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Filmkritik: Eagle Eye

Infos: Verleih: Universal Pictures, Länge: 117 Min., Kinostart: 09.10.2008, FSK: ab 12 Jahren
Regie: D.J. Caruso
Darsteller: Shia LaBeouf, Michelle Monaghan, Billy Bob Thornton, Michael Chiklis, William Sadler
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Shia LaBeouf hat den vermeintlichen Sprung vom unbekannten Jungschauspieler mit kleineren Nebenrollen zum angehimmelten Mädchenschwarm geschafft, dem man es zutraut, ganze Filme mit seinem Namen zu tragen. Was sich mit Transformers und Indiana Jones 4 abzeichnete, funktionierte bei Disturbia überraschend gut. Mit demselben Team um Regisseur D.J. Caruso will LaBeouf mit Eagle Eye seine Position als Zugpferd nun festigen. Wenn das jedoch seine Zukunft sein soll, wird er noch die ein oder andere Sinnkrise bekommen (Alkoholentzug hat er ja schon hinter sich)...

Jerry Shaw, sie wurden aktiviert

Jerry Shaw (Shia LaBeouf) folgt seinem Leben auf eigenwillige Art. Statt auf einer Eliteuni seine Karriere zu befeuern, arbeitet er als Bedienung in einem Kopiershop namens „Copy Cabana“. Chronisch pleite, verdient er sich seine Miete beim Pokerspielen, Besserung ist erstmal nicht in Sicht. Mit der Nachricht, dass sein beim Militär arbeitender Zwillingsbruder bei einem Unfall verstorben ist, ändert sich jedoch sein Leben schlagartig. Zurück in seiner Wohnung findet er nämlich haufenweise Hightech-Kriegsspielzeug, dessen Herkunft nicht nur ihm völlig schleierhaft ist. Der Anruf einer namenlosen Frau, die ihm befiehlt, sich schnellstens aus dem Staub zu machen, weil das FBI bereits vor der Tür stehe, trägt nicht zur Entwirrung der Situation bei, Jerry wird von den Bundesbeamten festgenommen und von Agent Morgan (Billy Bob Thornton) des Terrorismus bezichtigt.
Doch auch aus dieser Sackgasse verhilft Jerry die mysteriöse Frauenstimme, die ihn folglich durch den gesamten Film unter Androhung des Todes bei Zuwiderhandlung durch halb Amerika scheucht. Dabei ist Jerry jedoch nicht alleine, denn auch Rachel Holloman (Michelle Monaghan) muss den Anweisungen der Stimme folgen, da sonst ihr Sohn zu sterben droht. So beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn gleich mehrere Organisationen sind ihnen auf den Fersen...

Wozu das alles?!

Es ist zum Haare raufen. Es ist ja oft so, dass Filme den Anschein erwecken wollen, eine interessante Geschichte zu bieten, und dann grandios an der eigens erstellten Erwartungshaltung des Publikums scheitern, weil am Ende doch die Effekte mehr Raum einnehmen als das Geschehen. Gestaltete sich die angedeutete Handlung von Eagle Eye in den Trailern sowie der offiziellen Inhaltsangabe noch recht spannend, stellt sich bei jedem halbwegs mitdenkenden Zuschauer schon bald Ernüchterung ein. Aber nicht aufgrund von Oberflächlichkeit, sondern von Verwirrung und der elementaren Frage nach dem Sinn.
Es ist an dieser Stelle wirklich schwierig, sich anständig über das Storykonstrukt zu empören, ohne zu viel vorweg zu nehmen. Soviel jedoch: man hätte sich eine gute halbe Stunde sparen können. Die Auflösung (und der Weg dahin) sind äußerst weit her geholt und dürften für staunendes Heben der Augenbrauen sorgen. Für Leute, die weder 2001 – Odyssee im Weltraum, I, Robot oder Staatsfeind Nr. 1 kennen, mag dieses zusammengeklaute und -geklatschte Wirrwarr funktionieren, für das einfach zu beeindruckende amerikanische Publikum ohnehin, aber hierzulande darf es doch ruhig etwas logischer zur Sache gehen.
Dass der Film trotzdem keinen vollständigen Verriss verpasst bekommt, liegt an der guten Inszenierung. Die Action ist temporeich und spektakulär ausgestattet, Autocrashs, explodierende Raketen, zerstörte Gebäude sind zu begutachten. Eagle Eye lässt seinen Akteuren sowieso kaum Zeit für Ruhepausen, zieht bei einigen Szenen jedoch dann nochmal deutlich den Gashebel an und präsentiert sich so als ziemlich lautes Spektakel mit erfreulich zurückhaltenden CGI-Effekten.
Dass die Schauspieler in solch einem schnellen Treiben keine Mühe haben, ihre Rollen auszufüllen, dürfte klar sein, doch während Shia LaBeouf keine Mühe hat und seinen Part souverän, aber auch nicht sonderlich erinnerungswürdig abspult, bleiben Michelle Monaghan (Mission: Impossible 3), Billy Bob Thornton (Bad Santa) oder auch Rosario Dawson (Sin City) relativ blass und machen eher den Eindruck von Erfüllungsgehilfen.

Fazit

Eagle Eye hat schwer an seiner Story zu knacken, deren abstruser Verlauf mit geballter Unlogik garniert ist und für Kopfschütteln sorgt. Als Actionblockbuster funktioniert der Film da schon besser und kann mit einigen Szenen glänzen, die gut in Szene gesetzt wurden. Trotzdem nicht mehr als solides Fast Food.

Screen 1
Screen 2
Screen 3
Screen 4
Wertung: 5/10von Roman Beele (09.10.2008)

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