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Filmkritik: Prince Of Persia

Infos: Verleih: Walt Disney, Länge: 116 Min., Kinostart: 20.05.2010, FSK: ab 12 Jahren
Regie: Mike Newell
Darsteller: Jake Gyllenhaal, Ben Kingsley, Gemma Arterton, Alfred Molina
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Und wieder schafft ein Spiel den Sprung in die Kinos. Prince Of Persia ist die Verfilmung der gleichnamigen und weltweit erfolgreichen Spielereihe. Kann der Film an deren Klasse anknüpfen, oder bleibt er wie viele seiner Vertreter hinter den Erwartungen zurück?

Auf dem Weg zum Prinzen

Dastan (Jake Gyllenhaal) lebt als Waisenjunge in ärmlichen Verhältnissen auf der Straße. Er hat weder Geld noch Eltern, als ihn der König Sharaman selbst entdeckt und von seinem Überlebenswillen so beeindruckt ist, dass er sich kurzerhand entschließt den Jungen als seinen Adoptivsohn aufzunehmen. Des Königs Bruder Nizam (Ben Kingsley) nimmt sich Dastan an, welcher von nun an ein Teil der Familie ist.
15 Jahre später befindet sich das Reich im Angriff auf die Stadt Alamut. Während des Kampfes findet der Prinz einen Dolch, der ihm die Macht verleiht über die Zeit zu herrschen. Nachdem die Stadt gefallen ist und sich Prinzessin Tamina (Gemma Arterton) ergeben hat wird sie nach Persien gebracht. Doch kurz nach dem Eintreffen im Königspalast wird Sharaman vergiftet und Dastan wird beschuldigt seinen Vater umgebracht zu haben. Nun beginnt ein Katz- und Mausspiel in dem der Prinz nicht nur seine Unschuld zu beweisen hat, sondern auch heraus finden muss was es mit dem mysteriösen Dolch auf sich hat.

„Prince of Persia“ auf der Leinwand genau so gut?

Mike Newell („Harry Potter und der Feuerkelch“) führt in dem von Jerry Bruckheimer („Fluch der Karibik“) produzierten Projekt Regie und hat einen neuen Versuch unternommen, die Spannung und den Reiz eines Videospiels in die Kinosäle zu übertragen. Was man dem Film wirklich zu Gute halten muss ist das Streben, dem Thema seinen Gamelook zu lassen. Der Prinz ist quasi ständig dabei vor Feinden zu fliehen und macht dies auf die gewohnt akrobatische Art und Weise. Hierbei dürfen Salti genau so wenig fehlen wie die aus dem Spiel bekannten Wandläufe oder spektakuläre Schwertkämpfe. Jake Gyllenhaal („The Day After Tomorrow“) macht dabei eine durchaus gute Figur. Er wirkt top fit und ist der Rolle rein körperlich locker gewachsen. Die Entscheidung zu seinen Gunsten, anstatt Orlando Blooms, der auch zur Debatte stand, kann man getrost als richtig betrachten.
Jedoch offenbart sich schon nach kurzer Zeit ein generelles Problem von Spieleverfilmungen. Die ganzen Sprungeinlagen machen eben nur so lange wirklich Spaß, wie man den Controller selbst in der Hand hält. Dem Prinzen minutenlang nur dabei zuzusehen ist weniger spannend. Es ist nun am jeweiligen Regisseur, dass es dem Film nicht komplett an Highlights mangelt. Mike Newell versucht es hier vor allem durch den Einbau von Humor, der dank Alfred Molina („Spiderman 2“) auch oft zündet, und mit einem kräftigen Schuss Romantik, welcher aber leider gerade zum Ende extrem aufgesetzt und kitschig wirkt.

Sieht der Prinz denn wenigstens gut aus?

Ein Pluspunkt des Films ist die von Jerry Bruckheimer gewohnt gute Optik. Über die Effekt und Ausstattung lässt sich nicht meckern. Auch die Kampfszenen sind größtenteils spannend und gut inszeniert. Was hierbei jedoch etwas bitter aufstößt sind einige ziemlich wüst gefilmte Parts in denen es nahezu unmöglich wird dem Gesehenen zu folgen. Die teils wirklich sehr guten Landschaftsaufnahmen fallen ebenfalls positiv ins Gewicht.
Die schauspielerischen Leistungen hingegen sind leider ausnahmslos blass. Angefangen bei Jake Gyllenhaal, über die Britin Gemma Arterton („Kampf der Titanen“) bis hin zu Sir Ben Kingsley („Shutter Island“) bleibt jeder hinter seinen Möglichkeiten. Darunter hat vor allem die Dramatik stark zu leiden, denn richtig mitfühlen wird man hier definitiv nicht können. Schade, denn gerade das hätte dem Film die dringend notwendig Würze verliehen. Ähnliches gilt für die Story, welche oft zu verworren und banal erzählt wird. Auch hier wäre wesentlich mehr drin gewesen.
Dass aus der Spielumsetzung „Prince Of Persia“ kein guter Film geworden ist liegt nicht daran, dass es dem Vorbild an Substanz mangelt. Es ist der Tatsache geschuldet, dass ein Jump’n’Run Spiel ohne zusätzliche Ideen in Sachen Dramaturgie und Handlung schlicht und ergreifend nicht in guter Form auf die Leinwand zu bringen ist. Das sollte spätestens seit „Tomb Raider“ klar sein. Man sollte nie vergessen, dass man dem Spiel sein wichtigstes Element entzieht wenn man es zum Film macht…den Spieler.

Fazit

Letztlich ist „Prince Of Persia“ eine optisch ansprechende, aber inhaltlich vermurkste Spieleumsetzung geworden. Mike Newell hat schlicht zu viel Potential im Sand der Wüste liegen lassen. Die guten Effekte schaffen es genau so wenig den faden Beigeschmack zu verdrängen, wie die spannenden Verfolgungsjagden. Eingefleischte Fans wird und soll das jedoch nicht abhalten und alle die einen unterhaltsamen Streifen zum Popcornverzehr suchen, können auch getrost einen Blick riskieren.
Screen 1
Der Prinz von Persien ganz konzentriert
Screen 2
Aber auch er ist nichts ohne seine Partnerin
Screen 3
Diese Einlagen dürfen natürlich nicht fehlen
Screen 4
Die wunderschöne Stadt Alamut
Wertung: 5/10von Philipp Seidel (21.05.2010)

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