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Filmkritik: Star Trek

Infos: Verleih: Paramount, Länge: 124 Min., Kinostart: 07.05.2009, FSK: ab 12 Jahren
Regie:J.J.Abrams
Darsteller:   Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Leonard Nimoy, Zoë Saldaña, Winona Ryder
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Ja-ja, die Sache mit Star Trek. Wie lange gibt es diese Geschichte schon? Seit den 60ern? Da werden diejenigen, die von Anfang an dabei waren, auch schon langsam weniger und es ist kein Wunder, dass nach der zuletzt vollends missglückten Serie Star Trek: Enterprise und dem ziemlich faden Kino-Film Star Trek: Nemesis der Serie jetzt mal ein komplettes „Facelift“ verpasst wurde. Bei Autos nennt man das so, bei Raumschiffen ist das sicher nicht anders, wenn ein Modell zwar gleich bleibt, aber in der Optik etwas an das aktuelle Geschehen angepasst wird. Deshalb läuft nun bald der elfte Kino-Film an, der diesmal mit dem schlichten Titel Star Trek ohne irgendwelche Zusätze auskommt. Was ist nun vom ganzen Hype um die Serien und Kino-Filme übrig geblieben? Hat die Verjüngungskur gut getan oder haben wir jetzt Hollywood-Einheitsbrei mit Star-Trek-Geschmack?

Ein Farmer, ein Vulkanier und all die anderen

Wir schreiben das Jahr 2258 – meine Sternenzeituhr hat leider den Geist aufgegeben, genauer kann ich das Datum nicht festmachen. Es gibt einen jungen Farmer, der bei seinem Onkel aufwächst und aufgrund seines Dickkopfes nichts als Ärger macht. Nach einer Schlägerei in einer Kneipe wird der junge Mann, der niemand anderes als James Tiberius Kirk ist, von Captain Christopher Pike entdeckt und aufgefordert, sich bei der Sternenflotte einzuschreiben. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf, so programmiert Kirk den Kampfsimulator um, damit er den Test besiegen kann, da geraten Kirk und Spock aneinander, „Pille“ und Kirk werden schnell Freunde und so langsam findet auch der Rest der Crew zusammen, die später Geschichte schreiben wird. Eigentlich ja erst in der Zukunft, aber da uns die Zukunft schon bekannt ist, ist eben hier etwas anders.
Natürlich muss Kirk die Welt retten und über Umwege erfährt er mehr vom Tod seines Vaters, seiner Freundschaft mit Spock und der Bedeutung, die er in diesem ganzen Spiel und dem Machtkampf im Weltraum hat. Es ist schließlich nicht der Abschlussball einer Schulklasse, sondern mit dem Romulaner Nero hat sich ein grimmiger Kriegsherr das Wort Rache auf die Fahnen geschrieben und will die Föderation dafür büßen lassen, dass sein Heimatplanet vernichtet wurde. Da wir alle wissen, das Kirk und seine Crew Filmgeschichte geschrieben haben, kann der Film nur gut ausgehen – die Frage ist nur, welchen Weg und welche Irrungen wir im Kinosessel erleben werden.

Ein Neuanfang für alle – mit ein wenig Nostalgie

Da ist er nun, der neue Star Trek. Ein Film, an dem so vieles neu ist, an dem aber doch einiges gleich geblieben ist. Es läuft aber alles auf eines hinaus: Eine jüngere Zielgruppe soll angesprochen werden, was aufgrund des schnellen und gut funktionieren Action-Kinos ganz sicher auch funktionieren wird. Natürlich kommen auch Star-Trek-Fans auf ihre Kosten: Schließlich sind alle Charaktere aus der ursprünglichen Serie mit dabei, wenn auch jetzt mit neuen Gesichtern.
Aber schauspielerisch gibt es ohnehin nicht viel zu bemängeln: Ob nun Chris Pine (James T. Kirk), Zachary Quinto (Spock), Karl Urban („Pille“ McCoy) oder Simon Pegg (Montgomery Scott), Anton Yelchin (Pavel Chekov), John Cho (Sulu) und Zoë Saldaña (Uhura) – sie alle lösen ihre Aufgaben ganz souverän. Dabei darf man das Ganze aber nicht durch die Vergangenheitsbrille betrachten und zu sehr mit dem vergleichen, was die namhaften Vorgänger mal leisteten. Gerade Zachary Quinto hat an Nimoys Erbe schwer zu knabbern, ist bei weitem nicht so kühl und abgeklärt. Rein historisch ist das sogar logisch, das lässt dem jungen Spock noch einen großen Entwicklungsspielraum.
Wenig überzeugend ist hingegen der Bösewicht im Film, was nicht unbedingt am Darsteller Eric Bana liegt: Viel Spielraum bietet die Figur des Nero nicht, sie ist letztlich einfach nur rachsüchtig und böse. Das war es dann auch schon. Letztlich wird so ein Finsterling gebraucht, etwas mehr Tiefgang hätte ihm aber nicht geschadet.
Mal abgesehen von einer mitunter äußerst hektischen Kameraführung ist die Optik bei Star Trek durchaus gelungen, ohne dabei aber oscarverdächtig mit Effekten um sich zu werfen. Alles sieht gut aus, es ist unterm Strich wirklich gelungenes und gutes Popcorn-Kino. Das ist keine Abwertung, sondern eine Schublade: Der neue Star Trek unterhält, er bietet keinen moralischen Finger, er bietet insgesamt wenig Tiefgang, aber er ist kurzweilig anzuschauen. Hier eine Eiswüste, dort ein gigantisches Raumschiff, Explosionen hier und da hinten noch eine Supernova.

Fazit

Mit dieser schicken Bilderflut und dem schnellen Erzählstrang, der die gut zwei Stunden im Kinosaal nie langweilig werden lässt, wird ganz deutlich die Masse angesprochen. Schlimm ist das sicher nicht, aber Flair und Charme der Star-Trek-Philosophie sind bei weitem nicht mehr so präsent wie noch zu Zeiten eines William Shattner oder Patrick Stewart.

Screen 1
Der neue, ganz junge James Tiberius Kirk...
Screen 2
...und die legendäre Uhura sowie...
Screen 3
...das russische Genie Pavel Chekov...
Screen 4
An Tricktechnik wurde jedenfalls nicht gespart - der Sternenflotten-Hafen auf der Erde...
Screen 5
Neros Bohrer - heiß und heftig...
Screen 6
Scotty spricht mit schottischem Akzent und ist natürlich auch noch ganz jung...
Wertung: 7/10von Armin Sengbusch (30.04.2009)

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