Eigentlich könnte man meinen, im Knast ist Endstation.
Doch auch dann sterben weiter Leute.
So richtig ins Rampenlicht geriet der schottische Schauspieler Gerard Butler mit dem Sandalen-Epos 300 aus dem Jahr 2007. Seitdem war er nahezu nonstop beschäftigt und hat jetzt nach der Romantikkomödie Die nackte Wahrheit und dem im Januar kommenden Actionfilm Gamer erneut einen Kinoauftritt. In Gesetz der Rache liefert er sich ein psychologisches Duell mit dem ebenfalls landläufig bekannten Jamie Foxx. Zwei Akteure aus Hollywoods A-Liste kann der Film also schon mal aufweisen. Wie steht es mit dem Rest?
Kein Deal mit Mördern
Clyde Shelton (Gerard Butler) ist glücklich verheiratet und hat eine kleine Tochter. Eines Abends werden sie daheim von zwei Gangstern überfallen und Clydes Frau und Kind getötet. Zumindest ein wenig Gerechtigkeit scheint aber in Aussicht, denn beide Täter stehen vor Gericht. Doch es kommt anders und der eigentliche Hauptschuldige kann sich durch einen zweifelhaften Deal mit Staatsanwalt Nick Rice (Jamie Foxx) schon bald wieder als freier Mann fühlen. Clyde fühlt sich betrogen und ganze 10 Jahre später schlägt seine Stunde. Er sorgt nicht nur dafür, dass die beiden Killer auch brutale Art und Weise (inkl. Folter) das Zeitliche segnen, er hat sich auch vorgenommen, das ganze Justizsystem zum Einsturz zu bringen. Das Besondere dabei ist, dass Shelton dabei im Gefängnis sitzt und trotzdem immer wieder Leute sterben, die mit dem Fall zu tun haben. Hat er einen Komplizen? Oder hat seine dunkle Vergangenheit in Diensten des Verteidigungsministeriums etwas damit zu tun? Für Rise beginnt ein Wettlauf gegen Shelton und die Zeit, denn die Anschläge kommen auch seiner Familie immer näher...
Gesetz der Auflösung
Gesetz der Rache ist der erste Film, den Butler mit seiner Firma auch produziert. Vor Drehbeginn wollte er, dass Jamie Foxx die Rolle von Clyde Shelton spielt, doch nach einigen Überlegungen wurde Foxx schließlich zum Gegenspieler und Butler übernahm den Part des Antihelden. Das war auch genau die richtige Entscheidung, denn den von Rachegelüsten zerfressenen Shelton, der Psychopath und Genie in einem ist, stellt er beeindruckend dar. Seine Präsenz in jeder Szene ist beachtlich und Foxx muss sein ganzes Können auffahren, um von Butler nicht an die Wand gespielt zu werden.
Mit The Punisher, Death Sentence, 96 Hours oder auch Die Fremde in Dir kamen in den letzten Jahren bereits einige Filme in die Kinos, welche sich der Rachethematik auf verschiedene Arten genähert haben. Gesetz der Rache kann dennoch etwas Eigenständiges bieten, indem er dem „Rächer“ eine so bislang nicht vorhandene Übermacht gegenüber den „Rechtschaffenden“ in die Hand drückt. Das macht auch die große Stärke des Drehbuchs aus. Man selbst bekommt nur einen relativ beschränkten Einblick in die Person von Clyde Shelton und weiß demnach auch nicht über seinen nächsten Schritt bescheid.
Ein ziemliches Ärgernis wird dann das Ende. So konsequent der Film bis dahin die Figuren weiter entwickelt hat, so sehr entzaubert es schließlich auch die Figur des Clyde Shelton. Während man sich in den Saw-Filmen ab und an schon ärgert, dass nur unzureichend erklärt wird, wie Jigsaw die Fallen baut und das alles so schafft, bekommt man in Gesetz der Rache eigentlich schon zu deutlich gezeigt, wie alles läuft. Das schadet auf jeden Fall dem Wiederschauwert.
Ziemlich erstaunt konnte man sein, dass die FSK den Thriller mit einer Freigabe ab 16 Jahren durchgehen ließ, hat er doch die ein oder andere intensive Szene (Stichwort Gefängnis) zu bieten. Auch die Kritik am Rechtssystem und die vorsätzliche Missachtung von diesem war kein Problem für die Prüfer. Actionmäßig sollte man jedoch nicht zu viel erwarten, Highspeed-Autoverfolgungsjagden oder Schusswechsel bietet der Streifen nicht.
Fazit
Gesetz der Rache lebt von dem Duell zwischen Gerard Butler und Jamie Foxx sowie der Tatsache, dass das Publikum über weite Strecken nicht die volle Einsicht hat, wie was passiert. Leider schafft die letzte Viertelstunde hier Abhilfe und reißt das rätselhafte Gemälde in weiten Teilen wieder ein. Dennoch ist der Thriller trotz leichter Actionarmut sehr ordentlich umgesetzt und liefert für kalte Wintertage einen größtenteils sehenswerten Vertreter des Rachegenres ab.
Die Verantwortung für die Inhalte der gelinkten Seiten liegt bei den jeweiligen Seitenbetreibern und wird nicht von GameCaptain übernommen! Names, trademarks and copyrights are the property of the originating companies.
copyright 1999-2007 Jörg Benne, designed by Marcel Völz & Stephan Iser