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Filmkritik: Blitz (DVD)

| Infos: | Verleih: Universum Film, Länge: 97 Min., Verleih/Verkauf: 04.11.2011, FSK: ab 18 Jahren |
| Regie: | Elliott Lester |
| Darsteller: | Jason Statham, Patty Considine, Aidan Gillen, Luke Evans |
| Links: | Offizielle Seite, Infos bei IMDB, Bei Amazon bestellen |
Das Szenario: Zwei Jason Statham-Filme erscheinen fast gleichzeitig. Der eine, Killer Elite (Kritik lesen), eine US-Produktion, die im Kino läuft und mit Robert De Niro und Clive Owen bekannte Stars neben dem Action-Mimen bietet. Der andere, Blitz, eine britische Produktion, in der neben Statham allenfalls 1-2 Gesichter zu sehen sind, die Filmfans bekannt sind und nur auf DVD erscheint. Eigentlich klar, welchen Film man bevorzugen sollte. Oder kann Blitz überraschen?Statham wie immer?Der Film beginnt mit einer etwas unmotivierten Schlägerei, bei der Tom Brant (Statham) ein paar trockene Sprüche reißt und einige aufmüpfige Jugendliche zusammenschlägt, die sein Auto knacken wollen. Der geneigte Statham-Fan fühlt sich gleich wie zuhause, denn Statham sieht aus wie immer und agiert wie immer. Actionfans reiben sich die Hände ...… und sind wenig später etwas überrascht. Der Einstieg dient nämlich nur dazu, das Bad-Cop Image von Tom Brant zu erklären, danach beschränkt sich Statham überwiegend auf trockene Sprüche, Minimalmimik und rüde Methoden, die Fäuste bleiben jedoch die meiste Zeit in der Tasche. Nach und nach nimmt die eigentliche Geschichte ihren Lauf. Cop-Killer Blitz hält die Londoner Polizei in Atem, in dem er kurz nacheinander Cops auf offener Straße erschießt und sich auch noch gegenüber der Presse damit brüstet. Auch Brant jagt dem Killer nach und kurz darauf wird die Geschichte persönlich. Denn Brant ist Blitz schon einmal in dessen Vergangenheit über den Weg gelaufen. Brutaler Killer, müde GeschichteDie im Grunde spannende Geschichte von Blitz wird leider vom Drehbuch ziemlich verhunzt. Da wird Brant der überkorrekte Kollege Porter Nash zur Seite gestellt, dessen Homosexualität zunächst Ursache einiger Anfeindungen ist – und dann schlicht keine Rolle mehr spielt. Das Verhältnis von Brant und Nash wird nur angekratzt und ändert sich derart sprunghaft von Abneigung zu Respekt, dass man als Zuschauer nur die Stirn runzelt.Ziemlich abstrus auch die Verwicklung von Politesse Falls, die vage mit Brant bekannt ist. Mit ihr versucht das Drehbuch eine dramatische Note zu bekommen und bringt völlig unvermittelt ein Drogenthema aufs Tapet, das für die eigentliche Geschichte vollkommen ohne Belang und so knapp in die Handlung eingeflochten ist, dass es kaum die gewünschte Wirkung entfalten kann. Die Hauptgeschichte hat überdies auch einige Logikmacken und bedient darüber hinaus gängige Klischees, wie z.B. das des sensationsgeilen Reporters, der für die Exklusivität der eigenen Story die Ermittlungen behindert. Davon abgesehen ist die Geschichte aber durchaus spannend inszeniert und geizt bei der Darstellung der brutalen Morde nicht mit Blut, was die 18er-Freigabe rechtfertigt. Schwacher Cast, wenig ActionKompromisslose Action verspricht die DVD-Hülle, davon kann aber eigentlich keine Rede sein. Die meiste Zeit ist Brant mit Ermittlungen beschäftigt oder wir sehen Blitz bei der Vorbereitung eines weiteren Mordes zu, erst in der zweiten Hälfte gibt es kleine Actioneinlagen, aber Blitz ist eher Thriller als Actionfilm.Und für einen Thriller ist er leider in vielen Rollen fehlbesetzt. Statham schlägt und ballert zwar weniger, als in anderen Filmen, „spielt“ aber die Rolle genauso wie zig andere zuvor. Sein Sidekick Paddy Considine kann überhaupt keine Akzente setzen und Aiden Gillen (A Game of Thrones) vermag dem Killer keine Aura des Bedrohlichen zu verleihen. Das Einzige, was den Killer gefährlich erscheinen lässt, ist die Knarre in seiner Hand. Der durchaus bekannte Luke Evans (Die drei Musketiere) wird hingegen in einer unbedeutenden Nebenrolle verheizt. FazitEine ziemlich halbgare Sache das Ganze. Ein Serienkiller-Thriller mit kleinen Actioneinlagen, die Statham-Fans jedoch kaum zufriedenstellen werden, überflüssigen Nebenplots, mit denen man dem Ganzen noch eine dramatische Note geben will, aber doch der gewissen Spannung und Härte, das man am Ende nicht vollends enttäuscht ist. Kann man sich angucken, wer's nicht tut, verpasst aber auch nichts. |
| Wertung: 5/10 | von Jörg Benne (30.10.2011) |
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