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Filmkritik: Max Payne

| Infos: | Verleih: 20th Century Fox, Länge: 99 Min., Kinostart: 20.11.2008, FSK: ab 16 Jahren |
| Regie: | John Moore |
| Darsteller: | Mark Wahlberg, Mila Kunis, Beau Bridges, Ludacris, Donal Logue, Olga Kurylenko |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB |
Spieleverfilmungen aus dem Dunstkreis der USA haben den Werken von Uwe Boll eines voraus: das Fehlen seiner Person. Nach den vielen Enttäuschungen der durch den deutschen Regisseur verbrochenen Filme, blickt man fast schon mit Erleichterung über den großen Teich. Man hat das Gefühl, jeder andere könnte es besser machen als unser Landsmann. Der aktuelle Hoffnungsträger und Heilsbringer in spe ist John Moore. Jener zeichnet verantwortlich für die Verfilmung des Max Payne-Spielefranchises. Als Hauptdarsteller agiert Hollywoodakteur Mark Wahlberg und ein Budget von 35 Millionen Dollar nährt die Erwartungen der Fans. Nächster Anlauf, wieder enttäuschend?Von Engeln und DämonenDas Leben von Detective Max Payne (Mark Wahlberg) ist zerstört. Als er eines Tages nach Hause kam, fand er die Hölle auf Erden in Form seiner toten Frau und Baby vor, umgebracht von Junkies auf Entzug. Payne trifft noch in seinem Haus auf sie und kann zwei direkt erschießen, doch ein Dritter entkommt unerkannt. Seine Trauer münzt er um in eine rastlose Suche in den dunkelsten Ecken und Gesellschaftsschichten. Selbst drei Jahre nach der Tat verschwendet Payne keine Sekunde an den Gedanken des Aufgebens, zu sehr glaubt er an seine Chance. Seine Nachforschungen bringen ihn in näheren Kontakt mit einer Szene, in der die Droge „Valkyr“ unzählige Abhängige in den Selbstmord treibt, weil sie von grauenhaften Visionen geplagt werden. Als sein Partner Alex Balder auf einen Zusammenhang stößt und Max davon berichten will, wird er getötet. Natürlich ist Payne der Hauptverdächtige und muss nun auf eigene Faust weiter ermitteln. Nur die Kriminelle Mona Sax (Mila Kunis) steht ihm zur Seite, denn auch sie sucht nach den Verantwortlichen für den Tod ihrer Schwester, ebenfalls eine Valkyr-Abhängige. Nach und nach fallen die Puzzlestücke zusammen und ergeben ein Bild aus Lügen und grauenhaften Wahrheiten.Visuell stark, inhaltlich mäßigDas Genre des Film Noir ist nichts für lichte Gemüter, die das Leben lieben. Schon in den 30er/40er Jahren erfreute sich diese Stilrichtung großer Beliebtheit. So richtig ins neuzeitliche Gedächtnis des cineastischen Publikums brachte es sich durch den beispiellosen Erfolg von Sin City. Die düstere Stimmung, untermalt von einem Setting, in dem stets Nacht zu sein scheint, hoffnungslose Geschichten voller dunkler Geheimnisse und Helden, die oft jenseits der gängigen Moral handeln und denken, sind das Herzstück. Auf diesen Pfaden versucht auch John Moore (Das Omen [2006]) seine Vision von Max Payne zu verankern. Zumindest optisch gelang ihm hier einiges. Inhaltlich kann man aber enttäuscht sein.Die Story wurde variiert und läuft nun auch für Nichtkenner vereinfacht, viele Charaktere aus Teil 1 findet man im Film nicht wieder, an dem Motiv einer Verschwörung ändert sich hingegen nichts. Max sammelt Informationen und bahnt sich seinen Weg von einem Verdächtigen zum nächsten. Die Erzählstruktur des Spiels wird jedoch nicht ganz so genau verfolgt, die Flashbacks halten sich ziemlich in Grenzen, einen Off-Kommentar, der Einblick in Max' Seelenleben und zusätzliche Informationen gibt, sucht man hingegen vergeblich. Für einen normalen Film nicht dramatisch, für eine Verfilmung des Spiels aber auffallend fehlend. Die Action ist im Gegensatz zur spielerischen Vorlage relativ rar gesät. Nur zwei größere Schusswechsel finden statt, da kommt dann auch die für das Spiel typische Bullet-Time im Film zum Einsatz. Bei der Ballerei geht manches zu Bruch und inszenatorisch gibt es hier wenig zu meckern. Die vorher thematisierte Auslegung auf ein jugendliches Publikum tut der Kraft dieser Sequenzen keinen Abbruch, erwachsen wirkt das alles zu jedem Zeitpunkt. Noch mehr als ein Computerbildschirm hat die Kinoleinwand die Kraft, visuell überwältigende Augenblicke zu schaffen. So hat man auch in Max Payne einige surreale Momente optisch hervorragend inszeniert (z.B. die Visionen). Dem inhaltlichen Nährwert dienen sie dabei allerdings nicht und so bleibt man bei dem Geschehen bedauerlicherweise immer sehr weit weg, emotionale Anteilnahme durch den Zuschauer ist eher nicht zu erwarten. Das Geschehen wird ab und an auf eine Ebene gezogen, die das Publikum als zu abgedreht empfinden könnte. Die Wahl von Mark Wahlberg als Hauptdarsteller erwies sich als richtig, er kann den Anti-Helden, dem nichts außer Trauer und Rache im Leben bleibt, glaubwürdig und mit den nötigen schauspielerischen Talent verkörpern. Der Rest des Ensembles fällt ebenso angenehm auf, einzige Ausnahme bildet Mila Kunis, die als Fehlbesetzung bezeichnet werden kann. FazitMax Payne ist eine der besseren Verfilmungen in diesem bislang qualitativ enttäuschenden Filmgenre. Auf der optischen und schauspielerischen Ebene gibt es wenig Grund zur Klage, inhaltlich bietet sich aber ein weit weniger komplexes Bild als im Spiel. Über die gesamte Spieldauer kann man sich in das Geschehen nicht richtig einfühlen und bleibt so bloß ein simpler Beobachter. |
| Wertung: 6/10 | von Roman Beele (20.11.2008) |
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