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Filmkritik: Transformers – Die Rache

| Infos: | Verleih: DreamWorks SKG, Länge: 150 Min., Kinostart: 24.06.2009, FSK: ab 16 Jahren |
| Regie: | Michael Bay |
| Darsteller: | Shia LaBeouf, Megan Fox, Josh Duhamel, Tyrese Gibson, Kevin Dunn, Julie White, John Turturro |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB |
Wenn es knallt und ächzt und zischt und spritzt und viele Klischees erfüllt werden, dann ist es Zeit für einen Film von Regisseur Michael Bay. Wer nicht weiß, was damit gemeint ist, der kennt vermutlich weder Transformers (2007), The Island (2005), Bad Boys II (2003) oder Armageddon (1998). Popcorn-Kino ohne großen Tiefgang, statt dessen Unterhaltung und Action so weit das Auge reicht. Unterhaltung ist zunächst einmal eine gute Sache und wer darauf steht, dass gewaltige Roboter sich miteinander prügeln, dass Gebäude explodieren, die Menschheit kurz vor der Vernichtung steht und das Schicksal in den Händen der Amerikaner liegt, der dürfte bei Transformers – Die Rache (Revenge of the Fallen) gut aufgehoben sein.Wir retten die Welt, Teil zweiNachdem im ersten Transformers-Film alles gut ausging, startet der zweite Teil damit, dass nun Menschen und Autobots gemeinsam die Erde nach den verbliebenen Decepticons absuchen, um endgültig aufzuräumen und den Planeten zu befrieden. Sam Witwicky hat mit seinem Leben als Actionheld abgeschlossen und macht sich auf den Weg ins College, um dort für das Leben zu lernen, während seine Freundin Mikaela weiterhin in der Autowerkstatt arbeitet. Doch Sams altes Leben lässt ihn nicht in Ruhe, in ihm liegt der Schlüssel für den neuen Plan der Decepticons, die einen gefallenen Führer wieder an die Macht bringen wollen. Zu allem Überfluss lässt Autobots-Anführer Optimus Prime auch noch sein Leben, um Sam zu retten. Alles läuft auf einen Kampf zwischen den Decepticons und den Autobots hin – und die Vorteile scheinen auf der Seite der Herausforderer zu liegen, auch wenn der in den Ruhestand versetzte Spezial-Agent Simmons plötzlich auftaucht und all sein Wissen und Können in die Waagschale wirft...Etwas wirr, etwas viel und etwas zu langWer wir ich ein Fan des ersten Teils ist, der hat es freilich schwer, den zweiten Teil zu beurteilen. Schließlich war der Erstling ein großartiges Action-Feuerwerk gepaart mit Humor und den üblichen Klischees von schönen Mädchen und vertrottelten Jungen, die am Ende doch noch zu Helden werden. Und um es vorweg zu nehmen: Der zweite Teil kommt nicht an den Vorgänger heran. Das ist zweifelsohne schade, bedeutet deswegen aber nicht, dass der Film schlecht ist.Die Qualität der Schauspieler ist bei einem Action-Film in der Regel weitgehend unerheblich, zu viel Tiefgang ist auch beim zweiten Transformers-Film nicht im Spiel. Schön ist es, dass die Hauptcharaktere identisch mit dem ersten Teil sind, der Wiedererkennungseffekt ist demnach hoch. Aber das alles ist nicht entscheidend, denn wer Michael Bay kennt, der weiß, dass es auf Technik und Getöse ankommt – und davon bietet der zweite Transformers-Film einiges. Schon zu Beginn knallt und zischt es nach allen Regeln der Kunst, da werden technisch alle Register gezogen. Schick anzusehen, aber es ist auch so viel, dass ich mir vorkam wie in einem dieser gigantischen Supermärkte, in denen es alles gibt: Ich wusste gar nicht mehr, was ich wollte und wo ich zuerst hingucken sollte. Und so eindrucksvoll der Start auch ist, so schnell wird das alles etwas langweilig. Das liegt an vielen Dingen. Auch wenn dauernd etwas explodiert, so ist der Humor nicht mehr so zündend wie noch im ersten Teil. Zudem ist der rote Faden, an dem sich die Geschichte entlang hangelt, arg verworren gestrickt. Das mündet schließlich in Längen, die der Film hat, obgleich der zweite Teil nur sechs Minuten länger ist als sein Vorgänger. Was sind schon sechs Minuten – eine gefühlte Ewigkeit, so als müsste man mal eben schnell einen Transformer polieren. Es fällt schwer, der Handlung Glauben zu schenken, denn in den ruhigeren Phasen findet selbst der einfältigste Kinogänger eine ganze Reihe von logischen Fehlern, die den Spaß und die gute Unterhaltung trüben. Dabei geht es nicht um den Bezug zur Realität, der steht außer Frage, schließlich sind die Transformers ein Kinderspielzeug mit Kult-Charakter. Da können sich alle im glänzenden Metall und Glas der Transformers spiegeln, das Bild von den Helden, die sich verwandeln können, ist etwas getrübt. FazitBei aller Kritik: Transformers – Die Rache ist kein schlechter Film, er ist lediglich nicht so gut wie der Vorgänger. Am besten zu vergleichen ist das wohl mit der Matrix-Trilogie, deren zweiter und dritter Teil hinter den Erwartungen zurückblieben, weil die Innovation des Erstlings verloren ging.So verhält es sich auch mit den Transformers: Unterhaltung ist da, sie verläuft sich allerdings im Wüstensand und der Humor quietscht wie ein nicht geölter Roboter. Fans werden sicher ihren Spaß haben – und wer auf Popcorn-Kino steht, der investiert sein Geld nicht in das verkehrte Projekt. Ob der angekündigte dritte Teil die Leistungskurve dann noch mal nach oben schiebt? |
| Wertung: 7/10 | von Armin Sengbusch (21.06.2009) |
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