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Filmkritik: Gefährten

Infos: Verleih: Walt Disney Studios, Länge: 140 Min., Kinostart: 16.2.2012, FSK: ab 12 Jahren
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Jeremy Irvine, Emily Watson, David Thewlis, Peter Mullan, David Kross
Links:Offizielle Seite, Infos bei IMDB
Hach, Steven Spielberg. Das ist doch mal ein Name, der für großes Kino steht, der Mann hat schon viel erschaffen und bewegt, wenn es um die Kunst geht, ein Millionenpublikum vom Fernseher in ein Lichtspielhaus zu bewegen. Jetzt steht mit Gefährten eine Geschichte auf dem Programm, die in erster Linie emotional daher kommt, weil sie sich um ein Pferd dreht, aber auch die Wirren des ersten Weltkriegs in sich birgt. Allerdings steht in diesem Fall keine junge Frau im Fokus, die ihr Ross über alles liebt, sondern ein junger Mann, dessen emotionale Bindung zu dem edlen Vierbeiner auch die Absurditäten des Krieges überdauert. Als Vorlage diente der Bestseller-Roman War Horse, was den deutschen Titel – wie so oft – infrage stellt, aber ich will nicht schon in der Einleitung kleinlich sein.

Vom Ackergaul über den Krieg nach Hause

Gefährten beginnt mit der besonderen Freundschaft zwischen einem Pferd namens Joey und Albert (Jeremy Irvine), einem Jungen, der ihn zähmt und trainiert. Als die beiden gewaltsam getrennt werden, folgt der Film der außergewöhnlichen Reise des Pferdes auf seinem Weg durch den Krieg und zeigt, wie es die Leben zahlreicher Menschen inspiriert und verändert, denen es unterwegs begegnet – britischer Kavallerie, deutscher Soldaten und eines französischen Bauern und seiner Enkelin – bevor die Geschichte im Niemandsland zwischen den Fronten ihren bewegenden Höhepunkt erreicht. Der erste Weltkrieg wird durch die Reise dieses Pferdes erzählt – eine Odyssee aus Freude und Leid, bewegenden Emotionen und großem Abenteuer. Gefährten ist eine außergewöhnliche Geschichte über Freundschaft und Krieg – der Roman war ein Welterfolg, der zu einem ebenso international erfolgreichen Theaterstück wurde.

Kann es sein, dass da etwas fehlt?

Ich war gut vorbereitet, was den Film anbelangt: Emotionales Kino, weswegen ich genug Taschentücher mit in den Saal nahm. Gut gewappnet, schließlich bedient sich Steven Spielberg schon zu Beginn bei guter, stimmungsvoller Musik und emotionalen Momenten, die mitreißen und große Stimmungen hervorrufen. Selbst wenn man wie ich darauf vorbereitet ist, kann man sich kaum dagegen wehren, in den Bann der Geschichte gezogen zu werden, die – trotz der 140 Minuten – kaum Längen hat, sondern straff erzählt wird. Genug Abwechslung ist allemal vorhanden, da Ross Joey nach dem Verkauf durch den Krieg nach Frankreich verschlagen wird, dort zunächst von Briten, dann von Franzosen und den Deutschen genutzt, schließlich sogar im wahrsten Sinn zwischen die Fronten gerät. Das ist schön inszeniert, wenn auch die Beleuchtung der einzelnen Außenaufnahmen teilweise so künstlich und amateurhaft durchgeführt wurde, dass ich mich fragte, ob das denn niemand bemerkt. Gleiches gilt auch für die Schlussszene, die zwar malerisch, aber auch ebenso aufgesetzt wirkt. Auch die schauspielerischen Mittel von Jeremy Irvine hinterließen keinen nachhaltigen Eindruck.
Dabei bietet die Geschichte rund um das Pferd Joey ganz sicher genug Stoff für einen Zweiteiler, wenn nicht sogar für eine Trilogie á la Herr der Ringe, was allein schon in der Fülle der Begegnungen liegt. Rund um den ersten Weltkrieg geschieht so viel, aber da rast Spielberg durch die Zeit, vieles wird nur angerissen und nicht vertieft, was sich dann gerade zum Ende des Films auch rächt. Dort ist dann der junge Albert mitten im Krieg, immerhin sind ja auch drei Jahre vergangen und einiges ist geschehen. Aber genau das fehlt in der Geschichte, die sich ja nicht nur um Joey, sondern eben auch um Albert dreht: Was der junge Mann in der Zwischenzeit erlebt, warum er dann in den Krieg zieht, was er durchlebt und erleidet, bleibt im Dunkeln. Emotional bleibt der Film dennoch, aber es gibt zu viele Lücken in der Geschichte, sodass die menschlichen Charaktere kaum Zeit bekommen, sich zu entfalten. Vom Pferd und vom Krieg, dessen Brutalität und Sinnlosigkeit auch ohne viel Blutvergießen plastisch dargestellt wird, sehen wir hingegen wesentlich mehr.

Fazit

Mit der Geschichte um das Pferd und den jungen Mann erfindet Steven Spielbeg das Kino nicht neu, sorgt aber zumindest mal wieder für große Emotionen. Dabei bleiben aber viele Momente auf der Strecke, zu sehr erscheint das Geschehen auf der Leinwand im Zeitraffer und so bleibt einzig das Pferd als Identifikationsfigur und Träger der Handlung. Das funktioniert auch gut, dürfte aber neben den Lücken in der Handlung auch noch einige Lücken in den Interessentenkreis des Filmes reißen.
Screen 1
Wahre Liebe gibt es nur zwischen Mann und Pferd.
Screen 2
Aber als der Krieg kommt, heißt es Abschied nehmen.
Screen 3
Gruppenbild mit Mutter, Sohn und Pferd - das kommt allerdings selten vor.
Screen 4
Emily aus Frankreich ist nur ein Charakter, der viel zu kurz kommt.
Wertung: 7/10von Armin Sengbusch (11.02.2011)

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