Lord Blackwood erwartet der Galgen, doch das ist nicht das Ende.
Holmes und Watson rätseln...
Auch Holmes Ex-Geliebte Irene mischt mit.
Gut in Form für die Verbrecherjagd - Sherlock Holmes.
Guy Ritchie-Filme waren bis dato eine Angelegenheit, die die Zuschauer in zwei Lager spaltete. Die einen lieben seine Werke wie Bube, Dame, König, grAs, Snatch oder RocknRolla für ihre Mischung aus komplexer Story und verschrobenen Charakteren, während die anderen vor dem Wirrwarr lieber Reißaus nehmen. Nun hat Ritchie aber sein angestammtes Gangstermilieu verlassen und für 90 Mio. Dollar Budget einen Popcorn-Blockbuster gedreht. Werden sich erneut zwei Lager auftun?
Nichts entgeht ihnen
In London herrschen Angst und Schrecken. Schon fünf junge Frauen wurden brutal umgebracht und keiner weiß, wie, wo oder wann die Mordserie weiter gehen wird. Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) und sein Partner Watson (Jude Law) haben jedoch eine Spur, der sie nachgehen. Dass Holmes Gespür goldrichtig war, beweist sich kurze Zeit später, als sie den dunklen Lord Blackwood (Mark Strong) mitten in einem Opferritual stellen. Blackwood wird verhaftet und wegen der Benutzung von Magie zum Tod am Strick verurteilt. Kurz vor seiner Hinrichtung ruft Blackwood Holmes noch einmal zu sich und prophezeit ihm, dass das nicht das Ende der Geschehnisse um ihn herum sein wird. Und tatsächlich, obwohl er eigentlich hingerichtet und von Watson für tot erklärt wird, entsteigt Blackwood schon kurze Zeit später wie von Zauberhand lebendig seinem Grab und hat fortan große Herrschaftspläne, die er unerbittlich verfolgt. Holmes und Watson nehmen seine Fährte auf und müssen das Puzzle nach und nach zusammensetzen, um hinter Blackwoods Geheimnis zu kommen. Assistiert werden sie dabei von Holmes Ex-Geliebter Irene (Rachel McAdams), die offenbar nebenbei noch ihre ganz eigenen Interessen verfolgt. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt und Holmes Spürsinn war noch nie so gefordert wie jetzt…
One-Downey-Show
Ein klein wenig lässt sich der Sherlock von Downey Jr. mit Captain Jack Sparrow aus der Fluch der Karibik-Reihe vergleichen. Genau wie Johnny Depps Charakter im Piratenepos hat Downeys Interpretation des britischen Meisterdetektivs eine schrullige Persona. Er ist launisch, trickreich und kebbelt sich mit Freuden mit seinem Attaché und partner-in-crime Watson. Gerade das Treiben zwischen Downey Jr. und Jude Law ist eine Stärke des Films, sorgt sie doch für so manchen lustigen Moment. Zwar treibt das die Story nur unwesentlich voran, doch zeigt es auch, dass diese nicht so sehr in ihren Bann zieht, wenn solch eine Nebenhandlung schon das Augenmerk auf sich zieht.
Genau die Geschichte ist das Hauptproblem des Films. Für einen bunten, lauten Popcorn-Film ist die mit vielen Schauplätzen und Puzzlestückchen aufgeblähte Krimistory nicht gerade leichte Kost. Will man alles mitbekommen, muss man sehr genau aufpassen. Sonderlich mitreißend ist, bis auf Downeys Darbietung, das Gezeigte nicht. Die Spannung wird dadurch vermindert, dass Holmes so virtuos und clever dargestellt wird, dass man nie in Erwägung zieht, er könne ernsthaft zu Schaden kommen. Auch eine Ritchie-Spezialität, nämlich ein ganzer Berg an Charakteren, erschwert es, sich außer auf Holmes und Watson so richtig auf die anderen Personen einzulassen, bedeutet die Menge an Figuren doch auch entsprechend weniger Screentime für jeden Einzelnen.
Knapp zwei Stunden läuft der aufwendig produzierte und opulent ausgestattete Streifen. Auf der optischen Seite gibt es wirklich nichts zu meckern, alles erinnert an das London aus früheren Jahrhunderten, Computereffekten sei Dank. Garniert wird das Ganze mit Explosionen und dem ein oder anderen netten Einfall (wie die im Kopf von Holmes in Zeitlupe stattfindende Planung einer Schlägerei, bevor diese dann blitzschnell in die Tat umgesetzt wird).
Fazit
Sherlock Holmes im Guy Ritchie-Stil bietet auf der einen Seite einen quirlig-toll aufspielenden Robert Downey Jr, ein optisch hervorragend getrickstes London und den einen oder anderen lustigen Moment. Leider wirkt der Film mit seiner bis zur Auflösung recht komplexen und auch etwas spannungsarmen Geschichte mit zwei Stunden Spielzeit überlang und kann nicht als leicht zu folgender Spaß für alle Arten von Publikum bezeichnet werden. Mal sehen, was der bereits angekündigte zweite Teil, wieder unter Ritchies Regie, anders macht.
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