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Filmkritik: The Tournament

| Infos: | Verleih: Ascot Elite, Länge: 93 Min., DVD-Start: 03.12.2009, FSK: SPIO/JK (zensiert) |
| Regie: | Scott Mann |
| Darsteller: | Robert Carlyle, Kelly Hu, Ving Rhames, Liam Cunningham |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB |
Bevor Sylvester Stallone mit seiner Ankündigung die Herzen der Actiongemeinde höher schlagen ließ, einen Film namens The Expendables zu drehen und dort viele beliebte Actionrecken aus dem B-Sektor zu versammeln, war ein ganz anderer Streifen schon lange abgedreht. Seit 2007 geisterte ein Produktionstrailer zu The Tournament weltweit durch die Filmforen und sorgte mit seinen Szenen für Verzückung. Auch die Story ließ Genreliebhabern das Wasser im Munde zusammenlaufen, doch es dauerte bis Ende 2009, bis das lang erwartete Werk endlich für die Öffentlichkeit frei wurde. Hat sich das Warten und Hochjubeln gelohnt?Ladies and gentlemen, the Tournament has begunAlle 7 Jahre treffen die 30 besten Auftragskiller der Welt in einem ahnungslosen Städtchen irgendwo auf der Welt zusammen, um gegeneinander in einer erbarmungslosen Schlacht anzutreten und den Besten der Besten unter sich auszumachen. Was eigentlich nach einem Himmelfahrtskommando mit vielen Verlierern klingt, wird dem potentiellen Sieger mit 10 Millionen Dollar Preisgeld und dem „1 Mio. pro Auftragsmord“-Siegel versüßt. Dementsprechend mangelt es nicht an Teilnehmern, die dieses Mal in dem englischen Middlesborough auf die Jagd gehen. Das Ganze wird von dem skrupellosen Organisator Powers (Liam Cunningham) überwacht und geleitet. Ganz nebenbei hat Powers den Wettkampf als Event für besonders zahlungskräftige Kunden aufgezogen und scheffelt eine Menge Geld. Unter den Teilnehmern gibt es eine breite Variation von Spezialisten, darunter die Asiatin Lai Lai Zhen (Kelly Hu), den Parcours-Athleten Anton Bogart (Sebastien Foucan), den Psychopathen Miles Slade (Ian Somerhalder) und den rachsüchtigen Sieger des letzten Wettkampfs vor 7 Jahren, Joshua Harlow (Ving Rhames). Harlows Frau wurde vor einigen Monaten ermordet und er nimmt eigentlich nur teil, weil sich der Killer unter den Mitspielern befinden soll.Damit das Ganze spannend bleibt, wurde jedem Teilnehmer ein Peilsender implantiert, sodass sie sich mittels eines Handys gegenseitig leichter orten können. Der einzige Kandidat, der so gar nicht zu dem blutrünstigen Ensemble passt, ist Father Joseph MacAvoy, ein dem Alkohol verfallener Priester, der durch einen für ihn unglücklichen Zufall den Peilsender eines Killers verschluckt hat und nun natürlich genauso ein Ziel ist wie alle anderen. Nur Lai Lai Zhen erkennt, dass MacAvoy wirklich kein Killer ist und macht sich fortan zur Aufgabe, nicht nur sich, sondern auch ihren neuen Schützling vor den mörderischen Konkurrenten zu bewahren… You have to kill if you want to surviveWarum wird sowas nicht ins Kino gebracht, könnte man sich fragen. Die Antwort ist einfach: Massengeschmack ist The Tournament wohl eher nicht, denn für die Mehrheit der Normalseher wird das hier Gezeigte wohl dann doch etwas zu viel des Guten sein. Kompromisse werden nämlich nicht viele gemacht. Was die Inhaltsangabe vermuten lässt, zeigt der Film in aller Deutlichkeit: viele Menschen lassen auf verschiedenste Arten ihr Leben, dazu kracht es im Minutentakt und Sprüche gibt es auch zu Genüge. Für Fans des B-Actionbereichs lässt sich hier aber eine seit langer Zeit nicht mehr da gewesene Perle entdecken, denn alle Zutaten wurden so hochwertig zusammengesetzt, dass die Euphorie wirklich nicht fehl am Platz war.Ihren Teil dazu tragen auch die Schauspieler bei, der bekannteste von ihnen ist Pulp Fiction-Star Ving Rhames, der mit seiner Präsenz beeindruckt. Auch Ian Somerhalder als psychopathischer Miles Slade, der seinen Opfern gerne den Abzugsfinger abtrennt und als Trophäe mitnimmt oder Kelly Hu, die mit ihren 41 Jahren eine beeindruckende Physis (und Optik) hat. Als positive Identifikationsfigur weiß Robert Carlyle (28 Weeks Later) spielend zu überzeugen. Natürlich ist das Drehbuch simpel und nur Aufhänger für eine Aneinanderreihung von Actionszenen. Die Inszenierung ist jedoch über alle Zweifel erhaben. Tolle Kameraarbeit, kühle Optik und professionelle Effekte lassen das Ganze wesentlich teurer erscheinen als es wohl war. Ein Wort noch zu den deutschen Veröffentlichungen. In der Videothek lässt sich der Film bereits finden, da jedoch in einer deutlich zensierten Fassung. Die im Januar im Handel erhältliche DVD (bei Amazon bestellen) wird ca. 3 Minuten vermissen lassen. Wer den Film nach dieser Review gerne sichten will, wird für den ungeschnittenen Genuss wohl nicht um einen Auslandsimport herum kommen. FazitThe Tournament ist ein Actionbrett, das Fans des Genres eigentlich hervorragend munden sollte. Die Story ist zwar simpel und äußerst zynisch, misst man den Film jedoch in Action-Maßstäben, bekommt man alles, was das Herz begehrt. Bluttriefende Schauwerte, spektakuläre Kampf- und Stuntszenen und keine Minute Langeweile. Ganz klare Empfehlung. |
| Wertung: 9/10 | von Roman Beele (28.12.2009) |
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