Du bist nicht eingeloggt. | LOGIN / REGISTRIEREN und OHNE PopUps DUKATEN SAMMELN
CONTENT EINSENDEN

Filmkritik: The Dark Knight

Infos: Verleih: Warner Bros., Länge: 152 Min., Kinostart: 21.08.2008, FSK: ab 16 Jahren
Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Christian Bale, Heath Ledger, Michael Caine, Morgan Freeman, Aaron Eckhart, Maggie Gyllenhaal, Gary Oldman
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Über kaum einen anderen Film liest und hört man aktuell so viel wie The Dark Knight, die heiß ersehnte Fortsetzung zu Christopher Nolans (The Prestige, Memento) Batman Begins. Nolan, der mit dem letztgenannten Werk das Batman-Franchise aus dem Tal der Tränen geführt hat, konnte auch für das Sequel erneut einen namhaften Cast gewinnen und der Film gelangte schon vor Kinostart zu tragischer Berühmtheit, als der Joker-Darsteller Heath Ledger (Brokeback Mountain, Die Gebrüder Grimm) plötzlich verstarb. Dennoch oder vielleicht auch gerade deshalb, knackte The Dark Knight in den USA dann fast alle Kinorekorde und avanciert damit jetzt schon zu einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Mit Vorschusslorbeeren ausgestattet, ist das Werk nun auch in Europa angekommen und die Fans erwarten inzwischen nichts anderes mehr als ein Meisterwerk. Nun wird sich zeigen, ob Nolan ein weiterer Geniestreich gelungen ist oder eine große Hypeblase demnächst zerplatzen wird.

Why so serious?

Gotham City hat sich seit dem Erscheinen des Batmans verändert: Die Kriminalität wird von allen Seiten bekämpft und die Geldreserven des organisierten Verbrechens stehen dabei ganz weit oben auf der Prioritätsliste des Bezirksstaatsanwaltes Harvey Dent (Aaron Eckhart). Genau zu diesem Zeitpunkt taucht der Joker auf der Spielfläche auf und er ist eine dieser Variablen, mit der niemand gerechnet hat – auf beiden Seiten des Gesetzes. Mit seiner verrückten und unberechenbaren Art stürzt er die Stadt schnell ins Chaos und verfolgt seine teuflischen Pläne. Einzig der dunkle Ritter Batman (Christian Bale) scheint dieser Bedrohung gewachsen zu sein und schon bald stehen sich diese Kontrahenten zum ersten Mal gegenüber. Doch Batman, alias Bruce Wayne, hat noch ganz andere Probleme, denn seine große Liebe Rachel (Maggie Gyllenhaal) ist mit Harvey liiert und so muss er auch eine Entscheidung treffen, ob er seinen Kampf gegen das Böse beenden sollte, denn dies ist die einzige Chance für eine etwaige Beziehung mit Rachel.

Der uralte Kampf Gut gegen Böse

Fürwahr, die Erwartungen nach der Wiedergeburt der Batman-Saga waren hoch, doch dass The Dark Knight solche Monsterwellen schlagen würde, damit hat dann nun doch niemand gerechnet. Doch die Eckdaten lassen Episches vermuten: knapp zweieinhalb Stunden Laufzeit, ein Produktionsbudget von gut und gerne 200 Millionen Dollar und ein Cast, der sich vor großen Namen kaum retten kann und das trotz der Tatsache, dass es zumindest einen Tausch der Schauspieler gegeben hat. Katie Holmes ging, Maggie Gyllenhaal kam und wirklich gestört hat es niemanden. Viel zu sehr liegt der Fokus der Zuschauer auf zwei Männern: Batman und dem Joker und an dieser Stelle sei Christopher Nolan schon gratuliert: Er hat hier den besten Sommerblockbuster der letzten Jahre abgeliefert und wohl auch die beste Comicverfilmung. Das liegt vor allem daran, dass der Film mehr ist als nur pure Eye Candy-Adaption, wie so manch Genrekollege, der zwar mit teuren Effekten aufwarten kann, aber keine Story dahinter hat. Das jüngste Beispiel ist hier Leterriers Hulk-Verfilmung.
Doch Nolan geht hier andere Wege: Schon von Beginn an besticht der Film mit einer sagenhaften Atmosphäre, die mit dem ersten Auftritt des Jokers etabliert und bis zum Ende aufrecht erhalten wird. Unterstützt von einem zurückhaltenden, aber stets präsenten Score, setzt so auch beim Publikum ein Gefühl des Unbehagens ein, welches parallel zum stetigen Verfall der Ordnung Gotham Citys immer weiter steigt. Auch wenn der Film natürlich mit spektakulären Actionsequenzen aufwarten kann – irgendwo muss das Geld ja auch hingeflossen sein – sind diese doch nie selbstzweckhaft oder aufgesetzt, sondern fügen sich harmonisch in das Geschehen ein. Doch was macht The Dark Knight denn nun wirklich aus? Es ist die Tiefe in der Geschichte, die dann eben doch weit mehr bietet als nur eine Vorlage für knackige Oneliner und schöne Stunts. Es wird hier eine Parabel über Moral und die Grundsätze des Wertesystems gesponnen, verpackt in einer Gangstergeschichte, welche mit äußerst starken Szenen aufwarten kann, die man so lange nicht mehr im Kino gesehen hat. Als Beispiel sei hier nur das „Duell“ der beiden Fähren genannt. Wenn man Nolan Vorwürfe machen kann, dann den, dass man zwischendurch schon den Eindruck bekommen kann, dass er hier zu viel wollte. Man merkt es besonders an unzähligen Subplots, die detailliert ausgearbeitet wurden, aber dann doch ein wenig zu kurz geraten sind oder auch daran, dass der Film so gar nicht ein Finale finden möchte. Bisweilen meint man zu merken, dass Nolan all jene Szenen noch einbinden wollte, die für ihn wichtig sind, so als ob es keinen dritten Teil mehr geben würde, was dann sehr schade sein würde. Der Joker kann jedenfalls nicht mehr zurückkehren, er darf es einfach nicht, denn ohne Heath Ledger wäre es ein zum Scheitern verurteiltes Unternehmen, da die Performance wirklich oscarreif war und man den Wahnsinn der Figur authentisch übermittelt bekommen hat. Heath Ledger ist der Joker und allein schon um dieses Schauspiel zu sehen, sollte man ins Kino pilgern, um dann noch viel mehr zu entdecken, was der Film vermitteln will. Ohne Frage das Sommerhighlight des Jahres.

Fazit

Wenn die Erwartungen ins Unermessliche steigen, sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Zum Glück verhält es sich in diesem Fall etwas anders, denn The Dark Knight kann auf ganzer Linie überzeugen. Einzig ein paar Kleinigkeiten, die bei genauerer Betrachtung ins Gewicht fallen, verhindern die Höchstwertung. Kein Grund, sich den Film nicht anzugucken.

Screen 1
Screen 2
Screen 3
Screen 4
Wertung: 9/10von Marcel Hanke (22.08.2008)

Kommentare

bislang keine

Deine Meinung

Du musst dich erst einloggen/registrieren ehe du einen Kommentar schreiben kannst.
 
Partner: 3DCenter
DVD-Spiel-Film.de
GamePilot
Konsolendealz
MMORPG
McMedia IE-Shop
PCGamesDatabase
PlayMore.de
PS3-Test
Speedmaniacs
SpieleRadar.de
trickz.de
TweakPC
Xchar Games News


Die Verantwortung für die Inhalte der gelinkten Seiten liegt bei den jeweiligen Seitenbetreibern und wird nicht von GameCaptain übernommen!
Names, trademarks and copyrights are the property of the originating companies.

copyright 1999-2011 Maiwald & Benne GbR, Jörg Benne

1657 3