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Filmkritik: Hellboy 2: Die Goldene Armee

Infos: Verleih: Universal Pictures, Länge: 120 Min., Kinostart: 16.10.2008, FSK: ab 12 Jahren
Regie: Guillermo del Toro
Darsteller: Ron Perlman, Selma Blair, James Dodd, Doug Jones, Luke Goss
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Vier Jahre sind eine lange Zeit. So lange hat es nämlich gedauert, bis Guillermo del Toro den Fans das zweite Abenteuer rund um den Höllenkrieger Hellboy beschert hat. In dieser Zeit war der aus Mexiko stammende Regisseur jedoch nicht untätig, sein Erfolg gipfelte in dem mehrfach oscarprämierten Werk Pan's Labyrinth, das ihm einen Popularitätsschub einbrachte. Da der erste Hellboy-Film auch nicht gerade wenig Geld einspielte, waren somit beste Voraussetzungen für einen guten zweiten Teil gegeben. Konnte man sie nutzen?

Die goldene Armee

Einst bekämpften sich die Menschen und die Wesen der phantastischen Unterwelt mit großen Armeen und unerbittlicher Härte. Doch letztlich hat der alte König Balor den Krieg satt und schließt mit den Menschen einen Waffenstillstand. Die von ihm angeführte „Goldene Armee“, bestehend aus unzerstörbaren, maschinenähnlichen Wesen, wird an einem geheimen Ort verstaut und die Königskrone, die dem Besitzer die Befehlsgewalt über die Streitmacht verleiht, in drei Stücke geteilt, von denen eines den menschlichen Führern übergeben wird, um eine weitere kriegerische Auseinandersetzung auszuschließen.
Einige Jahrhunderte später sieht die Sache aber wieder ganz anders aus. Prinz Nuada (Luke Goss), seines Zeichens nahkampferprobter Königssohn, ist erbost über die Arroganz der Menschheit und will seine Zivilisation der Phantasiewesen wieder als erste Rasse auf der Welt etablieren. Um dieses Ziel zu erreichen, muss er die drei Teile finden und zusammenfügen. Nach einiger Zeit bekommt auch der für die menschlichen Belange kämpfende Hellboy (Ron Perlman) davon Wind und macht sich zusammen mit seiner Freundin Liz (Selma Blair), dem Amphibienwesen Abe (Doug Jones) und seinem neuen, von der Regierung entsandten Aufpasser Johann Krauss (James Dodd) auf den Weg, um Prinz Nuada aufzuhalten, bevor eine Schlacht epischen Ausmaßes ausbricht. Doch dabei muss sich auch Hellboy die Frage stellen, auf wessen Seite er eigentlich stehen will...

Was ein Höllenjob

Guillermo del Toro läuft langsam, aber sicher Gefahr, sich durch seine Projektwahl selbst zu limitieren. Nach dem Erstling und dem zwischenzeitlichen Pan's Labyrinth liefert er nun mit Hellboy – Die Goldene Armee den dritten Film in Folge ab, in dem es vor Fabel- und Phantasiekreaturen nur so wimmelt. Fraglos sagt das nichts über die Qualität aus und die Bewertungen seiner Arbeiten geben ihm recht, doch seine früheren Werke wie Mimic und Blade 2 konnten ebenfalls überzeugen, waren jedoch ganz anders konzipiert. Mit den kommenden Hobbitt-Verfilmungen wird er aber vorerst im selben Fahrwasser bleiben.
Eine Stärke des ersten Teils war die gute Chemie zwischen den Figuren. Der launische Hellboy, ideal verkörpert durch Ron Perlman, seine große Liebe Liz, der redselige Abe und der Agentenfrischling John Myers bildeten ein ungleiches Team, dessen Beziehungen untereinander viele Möglichkeiten zu humoristischen Einlagen bot. Die Auseinandersetzungen zwischen Hellboy und den bösen Kreaturen waren recht deftig, actionreich verpackt und mit einigem Kollateralschaden verbunden. Mit dieser Beschreibung kommen wir eigentlich auch bereits zum größten Schwachpunkt von Hellboy II: er bietet wenig Neues. Der rote Held ist immer noch miesepetrig-lustig und muss sich erneut mit verschiedenen Geschöpfen messen, um die menschliche Welt vor großem Unheil zu bewahren. Hätte der erste Teil dies nicht so hervorragend verkörpert, würden sich beim zweiten nicht so viele Deja-Vu-Erlebnisse einstellen, wie es hier nun der Fall ist.
Durch die Tatsache, dass alle Charaktere etabliert sind und der Film die Zeit nun anders nutzen kann, um eine umfangreichere Story zu erzählen, bieten sich zahlreiche Chancen, das Hellboy-Universum genauer darzustellen. Doch die annähernd zwei Stunden Laufzeit werden ab und an nur aufgefüllt, sei es die Beziehung von Hellboy und Liz oder auch die von Abe und Prinzessin Nuala (Anna Walton), was zuweilen recht ausgewalzt wirkt. Auch eigentlich interessante Aspekte, wie der in einigen Szenen angedeutete Zwiespalt von Hellboy, zu welcher Rasse er eigentlich gehört, werden nicht konsequent genug verfolgt. Zeit dafür wäre vorhanden gewesen. Auch der Titel, der groß die goldene Armee betont, wirkt am Ende ein bisschen blendend. Doch hierzu sollte sich wohl jeder seine eigene Meinung bilden.

Fazit

Nicht falsch verstehen, Hellboy: Die Goldene Armee ist nicht schlecht. Er ist unterhaltsam und hat im Vergleich zum Vorgänger einen hohen Wiedererkennungswert. Doch trotzdem hätte ihm etwas mehr Eigenständigkeit und Innovation gut getan, um nicht nur als zweiter Teil durchzugehen.

Screen 1
Screen 2
Screen 3
Screen 4
Wertung: 7/10von Roman Beele (16.10.2008)

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