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Filmkritik: Salt

Infos: Verleih: Sony Pictures, Länge: 110 Min., Kinostart: 19.08.2010, FSK: ab 16 Jahren
Regie: Phillip Noyce
Darsteller:  Angelina Jolie, Live Schreiber, Chiwetel Ejiofor, August Diehl
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Agenten und Spione sind seit jeher gern genommene Protagonisten in der Filmbranche, das beweisen sowohl das Ramschprogramm in den Videotheken als auch Reihen wie James Bond oder die Bourne-Saga. Das Schema dahinter ist eigentlich denkbar einfach und bisher nur selten grundlegend variiert worden. Der Agent ist der Held, der fast immer gegen Widerstand aus den eigenen Reihen auf eigene Faust gegen die Bösen kämpfen muss, um die Welt vor dem Schlimmsten zu bewahren oder seine Unschuld zu beweisen. Kaum verwunderlich also, dass auch Angelina Jolie in Salt in die Schusslinie gerät und fortan auf der Flucht ist. Gibt es hier etwas Neues zu sehen?

Wer ist Salt?

Zu Beginn ihrer Karriere legte CIA-Agentin Evelyn Salt (Angelina Jolie) einen Eid auf ihre Ehre und ihr Vaterland ab. Als Salt jedoch von dem russischen Überläufer Orlov beschuldigt wird, eine russische Schläferin zu sein, die den russischen Präsidenten töten wolle, muss sie fliehen. Um einer Verhaftung zu entgehen, das Leben ihres Mannes Michael (August Diehl) zu schützen und dabei ihren CIA-Kollegen unter Führung von Ted Winter (Liev Schreiber) immer einen Schritt voraus zu sein, muss Salt sich voll und ganz auf ihre Fähigkeiten und ihre jahrelange Erfahrung als verdeckte Ermittlerin verlassen. Nur bleibt die Frage: Auf welcher Seite steht Evelyn Salt?

Wo ist das Salz in der Actionsuppe?

Angelina Jolie erzählte in Interviews zum Film gerne, dass sie kein Bondgirl sein wollte, sondern lieber Bond selbst. Mit Salt sei ihr das nun ermöglicht worden. Nun, es stimmt insoweit, als dass der Actionthriller voll auf Jolie zugeschnitten ist, die Kamera verliert sich bisweilen in ihrer makellosen Optik, die wie aus dem Wachsfigurenkabinett wirkt. Ebenso makellos wird die Sexiest Woman Alive dann auch in den fast ohne Verschnaufpause aneinander gereihten Actionszenen auch inszeniert. Jolie rennt allen davon, ist cleverer und stärker als jeder Staatsdiener oder Gangster, der sich ihr in den Weg stellt. Dass eine Frau so sehr die Oberhand hat, ist aber wohl eher die generelle Glaubensfrage bei Filmen mit weiblichen Actionstars und nicht so sehr ein spezifisches Problem bei Salt.
Hier ist eher die Frage, ob man dem Film die Figur abnimmt, die Jolie verkörpert. Evelyn Salt flüchtet kurz nachdem sie in einem fragwürdigen Licht erscheint und zieht eine Schneise der Verwüstung hinter sich her, bei der man das, was man zu vermuten glaubt, ein ums andere Mal umwerfen muss. Leider kommt die Motivation des Ganzen reichlich plakativ daher. Das lösen die großen Konkurrenten wie Bond oder auch der dritte Mission: Impossible-Teil wesentlich galanter und greifbarer. Mit durchdachter Logik punktet der von Genreveteran Phillip Noyce (Die Stunde der Patrioten, Das Kartell) inszenierte Thriller aber sowieso nicht, der Schwerpunkt liegt deutlich auf der Action, die kompetent, wenn auch manchmal etwas absurd-unrealistisch anmutet.

Fazit

Salt ist ein Spiegelbild seiner Hauptdarstellerin Angelina Jolie. Man sieht sie, man hört, was sie sagt, aber womit man es zu tun hat, weiß man lange nicht. Die Geschichte hält den Zuschauer merkwürdig auf Distanz und lässt ihn nicht recht eintauchen in die Welt der Evelyn Salt. So gelingt der ganz große Actionwurf nicht.
Screen 1
Salts Kollegen haben sie schon bald im Visier,...
Screen 2
...sodass ihr keine andere Möglichkeit bleibt, als zu flüchten.
Screen 3
Im Alleingang geht sie ihren Weg...
Screen 4
...und schreckt auch vor Waffengewalt nicht zurück.
Wertung: 6/10von Roman Beele (19.08.2010)

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