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Test: Neverwinter Nights

Die Macher von Baldur's Gate gehen in die dritte Dimension.
 
Neverwinter Nights
Hersteller: Infogrames, BiowareGenre: Rollenspiel
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Test vom: 28.07.2002
Wir befinden uns in Faerûn, einer Region im hohen Norden, der Welt von Baldur's Gate. Die Stadt Neverwinter wird von einer Epidemie heimgesucht und droht dadurch im Chaos zu versinken. Der Herrscher von Neverwinter, Lord Nasher ruft daher die Helden des Landes um Hilfe. Nur einer wird das Chaos bezwingen können, das von dunklen Mächten beschworen wurde. Wer dieser eine ist, dürfte wohl klar sein – der geneigte Spieler.
Ausgestattet mit der D&D Lizenz, dem Hintergrund aus Baldur's Gate und einer schicken 3D-Engine kommt dieses Rollenspiel daher. Gute Voraussetzungen für eine Game der Superlative.

Charakterstärke
Die Charaktererstellung stellt den Spieler direkt vor die erste Herausforderung. Neben dem Geschlecht bestimmen fünf Völker (Mensch, Halbling, Zwerg, Halb-Ork und Gnom) vor allem das Aussehen, aber auch teilweise Stärken, Schwächen und Fähigkeiten. Es ist auch möglich eigene Völker zu erstellen, die eine Art Mischung aus den Vorhandenen darstellen.
Den größten Einfluss auf den Charakter haben allerdings die verschiedenen Charakterklassen, wie z.B. Barde, Barbar, Kämpfer, Magier usw. Diese stellen quasi den Beruf des Charakters dar, bringen spezielle Fertigkeiten mit sich und sind unabhängig vom ausgewählten Volk, auch wenn es bestimmte Kombinationen gibt, die sich positiv auf die Erfahrungspunkte auswirken. Durch Auswahl der Gesinnung, die durch die Charakterklasse teilweise beschränkt wird, beeinflusst man vor allem das Verhalten, insbesondere bei Gesprächen. Insgesamt gibt es neun mögliche Gesinnungen, durch die Kombination von der Einstellung zum Gesetz (rechtschaffen, neutral, chaotisch) mit der generellen Einstellung (gut, neutral, böse).
30 frei verfügbare Attributpunkte können zu Beginn, auf die jeweils mit acht Punkten vorbelegten Attribute (Stärke, Geschicklichkeit, Konstitution, Intelligenz, Weisheit und Charisma), verteilt werden. Je höher die einzelnen Attributwerte sind, desto mehr Punkte muss man aufwenden, um diese weiter zu steigern. Für jede Charakterklasse gibt es bestimmte Attribute, von denen sie mehr profitiert, die dementsprechend auch stärker ausgebaut werden sollten.
Neben der Auswahl eines Portraits kann man auch noch den Look der 3D-Figur anpassen. Letztlich muss man noch eins von mehreren Inventarsets auswählen, die sich in ihrem Inhalt geringfügig unterscheiden.
Das hört sich zunächst nicht nur recht kompliziert an, sondern ist es auch. Zum Glück bietet das umfangreiche Handbuch ein Riesenkapitel über die Charaktererstellung, in dem alles detailliert erklärt ist und zahlreiche Tabellen über die Zusammenhänge von Werten, Fähigkeiten usw. aufklären. Und für die Lesefaulen gibt’s Starterpakete, die für die ausgewählte Klasse automatisch angepasste Fertigkeiten und Talente zuweisen.

Auf los geht's los!
Nach dem Erwachen in der Akademie von Neverwinter kann man dort zunächst charakterspezifische Tutorials durchlaufen, denn jeder Charakter hat eigene Beschränkungen, bzw. Fertigkeiten, im Umgang mit Waffen, Magie usw. Hat man sich mit der Steuerung vertraut gemacht kann's auch schon losgehen.
Die Story von Neverwinter Nights ist in Kapitel eingeteilt, zu denen es jeweils eine Globalquest gibt. Die Stadt ist im Grunde ein sicherer Bereich, in dem man in aller Ruhe Gespräche mit den Bewohnern führen und Handeln kann. Über 80% der Bevölkerung kann dabei angesprochen werden. Auf diesem Wege erhält man Infos und neue optionale Quests, die zum Teil aus örtlichen Problemen bestehen. Zu diesen Quests können auch nur Leute Auskunft geben, die davon betroffen sind. Schlüsselgespräche welche die Handlung vorantreiben sind gesprochen, ansonsten laufen die Gespräche jedoch schriftlich ab. Zunächst überwältigt einen die Menge an Text und die Versuchung, sich einfach durchzuklicken ist nicht fern, doch nur selten handelt es sich um belanglose Gespräche.

Kampf
Es gibt vier Schwierigkeitsgarde, die einen starken Einfluss auf die Spielweise haben. Während man auf der einfachsten Stufe beinahe wie in Diablo losziehen und metzeln kann, zwingt einen die schwerste Stufe zu taktischen Überlegungen und einer ausführlichen Planung der Angriffe. Dazu eignet sich der Pausenmodus, in dem man einzelne Kampfschritte planen kann. Im Unterschied zu Diablo laufen die Kämpfe nach D&D Regeln ab, die eigentlich rundenbasiert sind, aber in Neverwinter Nights quasi in Echtzeit ablaufen. Vor jedem Schlag wird z.B. der Schaden "erwürfelt" und zu diesen Punkten charakterspezifische Boni und Mali addiert. Sonderangriffe sind spezifisch für die Charakterklasse und hängen zumeist mit den Talenten und Fertigkeiten zusammen. Magieanwendung kann nicht von allen Klassen erlernt werden, so dass sie nur durch Schriftrollen erfolgen kann. Barden, Druiden, Kleriker, Paladine, Waldläufer, Hexenmeister und Magier, sind die einzigen, die Magie erlernen, aber auch wieder verlernen können. Für jede dieser Klassen ist die Liste, der erlernbaren Sprüche unterschiedlich umfangreich und auch die Art der Magie ist klassenspezifisch.

Man lernt nie aus!
Erfahrungspunkte erhält man durch geplättete Gegner und erfüllte Quests. Je nach Charakterstufe benötigt man eine bestimmte Anzahl Erfahrungspunkte um zur nächsten Stufe aufzusteigen. Danach muss man die Klasse auswählen, die man steigern will, denn es gibt die Möglichkeit im Verlauf des Spiels weitere Klassen zu der ursprünglichen hinzuzufügen. Bei jedem Klassenaufstieg erhält man eine spezifische Anzahl Punkte, die dann auf klassenspezifische, oder allgemeine Fertigkeiten verteilt werden können. Außerdem erhält man bei einem Aufstieg die Möglichkeit, neue Fertigkeiten hinzuzufügen. Bei jedem dritten Stufenaufstieg kann man ein neues Talent erlernen. Bei jedem vierten Stufenaufstieg darf man eines seiner Attribute um einen Punkt erhöhen.

Mit Sack und Pack
Die Umgebung ist interaktiv gestaltet, so dass man fast alles untersuchen kann. Truhen, Türen, usw. können in der Regel aufgebrochen, geknackt, oder aufgeschlossen werden. Außerdem kann man Fallen setzen, entschärfen, oder markieren. Diese Möglichkeiten zur Interaktion und noch weitere sind oftmals abhängig von den eigenen Fähigkeiten und dem entsprechenden Objekt.
Nur bestimmte Gegnerklassen verlieren ganz bestimmte Gegenstände, die mitgenommen, oder benutzt werden können. Viel mehr findet man in Truhen usw. Fast alle Gegenstände können verkauft werden, ausgenommen solche, die sich auf die Story beziehen.
Das Inventar ist riesig, aber dennoch einfach handzuhaben. Allerdings beeinflusst es die Beweglichkeit, durch die Anzahl und das Gewicht der Gegenstände. Die generelle Geschwindigkeit kann dadurch heruntergesetzt werden und man verliert irgendwann die Möglichkeit, zu rennen.
Die Ausrüstung, die natürlich auch das Gewicht beeinflusst, besteht aus maximal zwei Ringen, Amulett, Helm, Rüstung, Handschuhen, Stiefeln, Umhang und einer Zweihandwaffe oder zwei Einhandwaffen (klassenspezifisch), oder einer Einhandwaffe mit Schild. Will man eine Fackel benutzen muss diese anstelle einer Einhandwaffe oder eines Schildes platziert werden.
Projektilwaffen benötigen zusätzlich Munition, die aber durchaus magisch sein kann, auch wenn die Waffe selber es nicht ist. Waffen und Rüstung nehmen im Kampf keinen Schaden und müssen daher auch nicht repariert werden.
KontextmenüDie Steuerung ist eine Kombination von Maus und Keyboard. Mit der Maus steuert man Bewegung, Angriff und Interaktion. Die Tastatur dient der Kamerasteuerung und 36 Shortcuts öffnen Inventar und diverse weitere Menüs. Die Kamera lässt sich zoomen und drehen, aber eine Winkeländerung ist nicht möglich.
Interaktive Objekte sowie alle Figuren im Spiel, werden über ein kreisförmig angeordnetes Kontextmenü angesprochen, das über einen rechten Mausklick auf das entsprechende Objekt geöffnet wird. Darin werden nur objektspezifische Manipulationsmöglichkeiten angezeigt, z.B. Truhe untersuchen, öffnen, aufbrechen, knacken, oder z.B. die Anweisungen für einen Gefährten, oder die verschiedenen Angriffsmöglichkeiten bei Gegnern.

Ein Genuss für Augen und Ohren
Optisch verkauft sich Neverwinter Nights außerordentlich gut. T&L Objekte wie z.B. Gras, Fahnen, Kleidung, Qualm werden unter anderem vom Wind beeinflusst. Es hat schon einen Grund, warum dieses Spiel mit zu den ersten Referenztiteln von nVidia gehörte. Tag- und Nachtwechsel, sowie unterschiedliche Wetterbedingungen sind gut gelungen.
Es gibt für den Speicher der Grafikkarte entsprechende Textursets (16, 32, 64 MB), dementsprechend dann auch die Qualität im Spiel ist. Bei maximaler Qualität sieht man detaillierte Strukturen auf Wände, Boden usw. Chromeffekte auf Rüstung und Waffen veredelnden Look des Charakters, der wie alle anderen Figuren ausreichend texturiert ist.
Die 3D-Modelle lassen ein wenig zu wünschen übrig, da der Detailgrad für die weiteste Zoomstufe optimiert ist. Diese Standarteinstellung ist aber normalerweise auch die sinnvollste zum Spielen. In Nahbetrachtung wirken die Figuren immer noch sehr gut, stellen aber keinen Vergleich zu aktuellen 3D-Shootern dar. Mit den Levelstrukturen verhält es sich ebenso, leider wirkt alles ein wenig wie am Reißbrett entwickelt.
Effekttechnisch braucht Neverwinter Nights sich nicht zu verstecken. Nicht nur die oben angesprochenen Dynamikobjekte, sind für den einen oder anderen Hingucker gut. Farbenfrohe Lichtspiele (z.B. Flammen), opulent dargestellte Zaubersprüche, Funkenschlag beim Kampf und Blutspritzer sind nur einige zu nennende Effekte. Am beeinduckendesten ist allerdings der dynamische Schattenwurf. Fast alle Lichtquellen erzeugen extrem realistische Schatten, sowohl bei Charakteren, als auch Umgebung. Schatten, die dermaßen exakt berechnet werden, sind mir bis dato nicht untergekommen. Für spezielle Effekte wie z.B. Wellengang auf Wasserflächen sind jedoch entsprechend neue Grafikkarten notwendig.
Die Musik ist stimmungsvoll und situationsspezifisch. Es gibt eigentlich keine Punkte, an denen sie unpassend wirkt. Die Soundeffekte kommen auch sehr gut rüber. Sowohl aktive Geräusche, als auch Umgebungssounds sind recht umfangreich. Die 3D Positionierung wirkt selbst mit herkömmlichen Lautsprechern realistisch und erzeugt zusammen mit der Musik eine ausgesprochen dichte Atmosphäre. Die Sprachausgabe ist von hoher Qualität, aber leider zu selten, denn die meisten Texte sind ja nur in schriftlicher Form vorhanden.
Über die Lokalisierung lässt sich allerdings streiten. Teilweise wurden Eigennamen wörtlich ins Deutsche übersetzt, was dann halt zu solch bescheuerten Namen wie "Niewinter" führt. An anderen stellen werden nicht übersetzte Namen so ausgesprochen, als ob sie deutsch wären, auch wenn dies absolut nicht der Fall ist. Da hätte man vielleicht jemanden fragen sollen, der sich mit so was auskennt und nicht das nächstbeste, stupide Übersetzerbüro.

Zielgruppe?
Dank der D&D Lizenz ist Neverwinter Nights für ernsthafte Rollenspieler, die ordentlich Action nicht abgeneigt sind ideal. Auf Newbies wirkt dieses komplexe Regelwerk möglicherweise abschreckend, aber nach einer kurzen Eingewöhnungszeit merkt man, das es eigentlich gar nicht so schwierig ist, wie es den Anschein hat. Natürlich sollte man Zeit zum Lesen mitbringen, aber nichtsdestotrotz besteht Suchtgefahr. Ein geniales Szenario, Bombenatmosphäre und komplexes Charaktersystem machen Neverwinter Nights zu einem echten Hitkandidaten.

Technische Probleme
Nicht unerwähnt bleiben sollte aber, das Neverwinter Nights auf vielen Rechnern Zicken macht und trotz aktueller Patches bei unserem Rollenspielonkel Michael Mombeck (trotz aktuellem Rechner) nicht Laufen wollte. Weitere Patches sind in Arbeit.
Ein netter Drachen
Inventar und Geschäft
hübsches Licht und nervende Skelette
stirb du Ratte
Gruselatmosphäre
Unser Held prahlt!
netter Knochen
Und noch eine Ratte
Fazit: Herausragendes Rollenspiel, das nicht nur grafisch Akzente setzt!
1
Präsentation (1-20)
19
Systemanforderungen: 
Minimum: P2-450, 96 MB RAM, 8x CD-ROM, 3D-Grafikkarte 16 MB, DirectX kompatible Soundkarte
Empfohlen:P3-800, 256 MB RAM, Grafikkarte: GeForce 2 / Ati Radeon, DirectX kompatible Soundkarte
Platz auf HD:1200 MB
Schwierigkeitsgrad:normal
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1
Handhabung (1-20)
18
2
Atmosphäre (1-20)
19
1
Motivation (1-20)
18
 Gesamtwertung
93
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Neverwinter Nights

Packshot
Rollenspiel
von Infogrames, Bioware
USK-Freigabe k.A.
PCJuni 2002
will ich habenhabe ich angespielt
besitze ichbin Profi (durchgespielt)
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