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Filmkritik: Der blutige Pfad Gottes 2

Infos: Verleih:Sony Pictures, Länge: 91 Min., DVD-Start: 08.04.2010, FSK: SPIO/JK
Regie: Troy Duffy
Darsteller:  Sean Patrick Flanery, Norman Reedus, Billy Connolly, Clifton Collins Jr., Julie Benz
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Machen wir uns nichts vor: für viele ist der Vorgänger von Der Blutige Pfad Gottes 2 aus dem Jahr 1999 ein Kultfilm. Das Werk von Troy Duffy, der die Geschichte ersann und auch gleich die Regie übernahm, ist ein atmosphärischer Thriller mit stimmigen Dialogen, einem sympathischen Heldenduo und einer Paradedarbietung von Willem Dafoe als schwulem Cop. Doch was auf Video und später DVD in einen Siegeszug durch die Filmfangemeinde mündete, stieg dem Macher offensichtlich zu Kopf. Duffy benahm sich derart arrogant und großkotzig, dass sich binnen kürzester Zeit alle Türen, die sich ihm mit seinem Film geöffnet hatten, wieder verschlossen und sogar eine nicht gerade schmeichelhafte Dokumentation über ihn veröffentlicht wurde.
Doch nun, zehn Jahre später, hat Duffy es doch irgendwie zustande gebracht, eine Fortsetzung zu realisieren und dabei sogar das gleiche Kernpersonal aufbieten zu können. Dennoch bleiben Zweifel. Berechtigt?

Alte Feinde, neue Freunde

Die Saints sind nach ihrer aufsehenerregenden „Säuberungsaktion“ im kriminellen Untergrund von Boston ins selbst gewählte Exil gegangen. Abgelegen von der Großstadtzivilisation führen sie zusammen mit ihrem Vater ein unaufgeregtes Leben auf einer Farm. Doch der Mord an einem Priester, der so ausgeführt wurde, dass alle Welt denken wird, dass die Saints dahinter stecken, zwingt sie, nach Boston zurück zu kehren und sich dem Mafiasyndikat der Yakavettas erneut zu stellen.
Der neu entflammte Krieg zwischen Gut und Böse ruft auch die Gesetzeswächter auf den Plan, und mit der neuen Chefermittlerin Eunice Bloom (Julie Benz) auch noch eine sehr scharfsinnige Vertreterin ihrer Zunft. Ihre Cleverness lässt das Bostoner Polizistentrio Greenly, Dolly und Duffy, das früher mit den Saints und Agent Smecker unter einer Decke steckte, immer wieder in Panik geraten, dass sie auffliegen könnten. Doch auch die Saints befinden sich mit ihrem neuen mexikanischen Sidekick Romeo (Clifton Collins Jr.) in größerer Gefahr als sie ahnen können, denn ihr Vater und Mentor Il Duce sieht sich bei ihrer Rückkehr einem äußerst bekannten und gerissenen Feind gegenüber…

Ding Dong, Motherf*cker, DING DONG!

Natürlich, die Zweifel waren zahlreich und nicht alle aus der Luft gegriffen. Es gibt eben Filme, deren Mythos durch eine überflüssige, meist durch die Gier nach dem schnellen Geld produzierte Fortsetzung erheblichen Schaden genommen hat. Das wird auch in Zukunft ein ums andere Mal so passieren. Bei Der blutige Pfad Gottes 2 kann man jedoch von einer in weiten Teilen gelungenen Weiterverfolgung der MacManus-Brüder sprechen. Der gute Eindruck ist das Ergebnis aus einzelnen Versatzstücken, die einerseits die Verwurzelung zu Teil 1 herausstellen, andererseits aber auch für eine Eigenständigkeit sorgen.
So gibt es zahlreiche Referenzen, die mal mehr, mal weniger offensichtlich an den Vorgänger angelehnt sind und für Fans des Films sicher nette Anspielungen sind. Ab und an hat man den Eindruck, dass die Orientierung jedoch ein wenig zu ausgebreitet geraten ist, denn dass die Brüder z.B. vor einer Schlacht gerne mal selbst in einen Streit geraten und dann eher zufällig den Gangstern gegenüber stehen, ist doch schon ein alter Hut. Dagegen gefallen die Flashbacks in die Jugendzeit von Il Duce, die für mehr Background sorgen.
Die neuen Figuren erweitern die Charakterpalette deutlich, wobei man jedoch sagen muss, dass die Darstellung von Julie Benz recht gewöhnungsbedürftig ist, etwas zu dick aufgetragen wirkt ihre mit breitem texanischen Akzent (im O-Ton wohlgemerkt) ausgestattete, toughe Agentinnenrolle. Eine Bereicherung ist hingegen Clifton Collins Jr. in der Rolle des Romeo, der für einige lustige Sprüche und Situationen sorgt.
Mit der Action kann man zufrieden sein und man durfte auch die aus Teil 1 bekannten, stylischen Shootouts erwarten. Gerade das Ende schlägt den Erstling in Sachen Quantität dabei deutlich. Und zuletzt noch ein Wort zu den deutschen Veröffentlichungen: es wird zwei Versionen geben, eine ungeschnittene Fassung mit SPIO/JK-Kennzeichnung, die man auf jeden Fall im Verleih bekommen wird und zusätzlich noch eine für den Verkauf bestimmte, zensierte Version mit rotem 18er-Flatschen auf dem Cover.


Fazit

Der blutige Pfad Gottes 2 dürfte den meisten Leuten gefallen, die den Vorgänger für einen tollen Film halten. Zahlreiche Anspielungen und eigenständige Ideen halten sich die Waage und sorgen so dafür, dass man auch den zweiten Ausflug der Saints gerne begleitet. Man darf gespannt sein, ob es einen dritten Teil geben wird und wie lange wir dieses Mal darauf warten müssen.
Screen 1
Die Saints gehen wieder auf Rachefeldzug gegen die Kriminellen von Boston.
Screen 2
Diesmal haben sie es jedoch mit einem sehr gewitzten Gegner zu tun.
Screen 3
Aber sie haben auch Verstärkung, in Form ihres mexikanischen Sidekicks Romeo.
Screen 4
Welche Rolle spielt Eunice Bloom vom FBI in der ganzen Geschichte?
Wertung: 7/10von Roman Beele (16.04.2010)

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