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Filmkritik: From Paris with Love

Infos: Verleih: Universum Film, Länge: 93 Min., Kinostart: 25.03.2010, FSK: ab 16 Jahren
Regie: Pierre Morel
Darsteller:  John Travolta, Jonathan Rhys Meyers, Kasia Smutniak
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
2008 rückte ein Film, den zuvor absolut niemand auf der Rechnung hatte, in das kollektive Interesse der Actionfilmfans. Die Rede ist von Taken (hierzulande 96 Hours getauft), der einen eiskalten Liam Neeson als von der Leine gelassenen Ex-CIA-Agenten porträtierte, der die Verbrecherzahl von Paris auf der verzweifelten Suche nach seiner entführten Tochter im Alleingang und mit beeindruckender Physis dezimierte. Das tat nicht nur Liam Neesons Karriere gut, auch der Regisseur des Ganzen, Pierre Morel, hat so seinen Marktwert merklich steigern können. Man durfte also auf sein neues Werk From Paris with Love gespannt sein, versprachen die Trailer doch schon mal Action am laufenden Band und Ansätze einer Buddykomödie mit einem glatzköpfigen John Travolta. Der Funke will trotzdem nicht überspringen.

Wax on, Wax off!

James Reece (Jonathan Rhys Meyers) arbeitet in Paris für den amerikanischen Botschafter und kommt seinen Aufgaben mit Fleiß nach. Sein großes Ziel ist es, in absehbarer Zeit als Agent im operativen Dienst eingesetzt zu werden. Als er den US-Agenten Charlie Wax (John Travolta) vom Flughafen abholen soll, gerät er jedoch schneller als gewollt in die Schusslinie zwielichtiger Gestalten, die sich von Wax und ihm in ihren Drogengeschäften gestört fühlen. Das bildet aber erst den Auftakt zu einer Odyssee quer durch die französische Hauptstadt, auf der das schießwütige Großmaul Wax den eher besonnenen Reece ein um's andere Mal zur Verzweiflung treibt. Dass sie letztlich die einzigen sind, die eine noch weit größere Verschwörung verhindern müssen, ahnen sie da noch nicht…

Von Overacting und Understatement

Neben 96 Hours bewies Regisseur Morel auch schon in seinem Debutfilm Ghettogangz, dass er es versteht, rasante Actionszenen zu inszenieren und mit ansehnlicher Kampfchoreographie und einem knackigen Härtegrad anzureichern. Dass er von diesem Rezept auch bei From Paris with Love nicht abweicht, ist sein Glück, denn die Story lockt hier niemanden hinter dem Ofen hervor und auch seine Schauspieler lassen ihn dieses Mal hängen.
John Travolta hatte mal eine Zeit, in der er einer von Hollywoods Kategorie A-Actionstars war, der zeitlose Klassiker Face Off – Im Körper des Feindes kann jederzeit als Totschlagargument gegen alle Zweifler dienen. Dass er wie ein Fremdkörper in Morels Actioner wirkt, liegt aber nicht an seinem körperlichen Leistungsvermögen, sondern viel mehr an seiner übertriebenen Darstellung des Charlie Wax. Natürlich trägt das Drehbuch hier eine Mitschuld, charakterisiert es ihn doch als waghalsigen, sprücheklopfenden Rambo, der, egal, wer ihm gegenüber steht, immer als Sieger aus Kämpfen hervorgeht. Die Chemie zwischen ihm und Jonathan Rhys Meyers stimmt überhaupt nicht, man nimmt weder dem einen, noch dem anderen die Rolle wirklich ab. Dass der Plot im letzten Drittel dann schließlich noch eine recht unnötige neue Richtung einschlägt und das Ganze verkompliziert, wirkt aufgesetzt.
Zugute halten kann man dem Film eigentlich nur die zu erwartende, hervorragende optische Seite. In Hochglanzoptik gibt es Verfolgungsjagden, atemlose Kampfszenen und blutig-suppende Shootouts zu konsumieren.

Fazit

From Paris with Love durfte man mit Spannung erwarten, doch jetzt ist er da und man kann - nein, muss – von einer doch recht deutlichen Enttäuschung sprechen, wenn man an den hervorragenden Vorgängerfilm 96 Hours von Regisseur Morel denkt. Diesmal stimmt leider nur die inszenatorische Seite, das Geschehen um die Figuren lässt einen doch kälter als es wünschenswert wäre.

Screen 1
Charlie Wax ist ein Draufgänger,...
Screen 2
der den eher besonnenen Reece ein ums andere Mal...
Screen 3
...in heikle Situationen bringt.
Screen 4
Und das geht an ihm nicht spurlos vorbei.
Wertung: 5/10von Roman Beele (25.03.2010)

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