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Filmkritik: Street Fighter - The Legend of Chun-Li

Infos: Verleih: Universum Film, Länge: 94 Min., DVD-Start: 14.08.2009, FSK: ab 16 Jahren
Regie: Andrzej Bartkowiak
Darsteller:  Kristin Kreuk, Neal McDonough, Robin Shou, Michael Clarke Duncan
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Ring frei für die nächste Verfilmung einer asiatischen Spielvorlage. 15 Jahre nachdem Jean-Claude Van Damme anno 1994 mit Street Fighter ein von Fans heute noch mit ungläubigem Staunen abgefeiertes Trashfest abgeliefert hat, versucht Hollywood nun mit Street Fighter – The Legend of Chun-Li das Franchise erneut aufleben zu lassen und testet dabei ganz nebenbei den Marktwert für zukünftige Projekte. Sonderlich hoch dürfte der jedoch nicht sein, denn weltweit spielte der Streifen, der hier nicht einmal ins Kino, sondern seit 14.08.2009 direkt auf DVD im Handel erscheint, bislang kümmerliche 12 Mio. Dollar ein.

Von der Konzertpianistin zur Kampfamazone

Die kleine Chun-Li hat eigentlich die besten Voraussetzungen, ein gutes Leben zu führen. Ihr Vater ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und kümmert sich rührend um seine Tochter. Unter anderem weckt er ihre Begeisterung für Kampfsport und das war wohl ein weiser Zug von ihm, denn schon bald nimmt der Gangster Byson (Neal McDonough) mit seinen Handlangern Chun-Li den Vater. Dass Chun-Li (Kristin Kreuk), mittlerweile Mitte 20, nun langsam auf Rache sinnt, dürfte da keinen mehr verwundern. So lässt sie ihr gutsituiertes Zuhause hinter sich und begibt sich nach Bangkok, wo sie neben Byson auch den geheimnisumwitterten Gen (Robin Shou) sucht, von dem sie sich Hilfe im Kampf gegen Bysons Brigaden erhofft. Und tatsächlich nimmt er sie nach einiger Zeit unter seine Fittiche und bildet sie aus. Währenddessen ist auch eine Polizeiabteilung unter Führung der beiden Polizisten Nash (Chris Klein) und Sunee (Moon Bloodgood) damit beschäftigt, Byson das Handwerk zu legen, denn der ist im Begriff, sich mit seiner „Firma“ weite Teile Bangkoks unter den Nagel zu reißen. Schon bald kreuzen sich die Wege der unterschiedlichen Parteien und ein Kampf großen Ausmaßes beginnt...

Bitte nicht lächeln!

Der Grund, warum das Van Damme-Vehikel bei Fans Kultstatus genießt, ist nicht zuletzt seine comichafte Überdrehtheit und der (manchmal auch ungewollte) Humor nicht nur in den Actionszenen. Das geht der 2009er-Auflage komplett ab. Hier tragen alle grimmige Mienen zur Schau, alles ist ernst, ein 90-minütiger Streifen der schlechten Laune. Dementsprechend limitiert sind auch die darstellerischen Leistungen. Der zierlichen Kristin Kreuk nimmt man trotz ihres Endlos-Engagements in der TV-Serie Smallville die Martial Arts-Furie zu Anfang natürlich nicht wirklich ab, gegen sie wirkte Angelina Jolie in den Tomb Raider-Teilen fast schon stämmig. Doch sie macht hier erstaunlicherweise – und dank guten Wireworks – eine ganz passable Figur. Sogar so eine gute, dass es fast schon unglaubwürdig wirkt, wenn man sich mal anschaut, wie schnell der eigentlich recht interessante Bösewicht Vega hier von ihr verbraten wird. Die Action passt also schonmal und die Freigabe ab 16 Jahren geht auch in Ordnung. Und das, obwohl wir hier in Deutschland mal wieder schlechter dran sind und statt der brutaleren Unrated-Fassung nur die US-Kinofassung aufgetischt bekommen.
Woran es dem Film mehr mangelt, ist eine gute Story. Dass solche Franchises aus asiatischen Landen eben auch kulturelle Einflüsse haben und gerne mal mit ihrer Esoterik nerven, ist ja nicht erst seit Dragonball Evolution bekannt. Doch in diesem eher „realistischen“ Film wirkt die Fantasykomponente fehl am Platz und wird desweiteren nicht mal sonderlich ausgebreitet. Der Nebenplot um die Polizisten Nash und Sunee kann auch zweifellos als Lückenfüller betrachtet werden, um die Laufzeit zu strecken. Neben den Dialogen zwischen den beiden Partnern, die ab und an ziemlich cheesy geraten, darf auch die Frage erlaubt sein, warum man Chris Klein, der sich bis dato eher im Teeniekomödien-Bereich aufgehalten hat, plötzlich die Rolle eines um sich schießenden Detectives zutrauen sollte. Er bleibt ähnlich blass wie seine Kollegin. Neal McDonough wechselt in seinen Filmen immer wieder zwischen der Rolle des Guten und des Bösen. Die Darstellung seines Charakters Byson braucht er sich aber nicht auf seine Schauspieler-Visitenkarte zu schreiben, dafür bleibt er zu schablonenhaft und austauschbar. Dass das alles aber immer noch ausreicht, um Genrekollege Dragonball: Evolution in Grund und Boden zu stampfen, sollte zu denken geben.

Fazit

Natürlich ist Street Fighter – The Legend of Chun-Li kein Film für die Massen und natürlich ist der Film auch kein Hit. Kristin Kreuk schlägt sich wacker und die Kämpfe sind nett anzusehen. Mehr als ein Snack für zwischendurch ist der neueste Ableger aber nicht.

Screen 1
Harte Truppe, wenig Durchschlagskraft
Screen 2
Chun-Li ist entschlossen
Screen 3
Gen bildet Chun-Li aus
Screen 4
Und das zeigt Wirkung
Screen 5
Esoterik darf nicht fehlen
Screen 6
Bysons Handlanger kennen keine Skrupel
Wertung: 4/10von Roman Beele (14.08.2009)

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