogar Apfelküchlein sind drin), selbst geangelte Fische oder Rattenrippchen können im Feuer gegrillt werden und wenn uns danach ist, werfen wir unseren Feinden einfach eine Flasche Wein vor den dummen Schädel. Gegenstände im Inventar lassen sich untereinander kombinieren und müssen auch auf die Umgebung angewandt werden. Apropos Hebel: Manche der Rätsel haben es deutlich in sich, verlangen phantasievolles Vorgehen und detektivischen Spürsinn. Bedingt durch den sehr linearen Handlungsablauf kann sich bei ungeduldigen Zeitgenossen schon mal Frust breit machen, wenn es nicht so recht weiterzugehen scheint.
Die Charaktergestaltung ist recht flexibel. Ganz nach Geschmack werden beim Levelaufstieg Punkte auf vier Grundattribute und 12 Fähigkeiten (Schleichen, Nah/Fernkampf, Magie, Tränke brauen, identifizieren u.a.) verteilt. Die ewig junge Frage - Den IQ von Fleischsalat mit dicken Armen oder doch lieber ein Brain wie Albert Einstein samt streichholzdünnen Ringhaltern?

Sense of Humor
Die stimmungsvolle akustische Untermalung trägt viel zur Atmosphäre bei. Ich kann mich zum Beispiel nicht entsinnen, schon mal nach dem Wechsel eines Beinkleids mit einem neuen, kettenrasselnden Laufgeräusch belohnt worden zu sein. Ein besonderes Lob gebührt der hervorragenden Lokalisation. Durchweg professionelle Sprecher, die die Charaktere der Schlangenfrauen, Trolle oder Menschen sehr überzeugend treffen. Hochkomisch sind die Stimmlagen und die halblauten, gehässigen Bemerkungen der größenwahnsinnigen Goblins („Uäh! Mich riechen. Mich brauchen Bad!“). Unterhaltungen laufen automatisch ab, hier ist keine Einflussnahme möglich, nicht so tragisch, das verstärkt noch ein bisschen das filmische Element.
So einige Abstürze störten dann aber wieder das spielerische Wohlgefühl. Auch die nervenden Wartezeiten beim Levelwechsel erweisen sich beim Treppauf, Treppab als Stimmungskiller.
Nun ja - wir wollen mal nicht zu kritisch sein. Das Spiel hat meine volle Sympathie, lässt es doch Erinnerungen an alte Dungeonerkundungen wieder aufleben. Arx Fatalis bietet wirklich spannende Unterhaltung, ein überwältigendes Underground-Feeling und motivierendes Rätselknacken.
Unser kleiner Bauchladen
Musikalischer Troll
Der "Thron" des Königs
Stadtleben
Lagerfeuerromatik
Nimm das, Du Ratte!
Alle Frauen sind Schlangen...
Heisse Hände
Fazit: Atmosphärisch dichtes Spiel für die Höhlenforscher unter den Rollenspielern. Spannende Unterhaltung für Fledermäuse
1
Präsentation (1-20)
16
Systemanforderungen: 
Minimum: P3-500, 64 MB RAM
Empfohlen:P3-900, 256 MB RAM
Platz auf HD:750 MB
Schwierigkeitsgrad:normal-hoch
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1
Handhabung (1-20)
13
2
Atmosphäre (1-20)
19
1
Motivation (1-20)
18
 Gesamtwertung
85
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Arx Fatalis

Packshot
Rollenspiel
von JoWooD, Arkane Studios
USK-Freigabe keine Angabe
PCJuni 2002
XboxNovember 2003
will ich habenhabe ich angespielt
besitze ichbin Profi (durchgespielt)
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