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Filmkritik: Watchmen - Die Wächter

| Infos: | Verleih: Paramount, Länge: 162 Min., Kinostart: 5.03.2009, FSK: ab 16 Jahren |
| Regie: | Zack Snyder |
| Darsteller: | Jeffrey Dean Morgan, Jackie Earle Haley, Malin Akerman, Patrick Wilson, Billy Crudup, Matthew Goode |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB |
Mit dem Kinostart der Comicverfilmung Watchmen geht eine Entwicklung zu Ende, die vor 22 Jahren begann. Immer wieder wurde versucht, den Stoff auf die große Leinwand zu bringen, doch neben Planungsproblemen war es vor allem der Inhalt, der in seiner Komplexität als unverfilmbar galt. Als sich schließlich Regisseur Zack Snyder (300) des Stoffes annahm, untersagte Autor Alan Moore nicht nur jedwede Unterstüzung, Snyder erhielt sogar Morddrohungen. Ist das ganze Bohei gerechtfertigt oder erleben wir hier nur eine weitere Verfilmung eines Superheldenepos?Die Helden des AtomzeitaltersAls der Comedian (Jeffrey Dean Morgan), ein Superheld im Ruhestand, von einem maskierten Attentäter ermordet wird, schrillen bei seinem ehemaligen Kollegen Rorschach (Jackie Earle Haley) alle Alarmglocken. Er vermutet mehr dahinter als einen simplen Zufall. Seine Ermittlungen lassen ihn zu dem Schluss kommen, dass auch die anderen, mittlerweile nicht mehr aktiven Mitglieder der Superheldengruppe der Watchmen, Ziel einer mörderischen Verschwörung sind. Er reaktiviert darum seine alten Weggefährten Silk Spectre II (Malin Akerman), Night Owl II (Patrick Wilson), Ozymandias (Matthew Goode) und Dr. Manhattan (Billy Crudup), ein gottähnliches, blau erstrahlendes Wesen in Menschengestalt (das übrigens ¾ des Films seine volle Manneskraft zur Schau stellt und als einziges Mitglied wirkliche Superkräfte besitzt). Zusammen sollen sie die Menschheit bewachen und vor einer katastrophalen Verschwörung bewahren. Doch wer wacht über die Watchmen?DIE Symbiose von Action und Anspruch?Der Kultcomic von Autor Alan Moore (V wie Vendetta) gilt als sowas wie der intellektuelle Heilige Gral der Szene. Fernab der bunten Spektakel von „Vorbildern“ wie Spiderman oder den Fantastic Four bewegt sich Watchmen eher in den thematischen Niederungen einer Dystopie, die zum Zeitpunkt der Entstehung des Comics realer nicht hätte sein können. Zu Zeiten des Kalten Krieges zwischen den USA und Russland angesiedelt, wird immer wieder auf die anstehende Gefahr eines bevorstehenden nuklearen Holocaust verwiesen. Dabei werden die „Superhelden“ kaum als solche dargestellt. Hinter ihrer Fassade sind es meist verbitterte Menschen, die von der Gesellschaft angeekelt sind und sie teilweise verachten, wie man an der Figur des „Comedian“ überdeutlich sehen kann.Diese düstere Grundstimmung wird gepaart mit einer Geschichte, die viel Nachdenken und Aufmerksamkeit vom Zuschauer erfordert. Wer nicht bereit ist, dem sehr dialoglastigen Film zu folgen und stattdessen nur auf die nächste Actionszene wartet, sollte einen großen Bogen um den Film machen. Hat ein Spiderman mal ab und an mit Identitätszweifeln zu kämpfen, wird bei den Watchmen eine weitaus breitere Palette an Konflikten ausgefüllt, bei der man es sich nicht leisten kann, nur mit halbem Ohr hinzuhören. Auch, dass gleich mehrere Charaktere in die Story eingebettet sind, trägt nicht zum leichten Konsum des Stoffes bei, denn obgleich keiner dem anderen gleicht, dauert es schon eine Weile, bis man sich ein Bild von jedem machen kann. Was die visuelle Umsetzung angeht, hat man es erwartungsgemäß mit beeindruckenden Effekten zu tun. Explosionen, detailreiche CGI-Effekte und Kampfszenen wurden von Snyder in ästhetischer Manier inszeniert. Dass hier der Macher von 300 am Werk war, ist oft zu erkennen. Das gilt auch für den Gewaltgrad, der es in einigen Szenen durchaus in sich hat und vom roten Lebenssaft alles andere als zimperlichen Gebrauch macht. Trotz aller Ernsthaftigkeit hat der Film jedoch auch humorige Momente, die zwar oft in Zynismus getränkt sind, aber dennoch für Lacher sorgen. Das liegt auch an Charakteren wie Rorschach, mit dem man wohl kaum ein Bier trinken würde, aber dennoch auf seinem Kreuzzug gegen noch übleres Pack mitfiebert. FazitEs bleibt die abschließende Frage, ob Watchmen trotz der ausufernden Werbekampagne das Potenzial hat, die Massen zu begeistern. Dafür ist der Film vielleicht zu nah und originalgetreu am Comic dran und erschwert Nichtkennern der Materie den Einstieg enorm. Dass die Actionszenen klasse in Szene gesetzt wurden, steht außer Frage und wer mal eine anspruchsvolle, erwachsene Comicverfilmung sehen will, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Als Date-Movie oder Sommerblockbuster eignet sich Watchmen aber zweifelsfrei nicht. |
| Wertung: 7/10 | von Roman Beele (06.03.2009) |
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