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Filmkritik: Terminator: Die Erlösung

Infos: Verleih: Columbia Pictures / Sony Pictures, Länge: 115 Min., Kinostart: 04.06.2009, FSK: ab 16 Jahren
Regie: McG
Darsteller:   Christian Bale, Sam Worthington, Moon Bloodgood, Helena Bonham Carter, Anton Yelchin
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Spätestens seit des zweiten Teils der Terminator-Serie ist der Hype um den Kampf zwischen Mensch und Maschinen gigantisch. Damals noch mit dem heutigen Gouverneur Arnold Schwarzenegger ging es um das Überleben von John Connor, dem Anführer der Widerstandbewegung in einer Zukunft, die nicht feststeht. Na was für ein Glück, wir haben also unser Schicksal in der Hand. Auch im viertel Teil Terminator: Die Erlösung geht es wieder um den Kampf zwischen Fleisch und Stahl, diesmal aber mit neuen Gesichtern. Diesmal spielt die Geschichte nicht mehr in der Gegenwart, sondern in der Zukunft.

Wenn eine Maschine wie ein Mensch denkt...

Der Tag der Abrechnung war schon, die Maschinen regieren in einer zerbombten, zerklüfteten Welt. Die letzten Überreste der Menschheit werden gejagt und getötet, die Stahlkolosse kennen keine Gnade. John Connor (Christian Bale) führt den Widerstand der Menschen gegen die künstliche Intelligenz von Skynet an. Na ja, nicht direkt, im Grunde genommen ist John Connor noch dem Hauptkommando von General Ashdown (Michael Ironside) unterstellt.
Der Kampf gegen Skynet könnte mit einem Störsender extrem schnell beendet werden, doch da gibt es noch ein paar unvorhergesehene Ereignisse, die sich vor allem in Person von Marcus Wright (Sam Worthington) offenbaren. Halb Maschine, halb Mensch, bringt er Connors Sicht auf die Dinge durcheinander und der Anführer muss sich mal wieder entscheiden, ob er einer Maschine vertrauen will oder den Kampf gegen den Stahl ohne Ausnahmen führt.

Widerstand, Widersprüche und Widersinnliches

Wer die Terminator-Reihe kennt, der weiß letztlich schon, wie die Filme ablaufen: Spektakuläre Explosionen, tolle Tricktechnik, die beim zweiten Teil bekanntlich auch einen Oscar einheimste. Bei allem Bumm und Zisch und Peng fehlt bei Terminator: Die Erlösung aber etwas, das vermutlich erst dann aufgelöst wird, wenn es einen ungeschnittenen Directors Cut gibt. Immer wieder tauchen Lücken in der Handlung auf, die den Zuschauer verwirrt in den Kinosessel drücken. Nicht, dass die Geschichte zu verwirrend wäre, um ihr zu folgen – im Gegenteil. Es ist eine typische Terminator-Handlung und selbst der dümmste Zuschauer merkt sofort, dass mit Mr. Wright etwas wrong ist. Wer die ersten drei Teile kennt, wird auch viele Szenen entdecken, die fast deckungsgleich sind. Eine schöne Sache, da werden Erinnerungen wach und auch der Satz „I’ll be back“ kommt wieder vor. Mögen diese kleinen Homage-Fetzen auch sehr schön sein, im letzten Drittel gibt es so viele logische Lücken, dass schließlich der ganze Film darunter leidet.
Dabei liefern sowohl Sam Worthington als auch Christian Bale wirklich gute Arbeit ab. Bale soll bei der Offerte für die Rolle des John Connors zurückhaltend gewesen sein, weil er sicher gehen wollte, dass mehr als ein Action-Film dahinter steckt. Was ihn letztlich davon überzeugt hat, wird kaum jemand erfahren, vielleicht eine Zahl, von der viele andere Menschen nur träumen, vielleicht auch eine Maschine aus der Zukunft. Denn viel mehr als ein Action-Film ist der vierte Teil der Serie nicht, womit er die Reihe einwandfrei fortführt, aber eben auch nicht neu erfindet. Die Fans wird es freuen, wer etwas Neues, vollkommen anderes erwartet, dürfte enttäuscht werden. So hat sich auch in der Musik wenig getan, es gibt keine neue Hymne, keinen neuen Titel-Song. Wer zu Anfang die Augen schließt, der hört die Musik von Terminator 2 und fragt sich, ob er im falschen Film gelandet ist.
Entgegen der Ankündigung von Regisseur McG sind es nicht die Schauspieler, die den Film tragen, es ist die Action, es sind die Effekte. Das ist insofern ärgerlich, als dass ein Aufgebot an guten Schauspielern schlichtweg verheizt wurde. Anton Yelcin oder auch Helena Bonham-Carter haben kaum Möglichkeit sich zu beweisen, zu sehr stehen die Spezial-Effekte im Vordergrund.

Fazit

Ich hatte mir weitaus mehr versprochen von dem neuen Terminator. Wenn ich ehrlich bin, dann fühlte ich mich rund eine Stunde lang gut unterhalten, doch dann wurde es dämlich, dann überwogen die Lücken in der Handlung, dann folgte die Ernüchterung. In der zweiten Hälfte konnten weder Worthington noch Bale etwas retten. Die Menschheit vielleicht, aber nicht den Film, der dann ins Mittelmaß absinkt.

Screen 1
So sieht er nun aus: John Connor (Christian Bale) und...
Screen 2
...er führt einen verbissenen Kampf gegen die Maschinen...
Screen 3
...die Fans sofort identifizieren werden...
Screen 4
...und auch ein neues Gesicht dabei entdecken können.
Wertung: 6/10von Armin Sengbusch (25.05.2009)

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