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Filmkritik: Saw 6

| Infos: | Verleih: Kinowelt, Länge: 90 Min., Kinostart: 03.12.2009, FSK: Keine Jugendfreigabe |
| Regie: | Kevin Greutert |
| Darsteller: | Costas Mandylor, Peter Outerbridge, Tobin Bell, Betsy Russell |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB |
Es war eigentlich schon keine allzu große Überraschung mehr, als die Meldung durch die Filmwelt ging, dass die Saw-Reihe nicht (mehr) bei Teil 6 ihr Ende finden würde, sondern erst in der 9. Runde. Ernsthaft verblüfft hat das niemanden nach den bis dato hochgradig schwarzen Zahlen, die die Fortsetzungen an den Kinokassen und dem Heimkinomarkt schrieben. Doch gerade das amerikanische Publikum, dem man schon fast die Hauptschuld an den immer neuen Aufgüssen geben kann, ließ Saw 6 unerwarteterweise kalt. Nicht einmal 30 Mio. Dollar hat der Film bis dato eingenommen. Liegt es an der Qualität des Films oder werden selbst die treuesten Fans allmählich müde ob all der Spiele?Das Personenkarussell dreht sichMittlerweile ist es schon recht schwierig, sich als Saw-Neuling entsprechend gut vorzubereiten, um auf dem aktuellen Stand zu sein. Das heißt nicht zuletzt, eigentlich alle vorangegangenen Teile rudimentär kennen zu müssen. ACHTUNG SPOILER ZU TEIL 5: Detective Hoffman (Costas Mandylor) ist, wie uns Part 5 wissen ließ, der neue Jigsaw und hat seinen ärgsten Widersacher, Agent Strahm, an dessen Ende durch eine Falle unschädlich gemacht. Um selbst weiter unbehelligt arbeiten zu können, lenkt er die Polizei auf Strahms Spuren, indem er geschickt Beweisspuren in dessen Richtung legt. Dennoch scheint sich die Schlinge um seinen Hals enger zu ziehen. SPOILER-ENDEDerweil beweist sein mittlerweile toter Mentor John (Tobin Bell), der eigentliche Jigsaw, dass er auch in Abwesenheit nie so wirklich weg ist und von ihm immer noch eine tödliche Gefahr für andere ausgeht, die er für seine Prüfungen ausgewählt hat. In seiner aktuellsten Schöpfung finden sich einige Personen, die in einem weiteren Jigsaw-Spiel ihren Lebenswillen unter Beweis stellen sollen, in diversen Fallen wieder. Hauptakteur ist dabei William Easton (Peter Outerbridge), der Abteilungsleiter einer Versicherung ist und vielen kranken Menschen aus Profitgier den lebensnötigen Versicherungsschutz verwehrte. Er wird nicht nur einmal mit seiner eigenen Moralauslegung konfrontiert… Das Übliche: Überfällige Antworten, neue FragenDas Gros der amerikanischen Filmfans ist nach europäischer Meinung nicht gerade das anspruchsvollste seiner Zunft. Der sagenhafte Erfolg von No-Brainern wie Transformers 2 oder 2012 unterstreicht das und auch der deutlich geschrumpfte Zuspruch für den fünften Aufguss des Saw-Franchises lässt eine gewagte These zu: man muss zu viel mitdenken, um mitzukommen. Natürlich locken primär die auch dieses Mal wieder recht blutrünstig geratenen Fallen einen nicht geringen Anteil der Leute in die Kinosäle und diese bekommen auch hier wieder recht drastische Schauwerte präsentiert.Doch schon immer war der Krimianteil der Geschichten nicht von der Hand zu weisen. Darauf, dass man nun schon wie selbstverständlich kurze Verweise auf Teil 1-5 präsentiert bekommt, muss man nach Meinung der Macher vorbereitet sein. Und das birgt zwangsläufig für den einen oder anderen Betrachter kleinere oder größere Verständnisprobleme. Und bei aller Selbstständigkeit der Filme wird die immer größer werdende Sehnsucht nach der ultimativen Auflösung auch hier wieder nicht befriedigt. Neue Akteure betreten das Spielfeld, ein weiterer Cliffhanger steht am Ende. Einen langen Atem muss man mittlerweile haben, und die Aussicht auf drei noch folgende Fortsetzungen macht das nicht einfacher. Dennoch ist Saw 6 auf einem Niveau mit dem 5. Teil anzusiedeln, der nach dem äußerst schwachen vierten Film wieder für eine Steigerung stand. Zwar ist Jigsaws Logik noch immer dieselbe und das Prinzip variiert nicht stark, doch wer bis jetzt durchgehalten hat, wird auch hier keine Revolution mehr erwarten. FazitSaw 6 macht für das, was er ist und für die Richtung, die die gesamte Filmreihe mittlerweile eingeschlagen hat, eine ordentliche Figur. Die Mischung aus Erklärungen und neu aufgeworfenen Fragen hält sich ungefähr die Waage und frustriert den Zuschauer nicht mehr so sehr wie früher. Man muss aber abwarten, ob mit der Ankündigung, dass der kommende 7. Teil in 3-D gedreht werden soll, auch die Priorität wieder (noch) stärker in Richtung Gewalt schwenken wird. |
| Wertung: 6/10 | von Roman Beele (3.12.2009) |
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