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Filmkritik: Zombieland

Infos: Verleih: Sony Pictures, Länge: 88 Min., Kinostart: 10.12.2009, FSK: ab 16 Jahren
Regie: Ruben Fleischer
Darsteller:  Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Emma Stone, Abigail Breslin
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Während seit fast zwei Jahren Vampire dank der Twilight-Hysterie in Kino- und Direct to Video-Filmen im Trend scheinen, sind Zombies gar nicht erst aus der Mode gekommen. Das liegt auch an ihrer mannigfaltigen Einsatzmöglichkeit. Neben Horror- und Actionfilmen sieht man sie auch ab und an in Komödien (Fido) oder eben in Parodien. Bislang war der britische Hit Shaun oft he Dead der Krösus dieses Subgenres. Mit dem amerikanischen Konkurrenten Zombieland kommt jedoch nun ein auf dem Papier durchaus starker Herausforderer in die Kinos. Wer macht das Rennen?

Regeln, Regeln, Regeln

Es beginnt alles wie üblich. Ein mörderisches Virus hat seinen Siegeszug angetreten und nahezu die gesamte Weltbevölkerung befallen. Doch einfach gestorben sind die Menschen nicht, stattdessen fristen sie fortan als blutrünstige Zombies ihr untotes Dasein. Ein paar Einzelkämpfer gibt es jedoch noch. Einer von ihnen ist Columbus (Jesse Eisenberg), der sich dank seiner zurechtgelegten Regeln wie „Betrete keine öffentlichen Waschräume“ oder „Schieß zweimal auf einen Feind“ bislang über Wasser halten konnte. Mitten auf einem verlassenen Highway kommt ihm plötzlich der kauzige Tallahassee (Woody Harrelson) entgegen und zusammen setzen sie ihre Reise fort. Während Columbus in die Stadt will, in der seine Eltern wohn(t)en, ist Tallahassee vor allem auf der Suche nach einem: Twinkies. Seine Obsession für diese kleinen, cremegefüllten Bisquits führt die beiden in einen Supermarkt, in dem sie auf die zwei Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) treffen. Die beiden Mädchen haben einen Freizeitpark als Ziel, denn wen man den Gerüchten glaubt, ist das so ungefähr der letzte Ort ohne Zombies. Doch wie meist ist die Reise dorthin alles andere als leicht…

Zombieland of the Dead

Dem Zombiegenre noch neue Impulse zu geben, gestaltet sich schon seit Jahren als immer schwierigere Herausforderung. Während manche Dinge einfach schon gesetzmäßig sind, waren es bis dato nur kleine Nuancen, die den Unterschied zwischen Filmen erkennen ließen. Selbst der Begründer dieser Filmrichtung, George A. Romero (Dawn of the Dead), lockt mit seinen immer neuzeitlicheren Aufgüssen kaum noch jemanden hinter dem Ofen hervor. Dann kamen die Briten mit Shaun of the Dead um die Ecke und präsentierten einen erfrischend neuen Ansatz, garniert mit kauzigem Humor und spießigen Charakteren.
Sein US-amerikanischer Kollege ist auf seine Art aber auch erstaunlich unterhaltsam, auch, wenn er seine Schwerpunkte etwas anders setzt. In Zombieland ist alles zwei Nummern bunter, lauter und größer. Gleichzeitig lässt sich eine Detailverliebtheit erkennen, die man beispielsweise an den plötzlichen Regeleinblendungen sehen kann. Diese fügen sich wunderbar in den Humor des Films ein, der mal derb ist, indem der ein oder andere Untote recht rabiat ins Gras beißt, und zum anderen Teil vom Zusammenspiel zwischen Jesse Eisenberg und Woody Harrelson lebt. Während Eisenberg in seiner altbekannten Manier den eigenartigen, manchmal hypernervösen Sonderling gibt, präsentiert sich Harrelson als eine neuzeitliche, texanisch nuschelnde Version eines Wildwest-Cowboys.
Den Vogel schießt der Film jedoch mit dem Auftritt eines Altmeisters des Hollywood-Kinos ab, auch, weil man damit nicht gerechnet hat. Wer das ist, soll an dieser Stelle nicht verraten werden, doch er spielt sich selbst und sorgt somit für den komödiantischen Höhepunkt von Zombieland. Effektmäßig bleiben keine Wünsche offen, das Ganze wurde in Hochglanzoptik gefilmt und der CGI-Einsatz ist an einigen Stellen zwar unumgänglich (welcher Stuntman stellt sich schon freiwillig selbst vor ein schwingendes Karussell?), ist aber so gut gemacht, dass er nicht stört. Garniert mit stimmungsvollem Soundtrack, lustigen Einfällen und kaum Durchhängern eine wirklich runde Sache.

Fazit

Zombieland ist trotz seines Humors doch ziemlich anders als Shaun of the Dead und kann mit seinen kleinen Einfällen etwas Eigenständiges darstellen. Das kam auch bei den Kinobesuchern so gut an, dass die Fortsetzung bereits in trockenen Tüchern ist. Der Nachfolger soll dann übrigens mit 3-D-Effekten ausgestattet werden. Ob das angesichts des tollen Erstlingswerks nötig wäre, darf man aber bezweifeln.

Screen 1
Ungleiches Duo - Weichei Columbus und Rowdy Tallahassee
Screen 2
Gewitzte Schwestern - Wichita und Little Rock
Screen 3
Auch ein Banjo eignet sich zur Zombiebekämpfung
Screen 4
Für Columbus gilt, auch in hektischen Situationen die Regeln beachten!
Wertung: 8/10von Roman Beele (11.12.2009)

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