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Filmkritik: Planet der Affen: Prevolution

| Infos: | Verleih: Paramount Pictures, Länge: 105 Min., Kinostart: 11.08.2011, FSK: ab 12 Jahren |
| Regie: | Rupert Wyatt |
| Darsteller: | James Franco, John Lightgow, Andy Serkis |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB |
Die Planet der Affen-Reihe brachte 5 Teile in 5 Jahren hervor und ist schon über 40 Jahre alt. Ein Klassiker, zweifelsohne, doch in den heutigen Zeiten schützt so was nicht mehr davor, dass man sich solchen Stoffen erneut widmet, um sie auf den vermeintlich neuesten Stand zu bringen. Produktionstechnisch hat die Frischzellenkur dann meist Vorteile, doch inhaltlich ist es selten so gehaltvoll wie das Original, was auch das 2001 entstandene Remake des ersten Teils mit Mark Wahlberg deutlich beweist. Entsprechend skeptisch durfte man zunächst sein, als Prevolution angekündigt wurde. Doch die ersten Trailer ließen hoffen, dass diesmal deutlich mehr Mühe und Können im Spiel sind. Stimmt das oder machen sich die Optimisten zum Affen? Die Affen sind losWill Rodman (James Franco) ist ein junger Wissenschaftler, der für den Konzern Gen Sys schon seit einigen Jahren ein Mittel erforscht, das die Alzheimer-Krankheit kurieren soll. Als Probanden für seine Forschungen verwendet er Schimpansen, die erstaunliche Fortschritte machen und sogar intelligenter zu werden scheinen. Bei der Präsentation vor einem Gremium geht allerdings ordentlich was schief, als eine Schimpansin aus dem Labor flüchtet und für Chaos im Gebäude sorgt, was letztlich mit ihrem Tod in just dem Raum endet, in dem Rodman gerade von seinen Erfolgen berichtet. Die Zustimmung wird ihm anschließend natürlich verwehrt, doch er arbeitet weiter ehrgeizig an der Substanz, weil auch sein Vater an Alzheimer erkrankt ist. Die getötete Schimpansin hatte aber noch ein Geheimnis: Sie war schwanger und hat ihren Nachwuchs lebendig hinterlassen. Da der Konzern alle Versuchstiere beseitigen möchte, bleibt Will nichts anderes übrig, als den kleinen Caesar heimlich mit nach Hause zu nehmen. Erstaunlicherweise scheint der Primat Rodmans Mittel genetisch von seiner Mutter mitbekommen zu haben, denn mit steigendem Alter wird er immer intelligenter und zu einem festen Familienmitglied. Doch innerlich ist Caesar vor allem eines: ein Tier. Das führt zwangsläufig zu einem Vorfall, der ihn durch richterliche Anordnung in ein Affenhaus bringt, und Caesar muss, allein auf sich gestellt, erkennen, dass er nicht in die Menschenwelt passt. Er möchte in Freiheit leben und tüftelt dank seiner geistigen Überlegenheit, die ihn schnell zum Anführer der Affenschar werden lässt, einen Plan aus, wie sie entkommen können…So gar nicht affigAn sich ist die Ur-Reihe inhaltlich abgeschlossen. Prevolution kann man einordnen zwischen Quasi-Remake des 4. Teils Eroberung vom Planet der Affen, Prequel und/oder Reboot, wie es neudeutsch gerne genannt wird. Man widmet sich den Anfängen und dass das hervorragend klappen kann, zeigte z.B. Batman Begins. Trotz einer Laufzeit von „nur“ 105 Minuten lässt man sich angenehm viel Zeit, um die Story langsam in Fahrt kommen zu lassen, nichts wirkt gehetzt oder nicht genügend thematisiert.Der Name Andy Serkis dürfte Filmfans spätestens seit Der Herr der Ringe oder King Kong ein Begriff sein. Der Schauspieler (der auch normale Rollen hat), erweckte Gollum bzw. King Kong zum Leben, indem er ihnen seine Bewegungen und Mimik per Motion Capturing-Technologie verlieh. Auch in Prevolution schafft es Serkis hervorragend, bei Caesar eine ganze Palette von Emotionen erkennbar zu machen. Dass die Affen in vielen Szenen dem Computer entstammen, fällt keineswegs negativ auf. Bei einem Budget von ca. 90 Mio. Dollar ist das aber auch zu erwarten. Auch, wenn man anhand tosender Zerstörungsorgien wie zuletzt Transformers 3, Super 8 oder World Invasion: Battle Los Angeles einiges gewohnt ist, sollte man seine Erwartungen an den Actionanteil bei Prevolution nicht zu hoch stecken. Bis auf die (sehr gut inszenierte) letzte Viertelstunde hat der Film mit Caesars Entwicklung einen anderen Schwerpunkt und macht damit alles richtig, weil das die Stärke dieses womöglich als Erstling einer neuen Reihe fungierenden Films ist. Das Gezeigte bleibt nachvollziehbar und schafft den Spagat, dabei auch einfühlsam daher zu kommen. FazitPlanet der Affen: Prevolution ist in der langen Reihe der mittelmäßigen Neuinterpretationen filmischer Klassiker eindeutig in der obersten Liga anzusiedeln. Technisch auf dem neuesten Stand zu sein, ist bei ausreichendem Budget nicht schwer. Die wahre Hürde ist, auch inhaltlich dem Original gerecht zu werden bzw. bei Abweichungen qualitativ hochwertigen Ersatz zu bieten. Diese nimmt der Film mit Bravour und man darf hoffen, dass man diesen Weg weiter geht, sollte es weitere Teile geben. |
| Wertung: 8/10 | von Roman Beele (11.08.2011) |
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