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Filmkritik: GAMER

| Infos: | Verleih: Universum Film, Länge: 90 Min., Kinostart: 07.01.2010, FSK: Keine Jugendfreigabe (zensiert) |
| Regie: | Mark Neveldine, Brian Taylor |
| Darsteller: | Gerard Butler, Michael C. Hall, Amber Valetta, Logan Lerman |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB |
Alternative Realitäten im Cyberspace sind mittlerweile keine neue Erfindung mehr. Egal, ob World of Warcraft oder Second Life, Millionen Menschen steuern ihren selbst erwählten Avatar durch computergenerierte Welten und führen so nicht selten ein zweites Leben. Der Film Gamer von den Machern von Crank gibt dieser Thematik jetzt einen etwas futuristischeren Anstrich und verbindet das Ganze mit einem anderen Massenphänomen, den Online-Egoshootern. Ein Must-See für Spielefans?Welcome to SlayersIn der nicht näher datierten Zukunft hat die technische Entwicklung erwartungsgemäß nicht Halt gemacht und so leben die Menschen in einer Welt, die vollgestopft ist mit elektronischen Gadgets und Applikationen, dass selbst die Realität unwirklich zu sein scheint. Dieses Zeitalter hat sich der skrupellose Geschäftsmann und Mastermind Ken Castle (Michael C. Hall) zu Nutze gemacht und die beiden „Spiele“ namens Society und Slayers erfunden. In Society können Menschen mittels ins Hirn eingepflanzten Chips von anderen Menschen gegen Bezahlung durch eine abgeschottete Welt gesteuert werden und die abstrusesten Dinge tun. In Slayers, der neuesten Erfindung von Castle, steuert man seinen Kämpfer durch einen Multiplayershooter. Dieses Konzept wirft offenbar keine moralischen Fragen auf, denn bei den Teilnehmern handelt es sich um zum Tode verurteilte Sträflinge, die, sollten sie 30 Runden überstanden haben, mit der Freiheit belohnt werden.Der Star unter ihnen ist Kable (Gerard Butler), der von dem 17-jährigen Simon (Logan Lerman) gesteuert wird. Noch drei Spiele muss er überstehen, bevor er in die Realität zurück darf und hofft, seine Frau Angie (Amber Valetta) und seine Tochter wieder zu sehen. Zugleich formiert sich Widerstand aus dem Untergrund, die sogenannten „Humanz“ wollen Castles menschenverachtendes Imperium stürzen und Kable zur Flucht aus dem Spiel verhelfen. Dass der machtbesessene Castle etwas dagegen hat, ist da nur allzu verständlich… Zu brutal für DeutschlandNeveldine und Taylor, die beiden Regisseure, haben mit nur zwei Filmen ihren unverwechselbaren Stil in der Filmwelt etabliert. Crank 1 + 2 waren so abgedreht und vollgestopft mit irren Ideen und audiovisuellen Spielereien, dass es für die einen zum Fest, für die anderen zur Tortur wurde. Doch was bei den Statham-Vehikeln hervorragend gelang, funktioniert bei Gamer nicht in befriedigender Weise. Der Grund dafür liegt darin, dass die Story des aktuellen Films eher nach einem roten Faden verlangt. Doch der Film verliert sich des Öfteren in Einschüben, die ziemlich überflüssig wirken. Erneut lassen sich auch wieder viele visuelle Effekte finden, die mal passen (z.B. bei der flippig bunten Society-Welt), manchmal jedoch in ein solches Schnittmassaker ausarten (die Slayers-Kämpfe), dass die Augen schon arg strapaziert werden.Gerard Butler hat in dem eigentlich gut besetzten Ensemble wenig Mühe, schauspielerisch heraus zu stechen, alle anderen Figuren bleiben ziemlich blass. Besonders enttäuschend ist das bei Michael C. Hall, der Castle verkörpert. Der sonst vor allem aus der sensationell guten TV-Serie Dexter bekannte Darsteller wird mit viel zu wenig Screentime ziemlich verheizt. Nicht sonderlich rosig sieht die Situation in Deutschland für Gamer aus. Die FSK verweigerte selbst für’s Kino eine unzensierte Aufführung, die spätere Kauf-DVD wird auch zensiert sein. Man kann nur hoffen, dass das Label auch eine ungeschnittene Veröffentlichung mit SPIO/JK-Freigabe anstrebt. Sonderlich verwunderlich ist das aber nicht, denn Gamer trifft mit seinem Inhalt (Ego-Shooter, reale Menschen, blutige Action) genau den Nerv von Jugendschützern. FazitDer erste Ausflug abseits von der Crank-Reihe ging für die Regisseure Neveldine und Taylor eher schief. Gamer hat bis auf Gerard Butler keine herausstechenden Merkmale und hat für die Story, die er erzählen will, inszenatorisch einfach zu viel nervigen Schnickschnack. Das an sich interessante Konzept verschenkt so leider recht viel von seinem Potential. |
| Wertung: 5/10 | von Roman Beele (07.01.2010) |
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