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Filmkritik: Death Race

| Infos: | Verleih: Universal Pictures, Länge: 89 Min., Kinostart: 27.11.2008, FSK: keine Jugendfreigabe |
| Regie: | Paul W.S. Anderson |
| Darsteller: | Jason Statham, Joan Allen, Ian McShane, Tyrese Gibson |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB |
Bonuspunkte für das Überfahren von Rentnern und Kindern? Klingt zynisch und brutal und ist es auch. Doch Entwarnung, derartige Dinge konnte man nur im Original Frankensteins Todesrennen mit David Carradine und Sylvester Stallone aus dem Jahre 1975 bestaunen. Die Frischzellenkur aus dem Jahr 2008 mit dem Titel Death Race und Jason Statham in der Hauptrolle setzt andere Schwerpunkte. Die sind aber nicht minder rasant.Prisoner vs. PrisonerIm Jahr 2012 hat die Kriminalitätsrate in den USA einen historischen Höchststand erreicht. Die Gefängnisse sind überfüllt und es herrscht eine hoffnungslose Stimmung. In dieser Atmosphäre verwundert es nicht weiter, dass Hennessy (Joan Allen), die mächtige Chefin des berüchtigsten Gefängniskomplexes „Terminal Island“, in regelmäßigen Abständen Gefangene auf einem mit tödlichen Fallen gespickten Parcours schickt, auf dem sich die Schwerverbrecher in gepanzerten und bewaffneten Wagen gegenseitig das Leben auspusten. Damit sich das Ganze auch für die Veranstalterin lohnt, verkauft sie die Show für teures Geld im Internet an zahlungswilliges Publikum.Die Quoten schießen nicht zuletzt deshalb in die Höhe, weil die Fans „Frankenstein“, dem umjubelten, stets maskierten Star der Rennen, beim Siegen zusehen wollen. Dumm nur, dass dieser beim letzten Event tödlich verletzt wurde. Doch die findige Hennessy hat schon den passenden Ersatz gefunden. Jensen Ames (Jason Statham), der sich nach einem Mordkomplott gegen seine Frau zu Unrecht auf der Knastinsel wiederfindet, ist nicht nur ein harter Hund, sondern auch ehemaliger NASCAR-Fahrer. Hennessy schlägt ihm den Deal vor, nur ein Rennen gewinnen zu müssen, dann sei er frei. Beste Voraussetzungen also eigentlich, auch wenn man bezweifeln darf, dass Hennessy an Ames Überleben gelegen ist. Dieser hingegen will natürlich die Schuldigen für seine Lage finden und wieder in Freiheit bei seiner Tochter leben. Ein Interessenkonflikt mit Explosionspotential... Klassischer B-MovieRegisseur Paul. WS. Anderson ist jemand, der die Filmgemeinde spaltet. Die einen preisen ihn für seinen philosophischen Albtraumtrip Event Horizon, die anderen, darunter viele Gamefans, verteufeln ihn für Gameverfilmungen wie Mortal Kombat und Alien Vs. Predator. Oft scheiterte er an den Erwartungen, die das Publikum im Vorfeld ansammelte. Mit seinem aktuellen Film konnte ihm das nicht passieren, denn wer in Death Race geht, weiß, was ihn erwartet.Strafgefangene, die in einer unwirtlichen Umgebung in tödlichen Duellen gegeneinander antreten müssen, während alles per Kamera aufgezeichnet und im Internet feilgeboten wird? Schon die erste Szene gibt klar die Richtung an, nämlich Vollgas nach vorn. Selbstverständlich disqualifiziert sich der Film damit für anspruchsvolles Publikum und Wertungen im oberen Bereich, macht auf der B-Skala aber trotzdem gehörig Laune. Seine Stärken hat Death Race eindeutig in den Rennszenen, diese sind rasant inszeniert und gefilmt. Obwohl der Film nicht auf einem Spiel basiert, hat er durch einige Elemente durchaus das Potential für eine Versoftung des Stoffes. Die Autos können an bestimmten Stellen auf der Strecke über Symbole fahren, die entweder die Waffen- oder Schutzschildsysteme sowie Streckenfallen aktivieren und das Ganze „aufpeppen“. Ab und an gerät das Treiben auch recht brutal, weswegen die Freigabe verständlich ist. Jason Statham kann wie eh und je mit seiner Physis und Präsenz überzeugen, obwohl er seit gefühlten zehn Filmen denselben Typus verkörpert. Die Story an sich ist zu vernachlässigen und eher zweckmäßig eingebaut worden, dementsprechend wenig Mühe gibt man sich bei deren Auskleidung. Wie man auf Ames als Frankenstein-Ersatz kommt oder warum Hennessy ihrem Treiben ungestört nachgehen kann, spielt keine Rolle. Die angedeutete, aber recht unmotiviert daher kommende Liebesgeschichte zwischen Ames und seiner Beifahrerin wirkt ebenfalls mehr schlecht als recht eingebunden. Manchem mag das zu platt sein, Anspruch sucht man besser woanders. Death Race vertritt seine B-Herkunft mit lautem Getöse und versucht nie, mehr zu sein. So ist nach schlanken 85 Minuten auch schon Schluss und man geht mit breitem Gang aus dem Kinosaal. FazitWer ein durchgestyltes Ensemble mit Hochglanzautos sehen will, sollte sich eher The Fast and the Furious geben. Ist man jedoch an einem atemlosen B-Movie mit allen Stärken und Schwächen interessiert, die schon der Trailer andeutet, sollte man Death Race durchaus eine Chance geben. |
| Wertung: 6/10 | von Roman Beele (27.11.2008) |
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