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Filmkritik: The Expendables

Infos: Verleih: Sony Pictures, Länge: 103 Min., Kinostart: 26.08.2010, FSK: Keine Jugendfreigabe
Regie: Sylvester Stallone
Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Eric Roberts, Jet Li, Dolph Lundgren, Mickey Rourke
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Jubel! Hysterie! Ekstase! Das sind die Worte der Wahl, wenn man die Stimmung beschreiben will, die die Actionfilmfangemeinde im Vorfeld des Kinostarts von The Expendables allerorten zu beobachten war. Und tatsächlich, auf dem Papier erfüllt Sylvester Stallone, zugleich Regisseur und Hauptdarsteller, den Anhängern des Genres einen feuchten Traum. Er versammelte nahezu alle noch mehr oder weniger präsenten Actionstars der 80er, 90er und der Neuzeit. Dazu gehören sowohl „A-Listen“-Darsteller wie er selbst oder Jason Statham, aber auch viele Helden unzähliger Videothekenreißer wie Dolph Lundgren oder Eric Roberts. Mit Ex-Wrestler Steve Austin, Jet Li, UFC-Fighter Randy Couture, Mickey Rourke und selbst Arnold Schwarzenegger in einem Cameo-Auftritt wird das Ensemble (neben noch mehr!) mit weiteren bekannten Gesichtern des Genres komplettiert. Bis auf Kurt Russell, Steven Seagal und Jean-Claude van Damme, die absagten, sind daher fast alle Mainstream-Actionstars vertreten. Doch bekannte Gesichter sind nicht alles. Was hält der Film noch parat?

Böser Diktator, gutherzige Söldner

Das Einzige, was sie im Leben kennen, ist der Kampf. Die einzigen Menschen, denen sie vertrauen, sind sie selbst. Sie sind die Expendables: Anführer und Stratege Barney Ross (Stallone), der ehemalige SAS-Messerexperte Lee Christmas (Statham), der Nahkampfspezialist Yin Yang (Li), der auf Feuerwaffen spezialisierte Hale Caesar (Crews), der Sprengstoff-Experte Toll Road (Couture) und der Scharfschütze Gunnar Jensen (Lundgren). Die Expendables werden beauftragt, sich in ein südamerikanisches Land einzuschleusen und dessen skrupellosen Diktator zu stürzen. Als die Mission in vollem Gange ist, erkennen die Männer, dass der Auftraggeber ein doppeltes Spiel mit ihnen treibt. Ein Spiel, dem auch die Expendables zum Opfer fallen sollen. Doch die sechs Männer sind hartnäckiger und widerstandsfähiger als gedacht...

Jeder braucht ein Stück vom Kuchen

Als die ersten Minuten von The Expendables über die Leinwand knallten, hatte der Film das Publikum voll im Griff. Die anwesenden Kinobesucher lachten und gröhlten und jemand sagte, der Film sei die „ab 18-Variante vom A-Team“. Und in Sachen Gewaltdarstellung überflügelt Stallones Vehikel den genannten Genrebruder um ein Vielfaches. Zwar kommt man an den Blutzoll eines John Rambo nicht heran, doch es suppt sehr ausgiebig, hervorgerufen vom intensiven Gebrauch von Messern, Schusswaffen aller Art sowie Explosionen. Garniert wird das Ganze mit zahlreichen Faustkämpfen sowie einem Flugzeugangriff. Natürlich stets begleitet von möglichst coolen Posen, Sprüchen und musikalischer Untermalung. Bei dem Actionfan, der nichts anderes erwartet, dürfte das für glänzende Augen sorgen und The Expendables die Höchstwertung bescheren.
Der Vergleich mit dem A-Team hinkt jedoch an anderer Stelle, denn die schiere Masse an unterschiedlichen Charakteren lässt keine Zeit, jeden entsprechend würdig einzuführen. Es fehlt dafür schlichtweg an Zeit. Fast jeder Darsteller hat seine eigene mehr oder weniger kleine Fanbasis und die wollen ihren Helden natürlich möglichst oft sehen. Bei einigen reicht es aber dann nur zu 1-2 Szenen, in denen der persönliche Held wirklich die Szenerie dominiert. Das ist dann die Kehrseite dieses vollgestopften Casts.
Auch ist die erzählte Geschichte weiß Gott nichts, worauf man stolz sein könnte. Wäre es nicht die Besetzung, könnte man den Actioner fein säuberlich im Videothekenregal einsortieren. Böser Diktator, der mit noch böserem CIA-Agenten Geschäfte macht und von den Guten aufgehalten werden muss – normalerweise kein massentauglicher Kinostoff, weil zu oft schon gesehen. Auch nimmt sich der Film ab und an unerwartet ernst, was dem Konzept, hier einen testosterontriefenden, coolen Film für echte Männer und Genrenerds, nicht wirklich passend zu Gesicht steht.

Fazit

The Expendables ist der am besten ausgestattete Videothekenactioner, der jemals das Glück hatte, auf der großen Kinoleinwand laufen zu dürfen. Für den Actionfan ist es eigentlich schon eine gewisse, rein prinzipielle Pflicht, sich das brachiale Ensemblestück mit all den bekannten Gesichtern anzusehen, dafür ist das von Stallone zur Verbeugung vor dem Actionkino geratene Werk eine zu seltene Erscheinung in der Filmwelt.
Rein filmisch betrachtet erwartet einen hier natürlich eine klischeehafte Reißbrettstory, doch durch seine hervorragende Ausstattung bewahrt sich Stallones Werk den Charme, mit dem er seinen Fans größtenteils das gibt, wonach sie verlangt haben.
Screen 1
Die Expendables (die Verzichtbaren) sind ein Söldnertrupp...
Screen 2
dessen Mitglieder wie hier Anführer Barney genau wissen...
Screen 3
welche Mittel sie einsetzen müssen, um gegen...
Screen 4
Gangster wie Munroe eine Chance zu haben und ihre Mission erfolgreich abzuschließen.
Wertung: 7/10von Roman Beele (26.08.2010)

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