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Filmkritik: Die Mumie 3

Infos: Verleih: Universal Pictures, Länge: 112 Min., Kinostart: 07.08.2008, FSK: ab 12 Jahren
Regie: Rob Cohen
Darsteller: Brendan Fraser, Jet Li, Maria Bello, Luke Ford, Michelle Yeoh, John Hannah
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
7 Jahre nach dem zweiten Teil wird nun die Mumie-Trilogie vervollständigt. Statt des bisherigen Regisseurs Stephen Sommers hat nun Rob Cohen (xXx) auf dem Regieposten Platz genommen und auch bei der Besetzung gab es Veränderungen. Und wie das bei Sommerblockbustern nunmal so ist, muss alles noch eine Nummer größer, bunter, teurer und actionreicher aussehen. Doch wie sieht es mit der Qualität aus, nimmt auch diese zu?

Terrakotta statt Mullbinden

Vor über 2000 Jahren herrschte der Drachenkaiser Han (Jet Li) mit grausamer Hand über sein Reich. Da er jedoch so viel zu tun hatte, strebte er nach der Unsterblichkeit. Doch die Hexe, die ihm diese Gabe zuteil werden lassen sollte, belegte ihn und seine Armee stattdessen mit einem Fluch, der sie in leblose Terrakottakrieger verwandelte. Zurück in der „Gegenwart“ des Jahres 1946 findet ein gewisser Alex O’Connell (Luke Ford), seines Zeichens erwachsener Sohn von Rick und Evelyn, eben jene Armee im chinesischen Erdreich. Seine Eltern haben sich eigentlich vorgenommen, sich zur Ruhe zu setzen und einen schönen Lebensabend zu genießen, doch imgrunde ödet sie dieses Leben zutiefst an. Kein Wunder da, dass sie begeistert sind, als die US-Regierung sie mit dem Transport des „Auges von Shangri-La“ nach China beauftragen. Dass sie dort natürlich prompt ihrem Sohn und dem wiedererweckten Drachenkaiser in die Arme laufen, ist da nur noch Formsache…

Effekte statt Atmosphäre

Man konnte sich eigentlich auf einen dritten Film der Mumie-Reihe freuen, waren die anderen beiden Teile doch kurzweiliges Abenteuerkino, das sich nicht zu ernst nahm und ein stimmungsvolles Ensemble bot. Dementsprechend erfolgreich schnitten beide auch an den weltweiten Kinokassen ab und so war es nur eine Frage der Zeit, bis Teil 3 kommen würde. Nun ist es soweit und gleich mehrere Gründe können für das Misslingen des Werks genannt werden. Der Wechsel auf dem Regiestuhl wurde mit Rob Cohen zu einem Griff ins Klo. Galt er in Hollywood nach seinem Flop mit Stealth als erledigt, durfte er sich hier noch einmal beweisen, bedient hierbei jedoch lediglich seine Kritiker, die ihm wieder einmal vorwerfen können, keinerlei Lebhaftigkeit in das Geschehen transportieren zu können. Der ganze Film wirkt trotz der ganzen Action unglaublich formelhaft und behäbig. Man kann bei allen wichtigen Stellen vorhersehen, was wie passieren wird. Ein Element, das die Vorgänger wesentlich besser umsetzten.
Auch die gruselige Atmosphäre, die durch die ägyptische Mumie und die damit einhergehende Mystik erzeugt wurde, bleibt hier vollends auf der Strecke. Das Setting nach China zu verlegen, war der absolut falsche Schritt, der Gegenspieler ist hier nicht ansatzweise ebenbürtig. Martial Arts-Star Jet Li kann einem hier wirklich leid tun, denn weder darf er hier seine Kampfkünste großartig zeigen, noch mit Präsenz glänzen, denn den Großteil des Films ist seine Figur aus dem Computer generiert. Warum kauft man solche Stars ein, um sie dann so wenig zu beschäftigen? Ein Zeichen für die mindere Qualität hätte schon die Entscheidung von Rachel Weisz sein müssen, die nach Sichtung des Drehbuchs abwinkte und durch Maria Bello (A History of Violence) leider nicht gleichwertig ersetzt wurde. Die Lebhaftigkeit von Weisz geht Bello völlig ab. In den Reigen der Ausfälle reiht sich neben dem lustlos spielenden Brendan Fraser auch John Hannah ein, der in den ersten beiden Teilen noch ein Garant für komische Momente war.
Bei aller Formelhaftigkeit der Story (inkl. unsäglicher Eltern-Sohn-Geschichte) wirken hier auch die Effekte völlig überladen und teilweise nur mittelmäßig durchgeführt. Das ganze Schlachtengetümmel wirkt wegen seiner PC-Herkunft so seelen- und lieblos, dass man gegen Ende öfter auf die Uhr schaut. Und wer braucht bitte CGI-Yetis?

Dialoghighlight

„Ich hasse Mumien! Die spielen nie fair!“

Fazit

Leider stellt Die Mumie – Das Grabmal des Drachenkaisers eine Fortsetzung dar, die ihren Vorgängern in keinem Aspekt etwas voraus hat, geschweige denn gleichwertig unterhaltsam ist. Die allgegenwärtigen Computereffekte nerven, das Geschehen ist vorhersehbar und wird daher schnell langweilig. Keiner von den alten Protagonisten ist auf altem Niveau. Wenn man sich deshalb die guten Erinnerungen an die Vorgänger nicht vermiesen will, sollte man diesen lieblosen Aufguss meiden.

Screen 1
Screen 2
Screen 3
Screen 4
Wertung: 4/10von Roman Beele (09.08.2008)

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