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Filmkritik: Prinz Kaspian von Narnia

| Infos: | Verleih: Walt Disney Pictures, Länge: 144 Min., Kinostart: 31.07.2008, FSK: ab 12 Jahren |
| Regie: | Andrew Adamson |
| Darsteller: | Ben Barnes, Georgie Henley, Anna Popplewell, Skandar Keynes |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB |
Vor knapp drei Jahren gehörte er noch zu den Überraschungshits an den Kinokassen. Die Rede ist vom ersten Teil der Narnia-Reihe: Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia. Entstanden in der post Herr der Ringe-Ära, nachdem der Fantasyfilm, nach Meinung diverser Fans, seinen Höhepunkt erreicht hat. Ein durchaus schweres Erbe, an dem diverse Filme gescheitert sind. Auch die erste Adaption der Romanserie C.S. Lewis wurde von den Kritikern nicht gerade mit offenen Armen empfangen, konnte sich aber finanziell mehr als nur behaupten. Kein Wunder also, dass das produzierende Studio Disney nicht vom Plan weiterer Verfilmungen abgerückt ist und so beehrt man den Zuschauer in diesem Jahr mit dem zweiten Film aus dem Narnia-Epos: Die Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian von Narnia. Viel hat sich nicht verändert, Regisseur und Cast sind gleich geblieben. Gute Voraussetzungen für schwelgerische Fantasystunden.1300 Narniajahre späterNachdem die vier Pevensie-Kinder wieder in die reale Welt zurückgekehrt sind und ein Jahr zur Schule gingen, holt sie ihre turbulente Vergangenheit wieder ein: Narnia braucht sie. Dort sind inzwischen 1300 Jahre vergangen und Aslan, der einstige Herrscher ward seit gut 1000 Jahren nicht mehr gesehen. Viel ist geschehen in der Abwesenheit der jungen Helden und Narnia hat sich verändert: König Miraz hat das Land mit seinen Truppen überfallen und jagt all jene fabelhaften Wesen, die dieses Fleckchen Erde als ihre Heimat ansehen. Damit nicht genug, will Miraz nach der Geburt seines Sohnes den rechtmäßigen König Narnias, Prinz Kaspian, umbringen lassen. Dieser erkennt seine ausweglose Lage und importiert mittels „Wunderhorn“ die Pevensie-Kinder zurück nach Narnia, damit diese an seiner Seite für Recht und Ordnung kämpfen können…Inhaltlich reifer?Um ehrlich zu sein, klingt auch diese Geschichte so wie viele viele vor ihr: Das Böse betritt die Bildfläche, das Gute muss obsiegen. Fürwahr, auch hier wird kein Innovationspreis gewonnen, schon gar nicht bei den Fans des Genres. Dazu ähneln die Versatzstücke zu sehr denen aus bekannten Genrekollegen. Solang sie aber gut miteinander kombiniert werden, gibt es ja auch keinen wirklichen Grund zu meckern. Das war aber ein Hauptproblem des ersten Teils, der doch deutliche Defizite vorweisen konnte. Ein großer Stolperstein waren dort die eklatanten Tempo-Probleme, die auch jetzt noch nicht komplett ausgemerzt werden konnten. Besonders im Mittelteil von Prinz Kaspian nimmt der Film so viel Fahrt raus, dass man in seinem Sessel in Träumen versinkt und sich nur schwerlich auf das Gezeigte konzentriert. In der Kürze liegt die Würze, zumindest, wenn man Storypassagen nicht ohne Kratzer durchschiffen kann.Ein weiterer Punkt, der vielen Zuschauern sauer beim ersten Teil aufgestoßen ist, ist die überaus kindlich-christliche Inszenierung. Sicherlich lässt es sich nicht abstreiten, dass C.S. Lewis Vorlage schon sehr religiös geprägt wurde, aber eine Abschwächung wurde in der Filmvariante auch nicht durchgeführt. Darüber hinaus wurden jegliche gewalttätige Auseinandersetzungen kindgerecht abgeschwächt, sodass auch die Massenschlachten sehr gehemmt wirkten. Hier kann man beim zweiten Teil durchaus Entwarnung geben, merkt man doch, dass die komplette Umsetzung düsterer, man könnte fast die These aufstellen, reifer ausgefallen ist. Ein größeres Augenmerk wird auf die Darstellung des Bösen gesetzt und auch bei der Konfrontation geht es deutlich direkter und härter zu, ohne jetzt in große Blutorgien abzudriften. Ein Schritt in die richtige Richtung, um auch älteres Publikum gewinnen zu können. Das mag natürlich auch daran liegen, dass das Land Narnia an sich inzwischen bekannt ist und bunte Landschaftsaufnahmen nicht mehr ganz so wichtig sind. Ein Nachteil für all jene, die den ersten Teil nicht gesehen haben. Gewisses Vorwissen sei vorausgesetzt, denn sonst fällt der Einstieg in das Sequel doch etwas schwer, da man keine Zeit mit großen Erklärungen oder Rückblicken verliert. Noch mehr vertrödelte Spielzeit wäre unter Umständen auch tödlich gewesen. Die technische Umsetzung ist, wie sollte man es auch nicht anders erwarten, tadellos und so ist es eigentlich recht ernüchternd, dass man damit keine großen Zuschauerscharen mehr gewinnen kann. Die Schauspieler, allesamt durchaus sympathisch, haben sich äußerlich zwar ein wenig weiterentwickelt, sind aber im Grunde unverändert. Konnte man also im ersten Teil wenig mit ihnen anfangen, wird man sie auch jetzt noch nicht mögen. Neu hinzugekommen ist dafür Ben Barnes als Prinz Kaspian, der schon ein wenig Fantasyluft schnuppern konnte, hatte er doch eine Rolle in Der Sternwanderer. Man ist sozusagen auf dem richtigen Weg, um dem Narnia-Franchise die Ernsthaftigkeit einzuverleiben, damit es im Fantasygenre etabliert werden kann. 2010 soll dann der dritte Teil anstehen und man wird gespannt sein, wie reif dieses Werk womöglich sein wird. DialoghighlightFazitMan kann dem Film durchaus einen positiven Trend attestieren, zumindest im Vergleich zum leicht enttäuschenden ersten Teil. Inzwischen wirkt das Gezeigte reifer, ernster und anspruchsvoller - zumindest im Rahmen der Möglichkeiten. Nichtsdestotrotz fehlt noch immer ein großes Stück, um mit den besten Werken des Genres mithalten zu können. |
| Wertung: 7/10 | von Marcel Hanke (02.08.2008) |
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