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Filmkritik: Unbeugsam

| Infos: | Verleih: Constantin Film, Länge: 137 Min., Kinostart: 23.04.2009, FSK: ab 16 Jahren |
| Regie: | Edward Zwick |
| Darsteller: | Daniel Craig, Liev Schreiber, Jamie Bell |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB |
Einen Schauspieler auf eine Rolle festzulegen, mit der er besondere Leistung erbracht oder einen großen Erfolg gefeiert hat, ist leicht und wird nur allzu gern getan. Sich dagegen zur Wehr zu setzen, ist für einen Akteur da oft gar nicht so leicht. Eine besonders schwere Form dieser „Bürde“ muss derzeit Daniel Craig tragen, den natürlich alle mit seiner Darstellung des britischen Geheimagenten James Bond in Verbindung bringen. Doch dabei dreht er auch abseits davon Filme, die eine genauere Betrachtung verdient hätten. Unbeugsam ist so einer.Die Robin Hoods des WWII?In der Region, die heute als Weißrussland bekannt ist, unterdrückten die Naziarmeen die Menschen genauso wie in anderen Teilen der Erde. Auch hier trieben sie die jüdische Bevölkerung zusammen und töteten oder verschleppten sie. Auch die Familie Bielski gehört zu den Opfern. Als Einzige überleben die vier Brüder Tuvia (Daniel Craig), Zus (Liev Schreiber), Asael (Jamie Bell) und der kleine Aaron, die sich fortan in den dichten Wäldern vor den Nazischergen verstecken. Sie wollen Rache nehmen an denen, die ihre Familie verraten haben und sich nicht kampflos ergeben. Doch lange bleiben sie nicht allein, denn immer wieder stoßen sie auf weitere jüdische Flüchtlinge und schnell wird klar, dass die Brüder, allen voran Tuvia, selbst früher Soldat in der polnischen Armee, die immer größere Schar von Menschen anführen müssen. Dabei erweist sich nicht nur die stets präsente Gefahr, von der deutschen Wehrmacht entdeckt zu werden, als Zerreißprobe für die angsterfüllte Gruppe, sondern auch die ständige Knappheit an Essensvorräten. Bei ihren Streifzügen begeben sich Tuvia und seine Mitstreiter jedes Mal in Lebensgefahr und längst ist die Naziführung auf ihr Rebellentum aufmerksam geworden...Wahre Begebenheit?Regisseur Edward Zwick (Blood Diamond, Last Samurai) verfilmte das Buch von Nechama Tec, das die Geschichte der Bielski-Brüder erzählt, doch musste er offensichtlich Abstriche machen, um einen typischen Hollywood-Film verwirklichen zu können. Manche historische Quellen stellen das Treiben der sogenannten Bielski-Brigaden nämlich durchaus in ein negatives Licht, Raubzüge und Massaker eines ganzen Dorfes inklusive. Derartige Widersprüche begegnen einem bei vielen Verfilmungen realer Ereignisse aus der Weltkriegszeit, zuletzt bei Operation Walküre mit Tom Cruise und sollten nicht außer Acht gelassen werden.Konzentrieren wir uns dennoch auf den Film als solchen. Die Mischung aus Drama und Actionszenen profitiert vor allem von ihrem kompetenten Cast. Mit Daniel Craig wurde zwar das Risiko eingegangen, einen mittlerweile stark vorbelasteten Hauptdarsteller zu verpflichten, doch er vermag es, seiner Figur des Tuvia Bielski eine starke Eigenständigkeit zu verleihen. Man sieht ihm an, dass er einerseits für seine Freiheit bis zum Tod kämpfen würde, aber doch schwer an seiner Verantwortung für die vielen Flüchtlinge zu tragen hat. Auch Liev Schreiber als eher aufbrausender Zus und Jamie Bell als zurückhaltender Asael füllen ihre Rollen gut aus, obwohl das Drehbuch ihnen teilweise recht klischeehafte Charakterzüge verleiht. Apropos Drehbuch. Hier gibt es wenige Überraschungen, natürlich sorgen einige Momente, in denen die Gemeinschaft durch Naziangriffe oder Intrigen im Innern zu zerbrechen droht, für Spannung. In der Art, wie die Geschichte aufgezogen ist, stellt sich allerdings weniger die Frage, ob die Gruppe ihr Martyrium überstehen wird als auf welche Weise sie es schafft. Das wird jedoch dadurch wett gemacht, dass man mit den Figuren mitfühlt. Eine Stärke des Films ist zum einen seine Bildsprache. Die Kameraarbeit von Unbeugsam verwöhnt das Auge und sorgt mit ihrer ruhigen Art für eine wohltuende Abwechslung von den oft wirren Schnittspektakeln jüngeren Datums. Unterstützt wird das vom zurecht für den Oscar nominierten Soundtrack von James Newton Howard, der mit seinen wehklagenden Streichermelodien dem Ganzen eine tragische Schwere verleiht, die den Film zu einem intensiven Erlebnis werden lässt. Was die Action angeht, muss natürlich die Zeit berücksichtigt werden, in der der Film spielt, dementsprechend sollte man keine effektvollen Explosionen am laufenden Band erwarten, die Auseinandersetzungen sind meistens kurz und heftig, was dem Realismus zugute kommt. FazitSicherlich werden hier keine Innovationen geboten. Unbeugsam ist ein im Grunde recht schablonenhaftes Kriegsdrama, das sich jedoch durch seine exzellenten Schauspieler und seine gute Inszenierung doch noch vom Einheitsbrei abheben kann. |
| Wertung: 7/10 | von Roman Beele (23.04.2009) |
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