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Filmkritik: Colombiana

Infos: Verleih: Buena Vista International , Länge: 107 Min., Kinostart: 15.09.2011, FSK: ab 16 Jahren
Regie: Oliver Megaton
Darsteller: Zoe Saldana, Jordi Mollà, Cliff Curtis, Lennie James, Michael Vartan, Callum Blue
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Ah, Luc Besson, der Name verspricht großes Kino. Mit „Leon der Profi“ oder auch „Das fünfte Element“ hat sich der Mann Denkmäler gesetzt, jetzt taucht er bei Colombiana als Drehbuchautor auf. Das ist aber kein Grund, um vorzeitig „Hurra“ zu schreien, denn ein Drehbuch muss erst einmal vom Regisseur – in diesem Fall Oliver Megaton – und dann den Schauspielern zum Leben erweckt werden. Dabei wurde mit Zoe Saldana (Avatar, Star Trek) eine gutaussehende, aufstrebende Mimin angeworben, die auf der Leinwand nicht nur eine gute Figur machen, sondern auch noch Gefühle vermitteln soll. Wem jetzt aufgrund von Saldana und Besson schon der Speichel fließt, der sollte sich Taschentücher besorgen, denn es wird traurig.

Die Sache mit den Kindheitstraumata

Der zauberhafte Name Cataleya stammt von einer Orchidee, die nur an einem bestimmten Ort in Kolumbien wächst. Und eben so heißt nun auch ein neunjähriges Mädchen (später gespielt von Zoe Saldana), das miterleben muss, wie ihre Eltern von den Schergen des kolumbianischen Mafiabosses Don Luis (Beto Benites) niedergeschossen werden. Sie entkommt den Killern und kann nach Chicago fliehen, kommt bei ihrem Onkel Emilio (Cliff Curtis) unter und beschließt sofort, Killerin zu werden. Der Wunsch nach Rache ist da der Vater des Gedankens und deshalb setzt sie ein paar Jahre später alles daran, um Don Luis aus der Reserve zu locken. Der ist mittlerweile in den USA untergekommen und genießt so etwas wie Zeugenschutz: Während das FBI Cataleya auf den Fersen ist, schützt das CIA den bösen Don Luis und dann ist da noch der ahnungslose Maler Danny (Michael Vartan), der Cataleya liebt und am Ende ...

Erst grandios, dann absolut unglaubwürdig

Das fängt ja alles wirklich schön an: Eine couragierte Neunjährige, die sich zu wehren weiß und dann auch noch im Parkours durch die Slums überzeugt, die Flucht in die USA, das Abtauchen beim Onkel und der Wunsch: »Ich werde Killerin!«. Das klingt doch wirklich auch ein wenig nach Herrn Besson, da sind doch Parallelen zu Leon der Profi wirklich unübersehbar. Doch an das Meisterwerk kommt Colombiana nicht heran, selbst wenn der Beginn des Filmes die Hoffnung schürt, hier könnte Großes auf der Leinwand passieren.
So ansprechend und dynamisch der Auftragsmord von Cataleya auch gezeigt wird, verliert der Film schnell auch an Spannung, weil das Ende vorhersehbar ist, weil das Ganze aufgrund konstruierter Zufälle und logischer Fehler auch schnell unglaubwürdig wird. Der Zuschauer wird sich schnell fragen, ob er einem weiblichen Batman bei der Arbeit zusieht – nur, dass Cataleya eben aus ärmlichen Verhältnissen stammt und statt eines Butler ihren Onkel als Manager hat. Rein logisch betrachtet würde sich jeder Ermittler der CSI-Serien erst vor der Leinwand lachend auf den Boden werfen und dann die gute Cataleya einbuchten. Während der Mann vom FBI immer noch beharrlich auf dem Holzweg ist: »Wir suchen keine Frau!« und an dieser Stelle werden zahlreiche Menschen rufen: »Sag mal, bist du so blöd oder tust du nur so?« Zu allem Übel werden neben den zahlreichen Klischees im Film auch noch die Kompetenzstreitigkeiten zwischen FBI und CIA ins Spiel geworfen, was die Sache aber auch nicht interessanter macht.
Actionreich werden Cataleyas Morde inszeniert, hier und da mit einem Hauch Mysterium, ohne allerdings wirklich überraschend zu sein. Und so plätschert das Geschehen dann einfach so vor sich hin, bis das Ende naht, von dem alle wussten, dass es genau so kommen musste. Dass da nun auch noch eine Liebesgeschichte eingebunden werden musste, ist ebenso überflüssig wie das fahrlässige Verhalten der Rächerin, den Rest ihrer Familie gedankenlos aufs Spiel zu setzen. Gefühle der Reue mag niemand Cataleya abnehmen, denn ihr Verhalten ist niederschmetternd dämlich. Und das, obwohl doch gleich zu Beginn behauptet wird, dass sie ein intelligentes Mädchen sei.

Fazit

Es hätte ein guter Film werden können, aber Colombiana scheitert nach dem Beginn absolut kläglich. Gefühle und Handlung werden mit zunehmender Spieldauer fragwürdig. Und wenn der Abspann läuft, kann man zumindest ein Gefühl der Protagonistin nachvollziehen: Erleichterung, dass alles vorbei ist.
Screen 1
Es fängt alles so schön an ...
Screen 2
... und dann kommen die Bösewichte wie Klischees.
Screen 3
Selbst wenn Zoe Saldana gut aussieht, ist das nicht glaubwürdiger ...
Screen 4
... wenn sich alles um die Orchidee dreht und dabei weniger blumig wird.
Wertung: 4/10von Armin Sengbusch (02.09.2011)

Kommentare

jory schrieb am 27.01.2012 12:38
man muss schon luc besson fan sein, um dem film etwas abgewinnen zu können.zugegeben,besser wäre er nur noch unter seiner regie gewesen,aber einen film zu sehen bei dem man an angel a,danny oder leon zurück denken muss,empfand ich als sehr unterhaltsam. er weist im grunde die selben filmischen strukutren auf,welche,wenn man genau darüber nachdenkt,von allen genannten filmen ohne das drum herum einfach nur öde wären.
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