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Filmkritik: Iron Man 2

Infos: Verleih: Concorde Film, Länge: 124 Min., Kinostart: 06.05.2010, FSK: ab 12 Jahren
Regie: Jon Favreau
Darsteller:  Robert Downey Jr., Mickey Rourke, Gwyneth Paltrow, Sam Rockwell, Scarlett Johansson, Samuel L. Jackson
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Logisch, nach dem immensen Erfolg bei Kinokassen und Kritikern war es abzusehen, dass zwei Jahre später schon der Nachfolger zur Comicverfilmung Iron Man in den Kinos einschlagen würde. So weit, so branchenüblich. Ebenso wenig überraschend ist, dass der Nachfolger gleich in mehreren Aspekten seinen Vorgänger zu übertrumpfen versucht, sei es beim Budget, der Action oder dem Cast. Iron Man 2 bietet hier auch nicht die geringste Ausnahme. Nur – ist das auch gelungen?

Held im Kreuzfeuer

Am Ende des Erstlings verkündete Tony Stark (Robert Downey Jr.) vor der versammelten Weltpresse, dass er tatsächlich jener Metallmann sei, der sich der Konflikte der Welt annehmen würde. Seitdem ist viel passiert. Stark hat offensichtlich ganze Arbeit geleistet, denn der so oft herbeigesehnte Weltfrieden ist dank seiner Aktivitäten tatsächlich eingekehrt und dementsprechend lässt sich das selbstverliebte Superhirn auch gerne dafür feiern. Doch erste Zweifel werden laut, wie lange Stark die Menschheit noch beschützen kann, denn seine Technologie könnten ja auch andere Länder entwickeln, weshalb das Militär Zugang zu seinen Entwicklungen will. Und noch weiteres Ungemach droht, denn mit dem rachsüchtigen, russischen Physiker Ivan Vanko (Mickey Rourke) und dem missgünstigen Konkurrenten Hammer (Sam Rockwell), der ebenfalls einen Waffenkonzern sein Eigen nennt, betreten bald schon neue Widersacher das Feld. Als wäre das alles noch nicht genug, scheint Stark durch sein elektrisches „Herz“ gesundheitliche Schäden zu erleiden, die eine Zukunft als Iron Man zweifelhaft erscheinen lassen. Vielleicht kann ihm bei der Lösung seiner Probleme ja Nick Fury (Samuel L. Jackson) von der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D. helfen?

Kampf der Egomanen

Was Teil 1 so stark machte, war neben der äußerst unterhaltsamen One Man-Show von Robert Downey Jr. auch die Story, die die Anfänge seiner Superheldenkarriere nachvollziehbar machte und mit einer realistischen Note versah. Der Völkermord im Nahen Osten, der gierige Mentor Obadiah Stane, die Entwicklung des Anzugs, all das war greifbar für den Zuschauer und deswegen so fesselnd.
Iron Man 2 beschreitet nun konsequent eine andere Richtung, nämlich die mit starker Comiceinprägung. Sowohl was den Bösewicht Ivan Vanko, die Organisation S.H.I.E.L.D. als auch die manchmal recht unübersichtliche Action angeht, bewegt man sich immer mehr auf Fantasy-Pfaden. Das ist nicht per se schlecht, aber natürlich ist es bedeutend mehr Popcornkinoappeal, der einen hier erwartet. Selbstverständlich geht das einher mit absolut bombastischer Inszenierung, Explosionen, Kämpfe, brenzlige Situationen, von allem gibt es mehr in der Fortsetzung, jedoch nicht mehr so glaubhaft. Das muss niemanden stören, man kann das auch als Gesetzmäßigkeit für Sequels abtun.
Aus der Tatsache, dass die Identität des Superhelden bekannt ist, hätte man mehr machen können. Stark lebt einfach sein Leben weiter und jeder jubelt ihm zu, keine Gefahr scheint abseits seiner großen Gegner auf ihn zu lauern.
Auf der schauspielerischen Seite gibt es zwei Seiten der Medaille. Downey Jr. hat hier klar seine Paraderolle gefunden, es macht ihm sichtlich Spaß, den geschwätzigen, selbstbewussten Milliardär zu geben und die zahlreichen lustigen Dialoge, die er mit Pepper (Gwyneth Paltrow) oder Rhodey (Don Cheadle) führt, sorgen für Erheiterung. Deutlich fällt dagegen jedoch die Darstellung von Sam Rockwell als Konkurrent Justin Hammer ab. Wenn eine Figur wie Tony Stark schon anwesend ist, wäre man gut beraten gewesen, Hammer nicht auch noch als selbstverliebten Schnösel anzulegen, denn so geht das Duell klar zugunsten Downey Jr. aus. Die Screentime für Samuel L. Jackson oder Scarlett Johansson hätte gern noch länger sein dürfen, doch Teil 3 kommt bestimmt.


Fazit

Iron Man 2 verlässt viele Pfade, die der erste Teil gelegt hat und schwenkt stark zum Comicartigen um. Das macht aus ihm immer noch einen absolut sehenswerten Actionknaller mit einem erneut starken Downey Jr. und toller Ausstattung. Das überraschend Neue fehlt der Fortsetzung jedoch. Tipp: Auch hier gibt es nach dem Abspann noch einen Ausblick auf Teil 3.
Screen 1
Tony Stark ist erneut im Einsatz,...
Screen 2
...denn mit Ivan Vanko...
Screen 3
...und Starks Konkurrenten Justin Hammer...
Screen 4
...wartet einige Arbeit auf den Eisenmann.
Wertung: 7/10von Roman Beele (07.05.2010)

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