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Filmkritik: Saw 5

| Infos: | Verleih: Kinowelt, Länge: 95 Min., Kinostart: 15.01.2009, FSK: Keine Jugendfreigabe |
| Regie: | David Hackl |
| Darsteller: | Tobin Bell, Scott Patterson, Costas Mandylor, Julie Benz |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB |
Die Frage, ob dieses Jahr ein neuer Saw-Teil in die Kinos kommen würde, stellt sich mittlerweile ja gar nicht mehr. In den letzten fünf Jahren wurde man konsequent und ungefragt mit einem Aufguss bedrängt. Doch der mittlerweile fünfte Teil musste irgendwas anders machen, soviel stand fest. Nochmal ein so verschachteltes und unbefriedigendes Verwirrspiel wie Saw 4 konnte man sich nicht erlauben. Zudem neigt sich auch das Saw-Franchise, wenn man den aktuellen Planungen glauben mag, seinem baldigen Ende zu, denn bei Teil 6 soll angeblich Schluss sein. Doch bleiben wir beim Hier und Jetzt.Sie sind Teil einer sehr viel größeren SacheEs beginnt gewohnt. Ein Raum, fünf Personen, eine Nachricht von Jigsaw. Der Fallenparcours, der vor ihnen liege, werde aus fünf schließlich einen machen, denn jedes Szenario fordert einen Toten. Fortan kämpfen Jill, Brit, Luba, Charles und Mallick um's Überleben in diesem neuesten Spiel des selbsterkorenen Herrn über Leben und Tod, Jigsaw. Doch halt, ist der eigentliche Jigsaw nicht schon seit Teil 3 Geschichte? Stimmt. Am Ende von Teil 4 wird die düstere Vermutung zur Gewissheit: Detective Mark Hoffman (Costas Mandylor) soll der legitime Nachfolger des Foltermeisters sein. Allmählich kommt der besessen wirkende Agent Peter Strahm (Scott Patterson) hinter die Machenschaften seines abtrünnigen Kollegen und stellt Nachforschungen an, die ihn immer tiefer in die geheimnisvolle Jigsaw-Welt vordringen lassen, ihn jedoch gleichzeitig in immer größere Gefahr bringen, denn sein Gegenspieler ist keineswegs untätig. Derweil läuft die Zeit für die fünf Personen in dem Fallenmarathon erbarmungslos ab. Und auch sie haben ein Geheimnis, das größer ist als jeder alleine...“You won't believe how it ends“An Selbstvertrauen hat es den Autoren- und Sloganschreibern noch nie gemangelt. Das hier als Überschrift fungierende Zitat verdeutlicht das sehr gut, denn ganz so dumm, wie man den Zuschauer hier schon im Vorfeld abstempelt, ist er ganz sicher nicht, obgleich man aufgrund der oftmals zu hörenden Lobgesänge auf die brutalen Folterorgien schon den Eindruck bekommen kann, dass sich vor allem Gewaltfetischisten der Saw-Reihe verschrieben haben. Dennoch stellte der enttäuschende vierte Teil die Weichen derart deutlich, dass der Endtwist am Ende beinahe wirkungslos verpufft, obgleich die Schlusspointen immer noch reichlich fies daherkommen.Daran tragen auch die zahlreichen Rückblenden eine große Schuld. Doch diese sind gleichzeitig eine Stärke des Films. Kaum noch große Zeitspielereien und Tonnen von neuen Charakteren, sondern stattdessen endlich mal ein bisschen Licht im Dunkel. Man erfährt mehr über die (fragwürdige) Philosophie von Jigsaw, seine Methoden, um an Opfer zu kommen und seine Helfer. Manche Flashbacks muten gar wie eine Art „Making Of“ bestimmter Fallen an und machen dabei nicht den Fehler, alles zu entzaubern. Obwohl auch neue Fragen aufgeworfen werden, die der 6. Part dann (hoffentlich) beantworten wird, verschafft dieses Mehr an Einsicht schon mal ein ordentliches Stück Befriedigung. Was die erwähnte Gewalt angeht, gibt sich Saw 5 im Vergleich zu seinen Vorgängern jedoch relativ zahm, zumindest in der in den Lichtspielhäusern zu begutachtenden, internationalen Kinofassung. Trotz seiner zurückhaltenderen Art, hat der Film immer noch beinharte Fallen in petto, die aufgrund ihres Realismus mit Leichtigkeit für unangenehme Anspannung beim Zuschauer sorgen. Schauspielerisch reißt sich hier hingegen niemand ein Bein aus. Jeder der fünf Probanden in Jigsaws Test bleibt austauschbar, nicht einmal Julie Benz (John Rambo) kann sich bleibend im Gedächtnis verewigen. Als erstaunlich uncharismatisch und hölzern erweist sich auch das Spiel des vermeintlichen Jigsaw-Nachfolgers Costas Mandylor. Mehr als eine harte Miene kann auch er seiner Figur nicht verleihen, ganz im Gegensatz zu Scott Patterson als Agent Strahm, der den Zuschauer klar auf seiner Seite hat. FazitSaw 5 ist eine nicht mehr für möglich gehaltene, zwischenzeitliche Steigerung in einer Reihe, der man spätestens nach Teil 4 mit bestenfalls sehr geringen Erwartungen gegenüberstand. Die Schwerpunktverschiebung weg von allzu großer Konzentration auf die Fallen und ihre suppenden Konsequenzen hin zu einer chronologischen Aufarbeitung zahlreicher Fragen war nötig und wünschenswert.Trotzdem ist auch dieser Teil nur solide B-Horror-Unterhaltung, denn für mehr fehlt es fast allen Beteiligten an Fähigkeit und Klasse. |
| Wertung: 6/10 | von Roman Beele (15.01.2009) |
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