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Filmkritik: Real Steel

| Infos: | Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany, Länge: 126 Min., Kinostart: 03.11.2011, FSK: ab 12 Jahren |
| Regie: | Shawn Levy |
| Darsteller: | Hugh Jackman, Dakota Goyo, Evangeline Lilly, Antony Mackie, Kevin Durand |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB |
Dreamworks und Disney, das stellt im Vorweg schon eines ganz klar: Es geht um Gefühle und zwar nicht zu knapp. Ich hätte es also vorher wissen müssen, als ich mich auf den Science-Fiction-Streifen Real Steel freute, aber die Hunde von der PR-Abteilung haben mich geblendet. Mit brachialen Roboterkämpfen und wilder Action und mit Hugh Jackman, der ja schon in der X-Men-Trilogie als „Wolverine“ für mächtig Furore sorgte. Gut, in „The Fountain“ war er schon mal für Emotionen zuständig, aber das hatte ich irgendwie verdrängt, als ich mich auf ein wildes Action-Spektakel freute. Ich hatte auch verdrängt, dass da ein Kind mitspielt und so ist das eben, wenn man mal alle Anzeichen, die sich so bieten, übersieht und daran glaubt, dass alles ganz einfach und logisch ist.Ein harter Kerl, ein harter Junge und stahlharte RoboterWir schreiben das Jahr 2020. Den Boxsport gibt es nicht mehr, ferngesteuerte Kamfboliden duellieren sich in den großen Arenen vor jubelnden Zuschauern. Vom Pech verfolgt tingelt der Ex-Boxer Charlie Kenton (Hugh Jackman) mit seinem Kampfroboter über Jahrmärkte und versucht Geld zu machen. Schulden hat er längst, als sein drittklassiger Bot „Ambush“ von einem Stier zerlegt wird und ihm damit dann auch noch die Grundlage für weitere Kämpfe fehlt. Dass er dann von der Vergangenheit eingeholt wird, ist natürlich ärgerlich, weil er durch den Tod seiner Ex-Freundin plötzlich mit seinem elfjährigen Sohn Max (Dakota Goyo) konfrontiert wird, um den er sich auch genauso lange nicht gekümmert hat, wie dieser auf der Welt ist. Aber Charlie ist ein gewiefter Hund, denn bei der Sorgerechtsverhandlung macht er ein Geschäft mit dem Ehemann der Tante: Die beiden bekommen den Jungen, er erhält 100.000 Dollar. Der einzige Haken ist, dass er sich in den kommenden sechs Wochen um seinen Sohn kümmern muss. In dieser Zeit findet nicht nur sein Sohn auf einem Schrottplatz einen Roboter mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, sondern auch die beiden zueinander und der Ex-Boxer Charlie bekommt über Umwege noch einmal die Chance, sich zu beweisen und sein Leben in die richtigen Bahnen zu lenken.Ach, Mensch, das ist doch wirklich schönWer sich bei Real Steel auf einen Action-Film freut, wird schnell enttäuscht. Nicht, dass es in dem Streifen nicht genug Kämpfe, krachende Kollisionen und packende Duelle gäbe, nein, aber der Fokus des Films ist tatsächlich auf Emotionen ausgelegt. Das wird schon früh deutlich, was auch beinhaltet, dass der Verlauf der Handlung absolut vorhersehbar ist. Und wer das Muster der Hollywood-Filme kennt, der weiß nach zehn Minuten, was ungefähr passieren wird und das am Ende eben immer alles gut ausgeht. Dafür steht eben auch der Name Disney, aber das ist nicht schlimm, denn der Film schafft es tatsächlich, große Gefühle zu transportieren.Dabei bedienen sich die Macher bei großen Vorbildern, denn was die Dramaturgie der Box-Szenen anbelangt, so sind Parallelen zum Klassiker Rocky unübersehbar. Der gesamte Handlungsstrang ist von dem typisch amerikanischen Klischee geprägt, dass ein Kleiner auch mal etwas ganz Großes schaffen kann. Wie überhaupt der Film nur so von Klischees wimmelt, da sind viele Charaktere wie Schablonen festgelegt, in die sie passen und nicht von ihr abweichen. Das gilt auch für die Bösewichte wie die aus Russland stammende Eigentümerin des allmächtigen Robo-Boxers „Zeus“ oder den Jahrmarktkönig und ehemaligen Box-Kontrahenten Marvin Barnes, der vor Brutalität keinen Halt macht. Am Ende bekommen sie alle ihr Fett weg, aber, und das werden viele Zuschauer am Ende des Films eingestehen: Das ist auch wirklich schön. Und so platt das alles klingt, so Klischee-überladen der Film auch sein mag, so weiß Regisseur Shawn Levy doch auch, wie man die Register zieht, um das Publikum dennoch zu fesseln. Die Geschichte zwischen Vater und Sohn entwickelt sich glaubwürdig, da gibt es durchaus auch Parallelen zu Perfect World, auch wenn Dakota Goyo den Elfjährigen teilweise etwas zu erwachsen darstellt. Dafür glänzt Hugh Jackman als bärbeißiger Kerl mit weichem Kern, was bei der Fülle an Klischees auch niemanden mehr überrascht. Aber bei einer Ballade mit krachenden Zwischenteilen ist das auch die richtige Mischung. Dazu passt dann auch noch der Soundtrack, der sich genau unter diesem Aspekt nahtlos in das Geschehen einfügt. FazitWer auf die Mischung von Gefühlen und Action steht, wird hier richtig gut bedient. Allerdings ist es nicht so leicht, die richtige Zielgruppe für den Film zu finden, was schon allein daran liegt, dass er mir unglaublich gut gefällt. Für die meisten Menschen wird da ein Klischee beladener Streifen über die Leinwand flimmern, von dem sie schon vorher wussten, wie es endet. Wer sich aber wirklich auf die Handlung einlässt, der wird zu Tränen gerührt im Sessel sitzen und sich freuen, mal wieder großes Gefühlskino erlebt zu haben. |
| Wertung: 8/10 | von Armin Sengbusch (02.11.2011) |
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