Es ist knapp anderthalb Jahre her, dass Tony Hawk seinen erfolgreichen Einstand auf dem PC, mit "Tony Hawk's Pro Skater 2" feierte. Nun ist ebenfalls ca. ein Jahr vergangen, seit der dritte Teil für die Playstation 2 erschien. Und damit war es auch höchste Zeit für das PC-Release.
Nun darf man wieder Tony Hawk und zwölf weitere Profi Skater durch wilde Parcours steuern und dabei absolut geniale Tricks von Stapel lassen. Wie schon beim Vorgänger hat man auch die Möglichkeit, eigene Skater und Parks zu erstellen.
KonsolenkrankheitenWie schon THPS2 kann auch dieser Teil optisch nicht überzeugen. Die Verbesserungen zur Vorgängergrafik sind zwar erkennbar, bleiben aber letztendlich weit unter dem Niveau, das für ein Top-Spiel zeitgemäß wäre. Zur Zeit von THPS2 war das nicht verwunderlich, weil die Konsolengrafik einfach so schlecht war und meistens 1:1 für PC konvertiert wurde. Aber heute in der Zeit von PS2, X-BOX und Gamecube sind solche Schwächen wohl kaum akzeptabel, geschweige denn nachvollziehbar.
Verwaschene, gering aufgelöste Texturen und sehr kantige Modelle machen halt keinen guten Eindruck. Dabei sind die Spielerfiguren als einziges noch akzeptabel, während das Drumherum, die Levels und dort platzierte Gegenstände und Figuren gerade noch durchschnittlich wirken.
Gerade weil die Grafik eher durchschnittlich ist, wundert es einen, dass es häufig zu Rucklern im Spiel kommt. Dies ist vor Allem bei den größeren Levels zu bemerken, die aber relativ überschaubar sind und, wie gesagt nicht gerade mit Detailreichtum glänzen.
Ein im wahrsten Sinne schlechtes Bild liefern allerdings die Filme der Skater ab. Diese kommen zunächst in einer Auflösung daher, die vielleicht zu DOS Zeiten normal gewesen wäre und sie weisen derartig starke Kompressionsverzerrungen auf, dass einem fast übel wird.
Was auch nervt, ist die typische Konsolenmenüführung, die nur eine mangelhafte Mausunterstützung bietet. Manche Menüpunkte lassen sich ausschließlich per Tastatur, Gamepad, oder Joystick steuern.
Let's RockWie schon der Vorgänger bietet auch THPS3 einen passenden Soundtrack mit einem Mix aus Punk und Hip Hop. Besonders hilfreich sind die Optionen, mit denen man bestimmen kann, ob und in welcher Reihenfolge Tracks gespielt werden. Damit konnte ich dann auch diese ätzende Gangsta Mucke (Vorsicht, subjektive Meinung des Autors!) abstellen. Der Sound ansonsten verhält sich ähnlich, es sind kaum Unterschiede zum Vorgänger zu bemerken, was aber durchaus positiv vermerkt werden kann.
Jeden Skater kann man während der Kampagne ausbauen. Ausbauen bedeutet Fähigkeiten zu verbessern und neue Tricks zu erlernen. Dies ist nur durch ereichte Ziele der einzelnen Levels möglich, wodurch auch neue Levels und geheime Skater freigeschaltet werden können. Es ist allerdings nicht notwendig alle Levelziele zu erreichen, um weiterzukommen, sondern meistens reicht schon die Erfüllung einer Teilaufgabe, um zumindest den Skater weiter auszubauen.
Neben der Kampagne, die man mit jedem Skater durchspielen muss, gibt es noch zwei weitere Spielmodi: Einzelsession und Skate for Fun. In der Einzelsession, kann man, mit dem ausgewählten Skater freigespielte Levels unabhängig von der Kampagne, aber unter den gleichen Bedingungen spielen. Skate for Fun sagt eigentlich schon alles, denn man skatet einfach los, ohne bestimmte Ziele oder Vorgaben und erprobt seine Tricks. Auch dafür muss das Level zunächst in der Kampagne freigespielt worden sein.
Über Netzwerk kann man sich auch duellieren, wobei es meist gilt, in bestimmten Zeiten oder an bestimmten Stellen höhere Punkte zu erzielen, als der Gegner vorgelegt hat.
Der eingebaute Leveleditor, mit dem man kinderleicht eigene Skater-Arenen konstruieren kann, ist etwas komfortabler als der von THPS2. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.
Nur Fliegen ist schönerDie Steuerung ist die bewährte des Vorgängers, wodurch nur Neulinge eine gewisse Einarbeitungszeit benötigen, bis sie Flips, Grabs, Slides usw. im Schlaf beherrschen - oder dies zumindest glauben. Die abenteuerlichsten Stunts sind möglich und man ist nur allzu leicht geneigt, immer noch einen draufzulegen. Ob nun ein weiterer Trick oder eine halbe Drehung mehr, Übermut wird meist mit einer unsanften Landung quittiert. Mit der Zeit erhält man aber ein Gefühl, wo welcher Skater wie viel machen kann, denn nicht jeder Skater spielt sich wie der andere. Die unterschiedlichen Fähigkeiten und sogar von Skater zu Skater unterschiedlichen Tricks machen das Spiel abwechslungsreich. Während Straßenspezialisten besonders lange auf Geländern und ähnlichem sliden können, bleiben Halfpipeexperten für gewöhnlich ein wenig länger in der Luft, wodurch man noch ein oder zwei Runden länger seine Loopings drehen kann.
Wenn die richtigen Tastenkombinationen verwendet werden, sind überirdische Manöver möglich, aber schon kleine Fehler können zum Sturz führen. Alles in allem wirken einige Stunts, besonders die hohen Sprünge, zu abgedreht um realistisch zu sein, aber wenn man sich die Skaterfilme anschaut, sind fast alle Bewegungen aus dem Spiel auch in der Realität möglich. Der einzige Unterschied ist halt nur, dass diese in Wirklichkeit viel schneller vonstatten gehen.
Es gibt ein paar neue Tricks und auch neue Steuerungshilfen. Letztere kommen bei Aktionen, die Balance erfordern zum tragen. Balanceanzeiger ermöglichen eine genauere Korrektur, als es in THPS2 möglich war. Aber Vorsicht, auch dies verführt zu übermütigen Handlungen, denn irgendwann werden die Balanceschwankungen einfach zu stark.
Die Levels sind wie gesagt nicht gerade das Schönste, was man sich vorstellen kann, aber dafür sind sie sowohl skatertechnisch zweckmäßig aufgebaut, als auch vom Szenario einfallsreich und abgeschlossen. Will heißen, die Skatemöglichkeiten sind genau ausgetüftelt und trotzdem wirkt der Aufbau relativ logisch. Bei Levels handelt es sich entweder um Szenarios, wie z.B. einen Stadtteil, ein Schiff, usw., oder um reine Skater Arenen, wo dann zumeist auch virtuelle Turniere ausgetragen werden.
Skaten bis der Arzt kommt!?Im Grunde ist THPS3 eine überarbeitete Version seines Vorgängers. Die guten Eigenschaften wurden beibehalten und teilweise ergänzt. Alles schön und gut, nur die damals schon schwachen Punkte, wie die Grafik, haben nur eine unwesentliche Verbesserung erfahren, im Gegensatz zum rasanten technologischen Fortschritt, in diesem Bereich.
Spielerisch stellt sich zum Glück recht schnell eine Art Suchtgefühl ein, was einfach auf das geniale Konzept zurückzuführen ist. Allerdings muss ich persönlich feststellen, dass der zweite Teil mehr Spaß gemacht hat.